Ärger über Konto-Gebühren: Parteien, Kegelklubs und Mannschaften müssen jetzt zahlen

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Seit dem 1. April sind mehr Konten bei der Volksbank kostenpflichtig.

Die Volksbank Hellweg hat zum 1. April viele kostenlose VR „Mein Verein“-Konten in Geschäftskonten samt Gebühren überführt. Zwar bleiben eingetragene und gemeinnützige Vereine gebührenfrei, aber Konten von Kegelklubs, Klassenkassen und ähnlichen nicht gemeinnützigen BGB-Gesellschaften (Gesellschaften bürgerlichen Rechts) werden ab sofort zur Kasse gebeten.

Bremen - Davon betroffen sind auch die Konten des Ortsvereins der Grünen sowie der Bürgergemeinschaft (BG). Die Lokalpolitiker ärgern sich über die Kontoanpassung, haben sich mittlerweile mit der Volksbank auf ein günstigeres Kontomodell verständigt.

Ärger über Konto-Gebühren: Ehrenamtliche Arbeit nicht mehr kostenfrei

Die Volksbank fährt auf der einen Seite stabile Milliardengewinne ein und auf der anderen Seite ist die ehrenamtliche Arbeit nicht mehr kostenfrei, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Stefani Konstanti. Sie verweist auf eine Mitteilung des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Diese haben im Corona-Jahr 2020 einen vorläufigen Jahresüberschuss von 2,1 Milliarden Euro gemeldet. Im Vorjahr hatten die Genossenschaftsbanken demnach 2,2 Milliarden Euro verdient.

Da der Ortsverband (OV) der Grünen aus Gründen der Buchhaltung mit zwei Konten bei der Volksbank Kunde ist, OV-Konto und das Konto der Fraktion sind voneinander getrennt, fallen doppelte Gebühren an, sagt Stefani Konstanti. „Im Vergleich zu den wenigen Kontobewegungen sind die Gebühren viel zu hoch.“ Und das sei auch nach dem Entgegenkommen der Volksbank noch der Fall. Diese hat den Grünen angeboten, von einem Geschäftskonto mit Kontoführungsgebühren von 8,50 zuzüglich Gebühren, unter anderem für Überweisungen, Lastschriften und Bargeldabhebungen, in ein Giro-Konto mit lediglich monatlichen Gebühren in Höhe von 6,90 Euro zu wechseln.

„In begründeten Fällen kann von unseren generellen Regeln abgewichen werden und eine individuelle Lösung gefunden werden“, sagt Volksbank-Mitarbeiterin Laura Wille. Beispielsweise könne bei geringeren Umsätzen die Gebühr für ein Privatkonto vereinbart werden. Auch bei der BG hat die Volksbank auf Nachfrage eingelenkt, erklärt Kassierer Horst Schlitt. Als eingetragener Verein muss die Kreis-BG keine Kontoführungsgebühren zahlen und kann das neue VR-Mein-Verein-Modell benutzen, sagt er. Der Bürgergemeinschaft vor Ort sei hingegen dasselbe Modell wie den Grünen angeboten worden.

Laura Wille fasst die Veränderungen bei den Vereinskonten wie folgt zusammen: Vereinskonten für gemeinnützige Vereine und Institutionen waren und bleiben gebührenfrei, somit auch alle Sport-, Musik-, Schützenvereine, Chöre und Fördervereine. „Damit leisten wir weiterhin unseren Beitrag als Bank für die Region“, so Wille. Das neue kostenfreie Kontomodell heißt VR-Mein-Verein.

Ärger über Konto-Gebühren: Rund 500 Vereine weiter gebührenfrei

Rund 500 Vereine profitieren weiter von der Gebührenbefreiung. Ebenfalls kostenfrei bleiben Kirchen und Stiftungen. Konten von Parteien, Verbänden, Jagdgenossenschaften und anderen Gesellschaften mit gewerblichem Charakter werden zukünftig als Geschäftskonto geführt und somit bepreist. Konten von Privatpersonen, Kegelklubs, Klassenkassen, Jahrgangskassen, Mannschaftskassen und ähnlichen nicht gemeinnützigen BGB-Gesellschaften mit privatem Charakter werden zukünftig ebenfalls bepreist, als VR-Giro oder VR-Giro-Komfort geführt.

Für Stefani Konstanti passt die Anpassung der Kontomodelle gerade für die betroffenen Ehrenamtler nicht zum genossenschaftlichen Modell der Volksbank. Sie rät Betroffenen, aktiv auf die Bank zuzugehen, um nicht sämtliche Gebühren zahlen zu müssen.

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