Kreis Soest, Kreis Unna und Stadt Hamm

Azubi-Zahlen im Handwerk steigen um mehr als drei Prozent

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Oliver Schmale, Clemens Köhler und Detlef Schönberger (von links) freuen sich über die Entwicklung.

Niederense/Kreis Soest – Eine Steigerung um 3,2 Prozent bei den Ausbildungs-Einsteigern im Handwerk und genügend Ausbildungsstellen stehen zur Verfügung.

Diese positive Bilanz zog die Kreishandwerkschaft Hellweg-Lippe für die Kreise Soest, Unna und die Stadt Hamm bei einer Pressekonferenz im Niederenser Raumausstatter-Meisterbetrieb von Clemens Köhler, nachdem die Probezeit im 1. Ausbildungsjahr vorbei ist. 

In Zahlen heißt das, dass 1148 junge Männer und Frauen in ihr erstes Lehrjahr starteten. Insgesamt befinden sich 3287 Auszubildende in den Innungsbezirken der Region in einer Ausbildung im Handwerk, auch das ist eine Steigerung um 2,5 Prozent zum Vorjahr. „Bereits im fünften Jahr in Folge haben wir steigende Zahlen. Das ist ein Trend, der früher lange so nicht da gewesen ist“, erklärt Detlef Schönberger, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe. 

Vor allem im Kreis Soest sieht es prächtig aus. Exakt 500 Ausbildungsverträge wurden abgeschlossen (458 im Vorjahr). Das ist eine Steigerung um satte 9,2 Prozent. Auch das widerspricht dem bundesweiten Trend, in dem die Zahlen flächendeckend rückgängig sind. Schönberger sieht einen Grund für die Entwicklung in den unterstützenden Netzwerken der Arbeitsagentur, der Berufskollegs und dem Jobcenter. Auch die Medien haben einen guten Einfluss.

115 freie Ausbildungs- und Praktikantenstellen gibt es derzeit im Handwerk in den Kreisen Soest, Unna und Hamm direkt zu vergeben. Wer Interesse daran hat, kann sich an die Betriebe oder die Agenturen wenden. Jugendliche haben zu jeder Zeit die Möglichkeit, beispielsweise in einem Praktikum die Arbeit und die Betriebe kennenzulernen und um zu gucken, ob der Beruf für sie überhaupt geeignet ist. 

Oliver Schmale, Leiter der Arbeitsagentur Meschede-Soest erklärt, dass ein Studium nach dem Abitur kein Automatismus sein muss. „Eine Ausbildung hat viele Vorteile. Vor allem der praktische Aspekt ist zu berücksichtigen. Und auch ein Aufenthalt im Ausland sei durchaus während einer Ausbildung möglich, erklärt Schönberger. Die Chancen in diesem Ausbildungsjahr noch einzusteigen stehen ebenfalls gut. „Es gibt mehr Stellen als Bewerber. Das ist aus Bewerbersicht natürlich gut.“ Während es 2018 noch 2080 neue Stellen gab, waren es 2019 schon 2236 – eine Steigerung um 7,5 Prozent.

Ein positives Beispiel für einen handwerklichen Betrieb in der Region ist der Meisterbetrieb des gestrigen Gastgebers Clemens Köhler. „In meinem Unternehmen, aber auch im Raumausstatter-Handwerk allgemein, brauchen wir heute und morgen immer mehr junge Menschen, die ihre Chance im Handwerk erkennen und nutzen“, sagt er. Köhler beschäftigt in seinem Unternehmen sechs Mitarbeiter. Darunter befindet sich eine Auszubildende zur Raumausstatterin. Für das nächste Jahr sucht er noch einen Auszubildenden für die Polsterei. „Das Verhältnis von fünf Angestellten zu einer Auszubildenden ist sehr gut. Der Standard ist neun zu eins“, lobt Oliver Schmale. 

Zudem ist Köhlers Betrieb einer von Zwölfen, die die Meisterpflicht wieder einführen. Das heißt, Handwerker dürfen nur selbstständig werden, wenn sie den Meisterbrief vorweisen können.

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