Wirksame Maßnahmen für eine Verkehrsberuhigung gefordert

Anwohner beklagen Raserei auf dem Spindelpfad

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Bitte 30 fahren! Darum bitten Heidemarie Jarmuth und Elena Mut alle Autofahrer auf dem Spindelfahrt.

Bad Sassendorf – „Das Problem überhöhte Geschwindigkeit auf dem Spindelpfad ist eine unendliche Geschichte.“ So äußern sich einige Anwohner der Straße, und bekräftigen, dass sie sich mit ihren Sorgen um die Verkehrssicherheit im Stich gelassen fühlen.

Ältere Menschen trauten sich kaum über die Straße, Kinder hätten Angst vor zu schnell fahrenden Autos, behaupten sie. „Seit mehr als 20 Jahren versuchen wir, die Gemeinde für die Verkehrssituation in unserer Straße zu sensibilisieren“, sagt Heidemarie Jarmuth. „Die Straße ist eine ausgewiesene Tempo 30-Zone und gehört zum Kurbezirk.“ Leider würden sich viele Autofahrer nicht an diese Vorgabe halten und kräftig aufs Gaspedal treten. Sporadische Tempomessungen bringen den Anwohnern zufolge nichts, weil der Messwagen bekannt ist und regelmäßig an übersichtlicher Stelle stehe.

Im Dezember 2011 sei vom Kreis Soest eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 54,8 km/h festgestellt worden, die damit deutlich über dem zulässigen Tempo 30 liege, sagt Knut Hüsecken. Der Kreis Soest, Abteilung Straßenwesen, hatte Hüseken in seinem Schreiben mitgeteilt, dass die Gemeinde über die Messergebnisse informiert würden, verbunden mit der Anregung, eine dauerhafte Senkung des Geschwindigkeitsniveaus durch bauliche Maßnahmen wie wechselseitige Fahrbahnverengungen oder Bodenwellen zu erreichen.

Die Verengung mit Blumenkübel und Baken wurde eingerichtet, brachte mit drei Baken auch die ersehnte Beruhigung. Weil die dritte, zur Straßenmitte stehenden Bake wieder weggenommen wurde, sei der bremsende Effekt aber wieder aufgehoben worden, sagt Heidemarie Jarmuth. Die Anwohner vermuten, dass die Anlieger der Nebenstraßen nicht mit der Verengung durch einverstanden waren.

Anwohnerinnen bezahlten Schilder und Bepflanzung

Diese Argumente führte sie auch in einem Schreiben im Namen der Anwohner des Spindelpfades an alle Ratsfraktionen der Gemeinde Bad Sassendorf an. Des Weiteren machten sie auf Lärm- und Abgasemmissionen sowie Schäden an den Häusern durch Risse aufmerksam. Zwei Anliegerinnen hätten sich zudem bereit erklärt, die Kosten von zwei Tempo 30-Schildern und die Bepflanzung der Betonkübel zu übernehmen.

Leider habe sich gezeigt, so hieß es in dem Brief an die Fraktionen, dass durch die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge bei der Pflege der Pflanzschalen sowie auch bei den die Straße begleitenden Beeten immer wieder gefährliche Situationen entstehen, da der bremsende Effekt durch die dritte Barke fehle. Die Gemeinde investiere viele Millionen, um Kurpark, Thermalbad und Gradierwerk zukunftsfest zu gestalten. Zu einem Kurort gehöre allerdings auch eine umweltgerechte Verkehrssituation für Lebensqualität. Deshalb müssten endlich nachhaltige Maßnahmen ergriffen werden. Anderenfalls werden man sich an übergeordnete Institutionen wie den Petitionsausschuss im Düsseldorf wenden.

Das Thema sei im Bauausschuss im nichtöffentlichen Teil beraten worden, kritisieren die Anwohner. Auf einen Ortstermin sei verzichtet worden. Dabei hätten die Anwohner dann die Situation eindringlich schildern können. Sie haben nun Schilder und Bepflanzungen auf eigene Kosten beigesteuert, sie pflegen die Blumenkübel und die Randstreifen. Dass sie kein Entgegenkommen von der Gemeinde bekommen und stattdessen die seit Jahrzehnten bekannten Statements lasse die Verbitterung wachsen, machten die Anwohner deutlich.

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