Anwohner befürchten Gülletourismus in Ense-Lüttringen

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Unweit des Heiligenhäuschens soll der Güllebehätler entstehen. Deshalb laden die Lüttringer dorthin zu einer Informationsveranstaltung am Donnerstag ein.

Lüttringen – Der geplante Güllebehälter am vorgesehenen Standort nahe der K 30 stößt in Lüttringen auf Ablehnung. So befürchtet man im Ort nicht nur eine optische Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch das Bauwerk, sondern vor allem einen bevorstehenden „Gülletourismus“.

Das hat im Namen von Anwohnern im Gespräch mit dem Anzeiger Alfred Bieker erklärt. Und vor diesem Hintergrund trifft man sich am  Donnerstag, 27. Juni, um 18.30 Uhr am Heiligenhäuschen unweit der Schützenhalle, um sich direkt vor Ort über das Vorhaben auszutauschen. 

Ausdrücklich eingeladen, so Alfred Bieker, seien neben den Lüttringern auch Politik und Verwaltung sowie der Antragsteller für den Güllebehälter. Möglicherweise, so Alfred Bieker, könne der Landwirt das Projekt aus seiner Warte erläutern und vorhandene Befürchtungen im besten Falle ausräumen. 

Auf der anderen Seite wolle man ihm die Sorgen vortragen, die sich für die Lüttringer mit dem Bau des Güllehälters an der geplanten Stelle verbinden.

Und zumindest in einem Punkt konnte Bürgermeister Hubert Wegener auf Anzeiger-Nachfrage im Dorf kursierende Informationen bestätigen: So liegt im Rathaus eine Bauvoranfrage des betreffenden Landwirts auf Errichtung eines Rinderstalls für 80 Tiere vor, der in der Nähe dessen Hofes entstehen soll.

Wobei die Anwohner neben der Lage des geplanten Güllebehälters auch dessen Ausmaße beunruhigen. Mit 2.000 Kubikmeter Fassungsvermögen sei er zweieinhalb Mal so groß wie das große Schwimmbecken im Werler Hallenbad. „Das verdeutlicht vielleicht am eindrucksvollsten die Dimension.“ 

Und um diesen Behälter auch füllen zu können, müssten reichlich Fahrzeuge den Standort anfahren, um die angelieferte Gülle später dann von dort aus auf die Felder des Landwirts rund um Lüttringen verteilen zu können. Das, so Alfred Bieker, werde ganz nebenbei auch die Straßen in Mitleidenschaft ziehen, den Schulverkehr beeinträchtigen. Gar nicht vorstellen mag sich Alfred Bieker obendrein zukünftig die Prozession nach „Haus Füchten“, wenn am Heiligenhäuschen unweit des Güllebehälters die Gläubigen zum Gebet Station machen werden.

Mit Blick in Richtung Soester Kreisverwaltung, die nach Einschätzung der Rathausspitze in Ense das Einvernehmen trotz Protesten und Bedenken vor Ort erteilen wird, rufen die Lüttringer in Erinnerung, dass es bereits Güllebehälter in der Nähe des jetzt ins Auge gefassten Standorts seitens eines anderen Landwirts gibt. Dies sollte man bei den bevorstehenden Messungen von Emissionen berücksichtigen.

Bekanntlich wird der Rat am 2. Juli über das Vorhaben diskutieren. Bis dahin hofft man in der Politik, dass der antragstellende Landwirt in Punkto Standort mit sich reden lässt. Allerdings, so die Auskunft aus dem Rathaus, sei das Vorhaben auch in der jetzt beantragten Form „zustimmungspflichtig“. Würde die Gemeinde also ihr Nein erklären, würde es der Kreis Soest durch ein Ja ersetzen. Wobei die Frage der Zuwegung noch einen „Stolperstein“ darstellen könnte, wie Enses Beigeordneter Andreas Fresen am Samstag im Anzeiger erklärt hatte.

Der Landwirt hatte im Gespräch mit dem Anzeiger unterstrichen, sich im Vorfeld des Antrags viele Gedanken um den Standort gemacht zu haben. Und er ist überzeugt, dass der von ihm gewählte Platz der günstigste für Lüttringen insgesamt sei. Dennoch ist er gesprächsbereit. So will er sich in dieser Woche beraten lassen, was eine Verlagerung des Standorts angehe und gegebenenfalls vor der Ratssitzung am 2. Juli seine Entscheidung bekannt geben. Mit Blick auf die Optik ist ihm wichtig, dass das von ihm favorisierte Areal von Bremen kommend durch eine Hecke verdeckt sei.

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