Verarbeitung von Äpfeln zu Saft hat jetzt Hochsaison

Wie der Apfel in die Flasche kommt

Jede Menge Äpfel verarbeitet das Fruchtwerk Milke in der Hochsaison. Angeliefert werden sie von den Obstbaubetrieben und von Privatleuten, so wie hier von den Kindern der Kindertagespflege „Bullerbü“ aus Allagen.
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Jede Menge Äpfel verarbeitet das Fruchtwerk Milke in der Hochsaison. Angeliefert werden sie von den Obstbaubetrieben und von Privatleuten, so wie hier von den Kindern der Kindertagespflege „Bullerbü“ aus Allagen.

Knackig frisch und von der Sonne verwöhnt: Einen Sommer lang sind die Äpfel und Birnen auf den Bäumen in der Börde herangereift, nun läuft die Ernte an. Viele Äpfel und Birnen gehen direkt in den Verkauf, viele werden aber auch zu Saft verarbeitet. Und wie der Apfel vom Baum in die Flasche kommt, zeigt ein Besuch im „Fruchtwerk Milke“.

Bad Sassendorf - Ohne den Rohstoff geht es nicht, egal ob von den Profis in den 350 Kilogramm fassenden Transportkisten angeliefert oder von Privatleuten in Eimern und Wäschekörben. So wie Sarah Wienecke und Linda Ahring mit ihren Schützlingen aus der Kindertagespflege „Bullerbü“ aus Allagen.

Passend zur Erntezeit haben die Erzieherinnen mit den Kindern Äpfel gepflückt, Kuchen gebacken, Apfelmus gekocht. Jetzt liefern sie ein paar Eimer Äpfel bei Milke an. Danach folgt eine Betriebsbesichtigung, und vor dem Heimweg wird ihr Kontingent an Apfelsaft, umgerechnet anhand der angelieferten Menge, eingeladen.

Zwei Pressen à 2,4 Tonnen stehen in der Produktionshalle. Zehn bis 18 Tonnen Äpfel verarbeitet der Betrieb in der Hochsaison pro Tag. Die Anlieferung der entsprechenden Mengen muss daher genau koordiniert werden. „Die Logistik ist eine große Herausforderung“, sagt Geschäftsführer Florian Milke. Zumal die Anlage vor der Herstellung von Säften gemäß den einschlägigen Bio-Zertifikaten jedes Mal von Grund auf gereinigt werden muss.

Die Apfelkisten werden automatisch ausgekippt und nach dem Waschen werden die faulen Exemplare von Anne von Plettenberg und Adi Vladic aussortiert.

Zehn Tonnen Äpfel ergeben zirka 7 000 Liter Saft. Im ersten Schritt wird das Obst gewaschen und danach von Hand sortiert. Das Motto beschreibt der Chef so: „Was du nicht essen willst, das willst du auch nicht trinken.“

Nach dem Zerkleinern wandert die Masse in die Pressen, der Saft kommt in einen der vier Tanks, die 4 000 Liter fassen. Von dort fließt der Saft über Rohrleitungen zum Pasteurisieren bei 85 Grad Celsius. Das Abfüllen in Flaschen, das Etikettieren und die Packstation folgen. Palettenweise rollt das Endprodukt danach ins Lager.

Von den Tanks wird der Saft über Rohrleitungen zur Pasteurisierung und dann in die Abfüllanlage geleitet, die Serhat Biyik überwacht.

Zirka 1 000 Tonnen Äpfel, Birnen und Rhabarberstangen werden in der Mosterei im Lohner Klei jedes Jahr verarbeitet. Und auch in diesem Jahr dürfte die Menge erreicht werden, prognostiziert Geschäftsführer Florian Milke. Ernte für Ernte gibt es jedoch Unterschiede. So fehle es in diesem Jahr witterungsbedingt an Streuobst. Die landwirtschaftlichen Obstbaubetriebe bekommen die üblichen Mengen jedoch hin, sagt Milke.

Für seinen Betrieb bedeutet das gesicherte Aufträge: „Wir wachsen wegen der Lohnmosterei jedes Jahr.“ Die Betriebe liefern ihr Obst und bekommen den Saft in Flaschen für die Direktvermarktung zurück. Wichtiges Standbein für die familiengeführte Mosterei ist daneben die Belieferung von Supermärkten oder Bioläden in der Region und darüber hinaus mit den eigenen Produkten.

Florian Milke und das Endprodukt: Das Bild für dieses Etikett stammt aus einem Malwettbewerb, den die vierjährige Charlotte aus Soest gewonnen hat.

Dank der Lagermöglichkeiten in den Obstbaubetrieben stehen in der Regel bis Juni Äpfel zur Verfügung. Danach können die 14 Vollzeit- und zwei Teilzeitmitarbeiter ein wenig durchschnaufen. Zeit für Urlaub, Wartung und Ergänzung der Anlage, denn die nächste Ernte kommt bestimmt.

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