Wohnungsbau: „Für Arme und für Reiche“

+

Bad Sassendorf - Der Bericht über den Vermarktungsstart zweier Projekte zum Bau hochwertiger Eigentumswohnungen hat unter anderem in Internetkommentaren einige Reaktionen ausgelöst.

Häufig wird hier die Meinung geäußert, somit werde durch Investoren weiterhin nur für Reiche gebaut (siehe auch den Leserbrief auf dieser Seite). Dagegen weist Bürgermeister Malte Dahlhoff, der sich ebenfalls zu Wort gemeldet hat, darauf hin, dass im Kurort aktuell mehrere Vorhaben aus dem Bereich Sozialer Wohnungsbau durchgeführt werden. Es werde eine Menge für nicht so wohlhabende Einwohner getan.

Auch bezüglich des Lohofes gebe es entsprechende Vorgaben. So sei Investor Dieter Schädel vertraglich verpflichtet, auf dem Lohof zwölf Wohneinheiten für besondere Wohnformen – etwa für Studenten, Alleinstehende oder Alleinerziehende – umzusetzen. Diese zwölf Wohneinheiten seien auch über alle Neubauten zu verteilen, so dass sie nicht etwa allein im Bereich der denkmalgeschützten Scheune angesiedelt werden können. Zudem sollen diese Verpflichtungen auch im Grundbuch eingetragen werden, damit sie bei einem Verkauf der Wohneinheiten weiterhin zum Tragen kommen. Außerdem müsse Schädel drei der Baugrundstücke für Eigenheime der Gemeinde überlassen, die diesen Baugrund dann über Vergabekriterien wie am Landerpfad für junge Familien anbieten werde.

Zudem habe die Gemeinde an mehreren Stellen geförderten Wohnraum nach den Vorgaben des Sozialen Wohnungsbaus durchgesetzt, so Dahlhoff. Diese Wohnungen mit 20 bis 25 Jahren Zweckbindung richteten sich an Menschen mit Grundsicherung, mit anerkanntem Asylantrag oder mit Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Im Zuge dieses sozialen Wohnungsbaus entstehen derzeit 16 Einheiten an der Ahornstraße, die allesamt barrierefrei und zum Teil sogar rollstuhlgerecht gebaut werden. Ebenso ist am Neuen Weg im Bereich des Wohngebiets Landerpfad ein Mehrfamilienhaus mit acht Sozialwohnungen im Bau. Des Weiteren verwies Dahlhoff auf das Wohnbauprojekt an der Mörikestraße, wo vor allem Wohnraum für alleinstehende Ältere errichtet wird. Dies sei auch als Reaktion auf die insbesondere Frauen drohende Altersarmut zu verstehen.

Weil in den nächsten zehn Jahren bei der Hälfte der vorhandenen Sozialwohnungen nach 20 bis 25 Jahren die Zweckbindung sozialer Wohnungsbau entfällt, sei die Gemeinde zudem bemüht, hier durch geförderte Modernisierung und den Einbau von Aufzügen erneut eine Zweckbindung als Sozialer Wohnungsbau zu erreichen.

NRW-weit sei inzwischen festzustellen, dass die Bevölkerung entgegen früherer Prognosen nicht schrumpft, sondern wächst. Inzwischen sei zwar zu beobachten, dass der lange vernachlässigte soziale Wohnungsbau Dank öffentlicher Förderung von 15 bis 20 Prozent wieder auflebt. Laut NRW-Bank werde angesichts der knappen Zahl an Wohnungen und der teils deutlich steigenden Mieten aber immer noch zu wenig gebaut. Dahlhoff: „Da, wo wir als Gemeinde etwas tun können, da handeln wir auch.“

Investor: B-Plan ist rechtskräftig

Derweil hat sich auch Investor Dieter Schädel in der Redaktion gemeldet und ein Schreiben der Gemeinde vom 31. Januar vorgelegt. Danach ist der Bebauungsplan für den Lohof inzwischen rechtskräftig. Die vertraglich vereinbarten Fristen würden mithin beginnen zu laufen, so die Gemeinde. Zu verschiedenen Aspekten des Vertrages empfiehlt der Bürgermeister dem Investor in dem Schreiben zudem, Ortstermine mit den beteiligten Stellen kurzfristig durchzuführen, um insbesondere die Bauzeiten und die naturschutzfachlichen und denkmalrechtlichen Belange zu besprechen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare