Urteil am Amtsgericht

Wiederholungstäter muss acht Monate in Gefängnis - Kunden um vierstelligen Betrag betrogen

Ein 54-jähriger Enser muss für acht Monate ins Gefängnis.
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Ein 54-jähriger Enser muss für acht Monate ins Gefängnis.

Für acht Monate muss ein 54-jähriger Enser ins Gefängnis, weil er im vergangenen Jahr einen Kunden um 1130 Euro betrogen hat. Zur ersten Verhandlung im Juni war der Angeklagte nicht beim Amtsgericht in Werl erschienen. Nun wurde er von der Polizei vorgeführt.

Bei einem Unternehmer aus Fröndenberg sollte der Enser am Haus eine Terrasse errichten. Der Zeuge hatte im März 2019 eine Online-Anzeige aufgegeben, auf die sich der 54-Jährige meldete. Nach telefonischen Gesprächen verabredeten sich die Parteien. „Er ist zweimal gekommen und hat ausgemessen. Für mich machte er einen fachlich kompetenten Eindruck“, sagte der Fröndenberger aus.

Weil der Enser angeblich schon schlechte Erfahrungen mit anderen Kunden gemacht habe, forderte er für das Material einen Vorschuss in Höhe von 1130 Euro. An zwei verschiedenen Tagen hat er das Geld entgegengenommen, dann brach der Kontakt ab – auf Handy-Nachrichten sowie E-Mails antwortete er nicht mehr.

Der Fröndenberger nahm Kontakt zur Ex-Frau auf, die ihm dann von ähnlichen Betrugsfällen berichtete. Beim Werler Baustoffunternehmen erfuhr er, dass der Angeklagte zwar ein Konto besitzt, aber schon länger keine Waren bestellt hat. Eine schriftlich gestellte Frist hat der Enser nicht eingehalten, sodass Anzeige erstattet wurde.

Keine Anrufe oder Nachrichten

Der Angeklagte gab den Vorgang zu. Jedoch sagte er aus, dass er immer vorhatte, dem Fröndenberger das Geld zurückzuzahlen. „Ich habe mein Handy gewechselt und wollte ihm meine neue Nummer mitteilen. Aber ich konnte ihn nicht erreichen“, erklärte er vor Gericht. Er sei sogar zu ihm nach Föndenberg gefahren, ohne ihn anzutreffen. Der Geschädigte: widersprach„Ich habe keine Anrufe oder Nachrichten von ihm erhalten.“

Die Bewährungshelferin berichtete von einem Chaos: „Er ist überschuldet und hat den Überblick über seine finanzielle Situation verloren.“ Die Hilfe bei der Schuldnerberatung habe er nicht angenommen. „Haftstrafen konnte er immer abwenden, weil er kurzfristig Geld aufgetrieben hat“, sagte sie aus. Er soll spielsüchtig sein und dadurch viel Geld verloren haben.

Richterin und Staatsanwaltschaft stimmen überein

Der Angeklagte hat bereits mehrere Vorstrafen – immer wieder mit der gleichen Betrugsmasche. Die letzte Straftat war sogar in der Bewährungszeit. Richterin und Staatsanwaltschaft waren sich einig darüber, dass der Angeklagte gelogen hat. „Was sie hier sagen, ist eine Schutzbehauptung“, so die Staatsanwältin. Die Richterin stellte bei der Urteilsverkündung klar: „Wir können hier nichts Strafmilderndes vorfinden.“

Neben der Freiheitsstrafe wurde angeordnet, dass die 1130 Euro eingezogen werden. 

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