Auf zugefrorenem See

Ein weiterer Wasserbüffel stirbt nach Eis-Drama in der Woeste

Wasserbüffel in Seenot
+
Wehrleute aus Bettinghausen und Weslarn sowie weitere Helfer versuchten alles, um die Tiere zu retten.

[Update, Montag, 11.30 Uhr] - Traurige Nachricht am Montagmorgen beim Drama um die Wasserbüffel im Naturschutzgebiet Woeste in Bad Sassendorf.

Bad Sassendorf – Traurige Nachricht am Montagmorgen: Ein Wasserbüffel, der beim dramatischen Rettungseinsatz am Wochenende aus dem See in der Woeste bei Ostinghausen gezogen werden konnte, ist tot.

Fünf Tiere waren am Samstag durch die dünne Eisschicht gebrochen: Für zwei kam jede Hilfe zu spät, drei weitere waren noch durch Feuerwehr und weitere Helfer gerettet worden. Ein Büffel litt nach seiner Rettung weiterhin unter großem Stress und es ging ihm nicht gut. Ein Tierarzt musste ihn schließlich doch von seinem Leiden befreien.

Tote Tiere können nicht geborgen werden

Die bereits am Wochenende gestorbenen Wasserbüffel können derzeit noch nicht geborgen werden. Die Witterung lässt das nicht zu, sodass sie weiterhin unter dem Eis liegen bleiben müssen.

Ursprüngliche Nachricht, von Sonntag, 14. Februar (11:30 Uhr):

Die Feuerwehrleute versuchten alles, doch für zwei Wasserbüffel in dem Naturschutzgebiet Woeste, die in den zugefrorenen See eingebrochen waren, gab es keine Rettung mehr.

Für zwei Wasserbüffel, die im Naturschutzgebiet Woeste im Bereich von Bettinghausen in den zugefrorenen See eingebrochen waren, kam am Samstag jede Hilfe zu spät. Die Tiere versanken bei ungewohnt niedrigen Minustemperaturen in den Fluten. In einer spektakulären Rettungsaktion brachten die Helfer mit vereinter Kraft und unter schwierigen Wetterbedingungen drei der kräftigen Rinder in Sicherheit.

Außergewöhnlicher Einsatz

„Traurig!“ Dass alles Bemühen um das Leben zweier der Tiere letztlich vergebens war, macht auch gestandene und erfahrene Feuerwehrleute sehr betroffen. „Zwei der Wasserbüffel haben es leider nicht geschafft“, äußert sich Thomas Hemmer, Bettinghauser Löschgruppenführer und stellvertretender Zugführer, zu dem außergewöhnlichen Einsatz.

Das dramatische Ereignis geht auch Diana Royer von der Five-Star-Ranch am Ahseweg sehr nahe. Gemeinsam mit ihrem Mann John betreut sie im Auftrag der Gemeinde Bad Sassendorf die Herde, die im Niedermoor offen gehalten wird, bei der Landschaftspflege hilft und bei Besuchern hoch im Kurs steht.

Als das Paar diese Aufgabe übernahm, setzte es zunächst einmal alles daran, das Vertrauen der dort weidenden Tiere zu gewinnen. „Die Wasserbüffel liegen uns sehr am Herzen“, erzählt Diana Royer. Die Leute von der Five-Star-Ranch seien am Samstag gleich losgefahren, nachdem sie gehört hatten, was den Tieren passiert sei und in welch kritischer Lage sie sich befinden.

Jugendliche entdecken die Büffel im Wasser

Drei Jugendliche, die dort draußen spazieren gegangen waren, hätten die Not der in dem Loch treibenden Büffel erkannt und umgehend die Polizei informiert, schildert Thomas Hemmer.

Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte dann gegen 16.49 Uhr. Das Stichwort lautete: „Tierrettung!“ Das strenge Winterwetter mit Kälte, Schnee und Eis machte es den Rettern nicht leicht. Feuerwehrleute aus Bettinghausen und Weslarn rückten aus. Unterstützung leistete ein benachbarter Landwirt.

Gemeinsam versuchten sämtliche Retter, die Tiere mittels Traktor, Gurten und Seilen auf sicheren, festen Boden zu bringen. Diana Royer beschrieb gestern im Gespräch mit dem Anzeiger die Situation vor Ort: Vor Kurzem Hochwasser, dann der starke Schneefall – die Landschaft wirkt wie eine weite, ebene, weiße Fläche, und dieses Bild wurde im Bereich des Teiches den imposanten Tieren offenbar zum Verhängnis. Sie gerieten aufs instabile Eis und damit in Gefahr.

Diana Royer erzählt von dem ausgeprägten Sozialverhalten der Schwergewichte: Wenn eines der Tiere einbreche, folgten die anderem seinen Hilferufen. Wasserbüffel wiegen gut 500 bis 600 Kilogramm – unter dieser Last gab die Bruchkante nach. Die Retter und Helfer waren stark beansprucht. Es erforderte erhebliche Geduld und Anstrengung, die Tiere zu befreien. Zwei von ihnen mussten sie allerdings aufgeben. Sie versanken unter der Wasseroberfläche.

Bürgermeister Malte Dahlhoff dankt für das Engagement. Bei aller Tragik sei es gut, dass es gelungen ist, drei der Tiere zu retten, betont er.

So geht es den überlebenden Büffeln

Wie es den drei überlebenden Büffeln geht? Die Geschehnisse sind nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen, hieß es am Sonntagmorgen auf der Five-Star-Ranch. Der Tierarzt sei verständigt worden und habe sich um sie gekümmert, sagte Diana Royer. Die Feuerwehrleute beendeten ihren Einsatz nach etwa zwei Stunden. Sie schufen auch noch eine Behelfstränke.

Die Woeste erfreut sich wegen ihrer Artenvielfalt großer Beliebtheit. Wanderer oder Radfahrer nehmen die Strecke gern, Naturfreunde nutzen die Besuche dort für ihre Beobachtungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare