Weichenstellungen Richtung Zukunft

Erläuterten die geplanten Maßnahmen (von rechts): Kerstin Molter aus Mainz, Thomas Meierfrankenfeld, Stephan Eydt, Jürgen Triem und Bürgermeister Malte Dahlhoff. Für das Thermalbad schilderten Bernd Passgang und Hans-Peter Vogelhofer den aktuellen Stand. Foto: Tenberge

Bad Sassendorf - Mit einem kompakten Neubau nördlich von Haus Rosenau will die Bäderholding die Klinik am Hellweg für die Zukunft rüsten.

Diesen Siegerentwurf aus dem Architektenwettbewerb und viele weitere Einzelheiten erläuterten Bürgermeister Malte Dahlhoff und Stephan Eydt als Geschäftsführer der Bäder-Holding am Montagabend während eines Info-Abends für die Einwohner.

Alle vier Entwürfe, die am Ende im Rahmen des Architektenwettbewerbs zunächst durch die Fachberater Professor Kerstin Molter, Dr. Michael Ludes und Björn Krienitz und abschließend durch die Juroren bewertet wurden, hatten ihre Stärken. Speziell bei den drei nicht zum Zuge gekommenen Entwürfen waren aber jeweils auch deutliche Schwächen festzustellen, erläuterte Bürgermeister Malte Dahlhoff in einer Powerpoint-Präsentation.

Städtebauliche Bedeutung betont

Insbesondere sollte der städtebauliche Aspekt an dieser Stelle mitten im Kurort eine angemessene Berücksichtigung finden, wie Städtebaupexpertin Kerstin Molter vortrug.

Die Frage der inneren Struktur war ein weiterer Aspekt, so sei ein von der Gestaltung her interessanter, zweiflügeliger Entwurf wegen der weiten Wege durchgefallen, die das Pflegepersonal hätte bewältigen müssen.

Der am Ende ausgewählte Entwurf stammt von dem Architekturbüro Gerber aus Dortmund und bietet einen relativ kompakten Bau, der durch die Fassadengliederung mit großen Glasflächen dennoch luftig wirkt.

Als städtebaulich gelungen bewertete Molter die platzartige Öffnung des Winkels zwischen Haus Rosenau und dem Neubau in Richtung Bismarckstraße. Dem schloss sich der Bürgermeister an. Diese Lösung verspreche eine erhebliche Aufwertung der dortigen Einkaufsmeile.

Auch Haus Rosenau wird überarbeitet

Nach der Errichtung des Anbaus soll nämlich Haus Rosenau ebenfalls überarbeitet und optisch dem Neubau angepasst werden. Dazu werden, wie der Bürgermeister vorab in einem Gespräch mit dem Anzeiger erläuterte, die massiven Balkonbrüstungen entfernt, die Zimmerfronten rücken bis an die Außenkante vor und erhalten großflächige Glasflächen mit bodentiefen Fenstern. Der durch Verzicht auf die Balkone gewonnene Platz komme innerhalb der Zimmer dem Sanitärbereich zugute.

Ob der Übergang von Haus Rosenau zum Kurmittelhaus in der jetzigen Form bleibt oder ob er ebenfalls mit einer luftiger wirkenden Version mit großen Glasflächen ersetzt wird, ist unter anderem eine Frage der Diskretion, weil hier die Patienten hin und her laufen, so Molter. Klar ist allerdings, dass das Kurmittelhaus als Zentrum der medizinischen Anwendungen neues Profil erhalten wird. Dies war am Montagabend in der Info-Veranstaltung ebenfalls Thema.

Demnach wird beim Kurmittelhaus die zentrale Vorfahrt für die Patienten geschaffen. Anstelle der Moorabteilung wird im Kurmittelhaus ein neues Bewegungsbad eingebaut, Mooranwendungen sollen nach der Sanierung künftig in der Sole-Therme angeboten werden, so der Bürgermeister. Ausführlich erläutert wurde des Weiteren die Umgestaltung der Klinik Quellenhof, um hier geriatrische Angebote zu entwickeln. Ein weiteres Thema waren die umfangreichen Maßnahmen zur Sanierung und attraktiveren Gestaltung des Thermalbads.

Geriatrische Angebote in der Klinik Quellenhof

Diese umfangreichen Investitionen, um den Kur- und Reha-Standort Bad Sassendorf fit zu machen für die Zukunft, fanden in der Versammlung, gemessen am mehrfach aufkommenden Beifall, insgesamt durchaus großen Anklang.

Eine Kontroverse entbrannte unter anderem jedoch darum, dass die anstehenden Jahre der Baustellen für das Gastgewerbe auch Einbußen mit sich bringen werde.

Der geplante Zeitablauf

Der Umbau der Quellenhofklinik soll von April 2018 bis Ende 2019 erfolgen, für die Profilierung des Kurmittelhauses soll Ende November der Bauantrag vorliegen, die Bauarbeiten sind von Juni 2018 bis Ende 2019 terminiert. Für den Neubautrakt der Hellweg-Klinik sollen die Arbeiten von Mitte 2019 bis Mitte 2020 dauern, danach ist bis Mitte/Ende 2021 die Modernisierung von Haus Rosenau dran. Mindestens so lange, bei anhaltend sehr guter Auslastung auch noch länger, soll der Altbau der Hellwegklinik ebenfalls in Betrieb bleiben, erläuterte Bürgermeister Malte Dahlhoff.

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