Wolfgang Geisler wird SPD-Bürgermeister-Kandidat

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Wolfgang Geisler (mit Rose) tritt als Bürgermeisterkandidat an. Der Ortsvereinsvorsitzende Dr. Stefan Rux (vorne dritter von links) und der Fraktionsvorsitzende Edwin Morch (vorne rechts) stellten den parteilosen Diplom-Verwaltungswirt als Bürgermeister-Kandidat der SPD vor.

BAD SASSENDORF -  Wolfgang Geisler will sich als Kandidat der SPD um den Chefposten im Bad Sassendorfer Rathaus bewerben. Gestern stellten die Sozialdemokraten ihren Bürgermeisterkandidaten vor.

Punkten will der parteilose Geisler insbesondere in der Frage, welches Trinkwasser in den Ortsteilen Sassendorf, Lohne und Heppen künftig aus den Hähnen kommt. Er werde sich nachdrücklich dafür einsetzen, dass auch künftig das weiche Wasser der Stadtwerke Soest geliefert wird, kündigte Geisler an.

In der Trinkwasserfrage prangerte der 62-Jährige insbesondere die bisherige Vorgehensweise an. So sei der Bürgerwille nicht berücksichtigt worden, man habe 3 600 Einwohner vor den Kopf gestoßen: „Das war ein unakzeptabler Umgang mit dem Bürgerwillen, da war ich nicht enttäuscht, da war ich entsetzt“, sagte Geisler anlässlich seiner Vorstellung als Kandidat im SPD-Parteibüro in der Wasserstraße.

Akzente setzen möchte der Diplomverwaltungswirt generell in Sachen Bürgerbeteiligung. „Hand in Hand mit den Bürgerinnen und Bürgern“: So formulierte er das Leitziel für seine Kandidatur. „Wir müssen mehr Transparenz bei den Entscheidungsabläufen schaffen und die Bürgerschaft beteiligen“, erklärte er, „nur so kann Politikverdrossenheit bekämpft werden.“

Dass die Trinkwasserfrage bei der Kommunalwahl am 25. Mai im Kurort eine entscheidende Rolle spielen werde, davon zeigte sich der Ortsvereinsvorsitzende Dr. Stefan Rux überzeugt. Zugleich erinnerte er daran, dass die SPD als einzige Fraktion im Gemeinderat gegen die Vergabe der Trinkwasserkonzession an die Gemeindewerke gestimmt habe.

Dass man mit dem Diplom-Verwaltungsfachwirt einen hervorragenden Kandidaten gefunden habe, bekräftigte der Fraktionsvorsitzende Edwin Morch: „Wolfgang Geisler ist für uns ein Glücksfall: Er kennt die Verwaltung in Bad Sassendorf, er hat als Fachbereichsleiter Führungsaufgaben übernommen, und er ist parteilos.“ Mit Blick auf den letzten Aspekt kündigte die SPD zudem Gespräche mit der BG und der FDP bezüglich einer möglichen Unterstützung an.

Anlässlich seiner Vorstellung äußerte Geisler sich zudem zu einigen wichtigen Themen. Für die künftige Entwicklung von Tourismus und Gewerbe will Geisler auf die bessere Einbeziehung der Handelnden setzen. Zugleich bekräftigte er die Bedeutung des Thermalbads. Er wies aber auch darauf hin, dass für das Tagungszentrum und das Thermalbad jährlich ein Zuschussbedarf von einer halben Million Euro besteht. Während seiner Zeit als Fachbereichsleiter habe er sich intensiv mit dem Stadtmarketing der zweiten Generation, einem Förderprogramm des Landes, auseinander gesetzt. Als ein Ergebnis müsse es darum gehen, zum Beispiel die Alleinstellungsmerkmale des Ortes heraus zu arbeiten. Der Generationenspielplatz biete hier viel Potenzial, und wenn sich die geplante Salzwelten-Ausstellung in diese Richtung entwickle, wäre dies hervorragend.

Mit Blick auf seine Tätigkeit im Sassendorfer Rathaus hob Geisler unter anderem seine Erfahrungen in der Verwaltung der Feuerwehr hervor. So habe er in dieser Zeit allein sieben Fahrzeuge für die Wehr beschafft. Auch für die Zukunft müsse es das Ziel sein, die hohe Motivation der Kameraden zu erhalten.

Nach der Vorstellung Geislers als SPD-Bürgermeisterkandidat steht noch die offizielle Kandidatenkür durch die Mitgliederversammlung an. Termin hierfür ist am Montag, 24. Februar. In dieser Versammlung soll zudem das kommunalpolitische Grundsatzprogramm der SPD für die nächste Wahlperiode verabschiedet werden.

Beruflicher Werdegang

Diplom-Verwaltungswirt Wolfgang Geisler (62 Jahre) hat die Kommunalverwaltung von der Pike auf erlernt und verschiedene Fachbereiche durchlaufen. Bei der Stadt Soest war er von 1978 bis 1997 unter anderem für das Haupt- und Personalamt zuständig und hat das Büro des Bürgermeisters begleitet. Zudem war er mit der Einführung neuer Steuerungsmodelle in der Verwaltung und dem Aufbau neuer und moderner Strukturen betraut. Mit dem Wechsel zur Gemeindeverwaltung Bad Sassendorf im Jahre 1997 war er hier für die Neustrukturierung der Verwaltung in Fachbereiche und den Aufbau des Bürgerbüros zur Verbesserung des Bürgerservices zuständig. Zuletzt war er als Leiter des „Fachbereichs zwei Service“ unter anderem für die Feuerwehr und die Schulen zuständig. Geisler wechselte am 1. August als Gemeindeoberamtsrat 2012 in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Nach fast zwei Jahren im Ruhestand reize ihn die Aussicht, wieder gestaltend tätig zu werden, so der Kandidat. Geisler ist verheiratet und hat zwei Kinder. - tbg

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