Archäologen stoßen in Höinger Baugebiet auf Bodendenkmäler

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Akribisch hatten die Archäologen in Ense zuletzt Anfang des Jahres in Bremen gegraben. Auf 400 Funde waren sie gestoßen.

Höingen – Die Archäologen des Landschaftsverbandes mit Sitz in Olpe sind bei Baggersondagen im zukünftigen Baugebiet „Höinger Heide IV“ auf Funde gestoßen, die eine genauere Untersuchung des Areals erforderlich machen.

Das hat Enses Beigeordneter Andreas Fresen am Donnerstag im Planungs- und Umweltausschuss mitgeteilt.

Zudem wies er die Politiker auf die daraus resultierenden Konsequenzen hin: Die Häuslebauer werden mindestens ein weiteres Vierteljahr warten müssen, ehe Bagger die ersten Baugruben ausheben können. Zudem verteuern sich die Grundstücke. 

Denn bezahlen muss die Untersuchung die Gemeinde als Vorhabenträger, die sich ihrerseits das Geld aber bei der Veräußerung der Grundstücke von den Käufern wiederholt. Eine entsprechende Fachfirma, die die Grabungen in der „Höinger IV“ vornimmt, sei bereits beauftragt, und werde in Kürze – möglicheweise schon kommende Woche – in Höingen anrücken. Die Ausgaben dafür beziffert Andreas Fresen im gut fünfstelligen Bereich.

Und im Ausschuss fühlte sich mancher an die Vorkommnisse am Gerlinger Notweg erinnert. Auch dort hatten zu Jahresbeginn die Archäologen das Sagen. Sie stießen auf 400 Funde, die belegten, dass am Nordrand von Bremen schon vor 7 000 Jahren Menschen Häuser gebaut hatten. Die Kosten der Grabungen beliefen sich damals auf 98.000 Euro, die die Gemeinde übernehmen musste, aber ankündigte, diese auf die Häuslebauer umzulegen. Die ans Tageslicht geförderten Scherben landeten später im Magazin des LWL. 

Dass sich diese Geschichte nun exakt in Höingen aber nicht wiederholt, darauf wies Professor Dr. Michael Baales, Leiter der Außenstelle des Landschaftsverbandes in Olpe, gestern auf Anzeiger-Nachfrage hin. Denn die Funde seien nicht identisch mit denen aus Bremen, sondern „ein paar tausend Jahre jünger“. Sie wiesen auf eine eisenzeitliche Ansiedlung hin. Und gesetzliche Vorgaben verpflichteten dazu, solche Bodendenkmäler zu sichern. Insofern gebe es zu den archäologischen Arbeiten keine Alternative. 

Zudem sei es Aufgabe der Archäologie, die „Fortschreibung der Siedlungsgeschichte in der Region“ zu leisten. Selbst dann, wenn innerhalb einer Gemeinde möglicherweise Fundstücke aus derselben Zeit zu Tage gefördert würden.

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