In Bad Sassendorf

Wasserbüffeln in der Woeste fehlte Trinkwasser - Vorfall mit drei toten Tieren

Nachdem fünf Wasserbüffel in der Woeste in das Eis eines Teichs eingebrochen waren, konnten die Helfer drei Tiere noch retten.
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Nachdem fünf Wasserbüffel in der Woeste in das Eis eines Teichs eingebrochen waren, konnten die Helfer drei Tiere noch retten.

Die Wasserbüffel in der Woeste, die vor einigen Wochen bei strengem Frost in Schwierigkeiten gekommen sind, hatten keine Tränke zur Verfügung.

Bad Sassendorf - Das hat Bürgermeister Malte Dahlhoff in der Sitzung des Umweltausschusses auf Nachfrage von Dr. Gudrun Plesch (SPD) eingeräumt. Bisher sei keine Tränke eingerichtet gewesen, weil sie auch nicht notwendig geworden sei, so der Bürgermeister.

GemeindeBad Sassendorf
LandkreisKreis Soest
Fläche63,44 km²
Einwohner12.065 (31. Dez. 2019)

Tote Wasserbüffeln in Woeste: Vorwürfe der Landwirte treffe nicht zu

Die Tiere hätten eine Tränke früher nicht angenommen und stattdessen Wasser aus den Gräben getrunken. In der Vergangenheit habe es auch bei Frost keine Probleme gegeben, die Wasserbüffel hätten einfach das Eis auf den Gräben zertreten, um zu saufen. Auch seien die Büffel mit Heu zugefüttert worden. Dass die Tiere eine Woche nur Stroh zu fressen hatten, so ein Vorwurf von Landwirten, treffe sicher nicht zu, sagte Dahlhoff.

Wie berichtet waren fünf der Tiere durch das Eis eines Teichs eingebrochen, zwei Büffel ertranken, drei konnten von der Feuerwehr und einem Landwirt wieder aus dem Wasser geholt werden. Eines dieser Tiere musste später jedoch getötet werden.

Wasserbüffeln in Woeste fehlte Trinkwasser - Vorfall mit drei toten Tieren

Aufgrund der Fragen von Gudrun Plesch bestätigte der Bürgermeister, dass dieser Büffel nach der Rettung aus dem Eisloch an Unterkühlung litt. Ob zusätzlich auch an Austrocknung, sei nicht bekannt. Aufgrund der Gegebenheiten vor Ort sei es zudem nicht möglich gewesen das Tier zu separieren. Der Büffel sei am Tag nach dem Unglück von einem Tierarzt behandelt worden. Weil eine weitere Untersuchung durch einen anderen Tierarzt am Folgetag keine positive Prognose brachte, sei der Büffel dann per Fangschuss von seinem Leiden erlöst worden.

Die jetzt gemachten Erfahrungen hätten aber zum Ergebnis, dass die Tiere künftig bei strengem Frost mit Wasser versorgt werden sollen, erklärte Dahlhoff weiter. Wie das bewerkstelligt werden kann, wenn Wasserleitungen oder offene Tränken zufrieren, werde noch geprüft. Ebenso solle zeitnah ein Unterstand als Wetterschutz errichtet werden, auch soll künftig Vorsorge getroffen werden, dass die Büffel bei Frost nicht auf die zugefrorenen Teiche gelangen. Andererseits sei es jedoch das Ziel, Zäune in dem Naturschutzgebiet möglichst abzubauen.

Unterschiedliche Bewertung des Vorfalls

Die Bewertung des Vorfalls fiel unterschiedlich aus. Wilhelm Niggeschulze (CDU) wertete das Geschehen als tragischen Unfall. Wichtig sei es, die entsprechenden Schlussfolgerungen zu erarbeiten. Ähnlich äußerten sich weitere Mitglieder des Ausschusses. Gudrun Plesch widersprach dem allerdings: „Das war kein tragischer Unfall, die Tiere waren auf der Suche nach Wasser.“ Dass die Büffel kein Wasser und kein Futter gehabt hätten, sei ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Dem Bürgermeister zufolge muss, auch wegen der Wiedervernässung des Gebietes, ein Beweidungskonzept erstellt werden. Sollten sich ähnliche Wetterlagen wiederholen, sollen die Tiere in einem Paddock inklusive Fütterung gehalten werden, rund um den zusätzlichen Wetterschutz soll das Areal befestigt werden.

Des Weiteren seien verschiedene Fachgespräche, unter anderem mit Experten aus der Landwirtschaft, geplant. Die Herde soll künftig etwa 15 Tiere umfassen. Die Kosten für die Maßnahmen könnten durch Umschichtungen im Haushalt aufgebracht werden. 

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