In Senioreneinrichtung

Arzt impft erste Enser

Helena Fiedler, Mitarbeiterin im sozialen Dienst des Wohn- und Pflegezentrums, wird von Gisbert Plattfaut geimpft.
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Helena Fiedler, Mitarbeiterin im sozialen Dienst des Wohn- und Pflegezentrums, wird von Gisbert Plattfaut geimpft.

Die ersten Impfungen gegen das Coronavirus im Provita Wohn- und Pflegezentrum in Bremen sind erledigt. Der Bremer Mediziner Dr. Gisbert Plattfaut impfte am Freitagnachmittag 102 Bewohner und Mitarbeiter. Arzt und Einrichtungsleitung berichten von einem reibungslosen Ablauf.

Bremen - Dabei begann alles „total witzig“, sagt Einrichtungsleiterin Sabine Kaiser-Schöneberg. „Der Impfstoff wurde um 8.10 Uhr von einem Mann geliefert, ohne großes Bohei“, hatte man in der Einrichtung mehr erwartet. Gegen halb 10 habe schließlich die Polizei angerufen und gefragt, wann denn der Impfstoff geliefert werde. Dort sei man bemüht, dabei zu sein, wurde Kaiser-Schöneberg erklärt.

Rund zwei Stunden hat Dr. Gisbert Plattfaut benötigt, um alle Personen zu impfen. „Die Vorbereitung war sehr gut“, sagt der Arzt. In der Cafeteria der Einrichtung sei ein separater Kühlschrank aufgestellt worden, der zur Zwischenlagerung des Impfstoffs diente. 46 Bewohner und 56 Mitarbeiter wurden geimpft. 90 Personen hatte die Einrichtung dem Gesundheitsamt im Vorfeld gemeldet. Statt der berechneten fünf Dosen lassen sich pro Fläschchen allerdings zumeist sechs Dosen des Impfstoffes generieren. Eine Dosis umfasst 0,3, ein Fläschchen 1,8 Milliliter. Durch Adhäsion der Flüssigkeit an der Glaswand der Fläschchen bleiben jedoch unterschiedliche Überstände nach Entnahme der regulären fünf Dosen. Plattfaut hat es geschafft, aus jedem der 17 gelieferten Fläschen eine sechste Dosis zu generieren, sodass statt 90 am Ende 102 Personen geimpft werden konnten. Warum statt der 18 bestellten Fläschen nur 17 geliefert wurden, konnte Sabine Kaiser-Schöneberg nicht endgültig beantworten. Sie mutmaßte, dass die sechste Dosis in einigen Fällen vielleicht schon miteingeplant worden sei.

Schokolade und Dankesschreiben

„Es ist wirklich nur ein kleiner Pieks“, sagt Kaiser-Schöneberg, die ebenfalls geimpft worden ist. Sie hatte für ihre geimpften Mitarbeiter Schokolade besorgt und ein Dankesschreiben verfasst –schließlich sei die Impfung sehr wichtig. „Dr. Plattfaut hat einen guten Job gemacht“, lobte Kaiser-Schöneberg, „trotz der schnellen Abfolge hatte er für alle Bewohner noch ein paar nette Worte parat.“

Bei dementen Bewohnern, davon werden in der Bremer Einrichtung mehrere betreut, habe es im Vorfeld die Einwilligung der Betreuer oder Angehörigen gegeben. Je nach Ausprägung der Krankheit sei eine Erklärung oft hinfällig, deshalb sei der Umgang des Arztes mit den Patienten wichtig, sagt Kaiser-Schöneberg.

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