Vom alten Pferdeanhänger zur Bar

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Gemeinsam mit ihrem Vater, dem Kfz-Mechatroniker-Meister Franz Schulte hat Judith Kobeloer aus einem alten Pferdeanhänger eine Bar gebaut.

Oberense – Wo einst englische Rassepferde wieherten, können heute fruchtige Cocktails gemixt werden. Aus einem alten Pferdeanhänger haben Judith Kobeloer und Vater Franz Schulte aus Oberense eine mobile Bar gezaubert – mit viel Liebe zum Detail.

Seit Oktober 2019 kann die „Blech Beauty Bar“ für Veranstaltungen – Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeiern und Co. – gemietet werden. Und das Geschäft ist gut angelaufen, bis die Corona-Krise ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

„Seit November“, sagt Judith Kobeloer, habe die Bar nicht mehr geöffnet. Zunächst war sie in der Winterpause, dann kam die Virus-Pandemie dazwischen. „Viele Veranstaltungen wurden abgesagt“, erklärt Judith Kobeloer, der erste Einsatz der Bar wäre im April gewesen. „Jetzt wurden wir für private Veranstaltungen, viele Geburtstage, angefragt.“ 

Vater-Tochter-Projekt

Die Bar ist ein Vater-Tochter-Projekt. Für die eigene Hochzeit im vergangenen Juli suchte die nebenberufliche Hochzeitsfotografin etwas Besonderes. „Da ich viel auf Hochzeiten unterwegs bin, sehe ich viele Ideen. Und ich wollte nicht die Braut mit der 20. Candybar sein“, sagt Judith Kobeloer.

Im Februar 2019 hatte sie auf der Online-Plattform Pinterest etwas ähnliches gesehen. „Da habe ich mir die Idee in den Kopf gesetzt.“ Kurze Zeit später ersteigerte die mittlerweile 29-Jährige einen mehr als 30 Jahre alten Pferdeanhänger für rund 700 Euro im Internet. Mit der Fähre und Vater Franz Schulte holten sie den Anhänger aus England nach Deutschland. „Anhänger auf Anhänger“, sagt Franz Schulte.

Denn der Pferdeanhänger hatte keine gültigen Papiere mehr und durfte auf deutschen Straßen nicht mehr unterwegs sein. Gut, dass Franz Schulte Kfz-Mechatroniker-Meister ist. In seiner Werkstatt in Ostönnen haben sich Judith Schulte und ihr Vater an die Arbeit gemacht. „Das ganze Fahrwerk musste ersetzt werden“, erklärt Franz Schulte. „Der Anhänger entspricht auch keinen Standardmaßen, da musste man manchmal schon kreativ sein.“ 

„Papa war für die Technik zuständig, ich für das Design“, sagt Judith Kobeloer im Gespräch mit dem Anzeiger und lacht. Erster Einsatz Den ersten Einsatz hatte die mobile Bar dann tatsächlich auf Judith Kobeloers eigener Hochzeit. „Der Anhänger kam super an, die Hochzeitsgesellschaft stand quasi die ganze Zeit drumherum“, sagt sie. 

Schnell war auch die Idee geboren, den Anhänger anschließend zu vermieten. Für 350 Euro kann die „Blech Beauty Bar“ für ein ganzes Wochenende ausgeliehen werden, 260 Euro kostet ein einzelner Tag. Ein Kühlschrank für Getränke, sechs Steckdosen, Beleuchtung und drei Barhocker gehören dazu. „Wir vermieten den Anhänger leer, sodass jeder das machen kann, was er möchte“, sagt Judith Kobeloer. Dekoration kann alternativ dazu gemietet werden. Jetzt möchte sie auch anfangen, ihr Lieblingsprojekt zu bewerben – in den sozialen Medien gibt es den Anhänger schon.

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