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Das öffentliche Wohnzimmer in Beusingsen bietet viele gute Ansätze

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Von: Ludger Tenberge

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Bei Muffins und Kaffee stellten Ulrike Schulze-Sieblinghoff, Sabine Kerstin und Ulrich Windhüfel (von links) sowie Bürgermeister Malte Dahlhoff (rechts) dem Landtagsabgeordneten Heinrich Frieling und Mitarbeiterin Helena Brüggemann das Konzept des öffentlichen Wohnzimmers vor
Bei Muffins und Kaffee stellten Ulrike Schulze-Sieblinghoff, Sabine Kerstin und Ulrich Windhüfel (von links) sowie Bürgermeister Malte Dahlhoff (rechts) dem Landtagsabgeordneten Heinrich Frieling und Mitarbeiterin Helena Brüggemann das Konzept des öffentlichen Wohnzimmers vor. © Uta Müller

 Das öffentliche Wohnzimmer in Beusingsen kann ein Vorbild für viele andere kleine Dörfer sein. Das erklärte der Landtagsabgeordnete Heinrich Frieling nach einer Besichtigung. So wurden beispielsweise mit dem Zugangssystem wichtige technische Vorüberlegungen geleistet.

Beusingsen – Das öffentliche Wohnzimmer in Beusingsen ist für alle interessierten Dorfeinwohner gedacht, und damit Ungebetene keinen Zugang haben, gibt es ein ausgeklügeltes Schließsystem mit der Beusingsen-Card. Auf die Weise müssen keine Schlüssel ausgegeben werden und gegebenenfalls könnte eine Karte auch gesperrt werden.

Wie das System funktioniert, durfte der Landtagsabgeordnete Heinrich Frieling jetzt ausprobieren. Die Karte an den Sensor gehalten, und es klappt, wie Frieling erfreut feststellte. Ergebnis seines Besuchs: Das öffentliche Wohnzimmer in Beusingsen kann auch Vorbild sein für andere kleine Dörfern

Das „Sesam öffne dich“ ist die Beusingsen-Card. Heinrich Frieling durfte sie als Gast auch einmal ausprobieren.
Das „Sesam öffne dich“ ist die Beusingsen-Card. Heinrich Frieling durfte sie als Gast auch einmal ausprobieren. © Uta Müller

Die Zugangsregelung war nur einer der Punkte, die bei dem Treffen mit Ulrike Schulze-Sieblinghoff, Sabine Kerstin und Ulrich Windhüfel vom Dorfgemeinschaftsverein sowie Bürgermeister Malte Dahlhoff erörtert wurden. So berichteten die drei Vertreter der Dorfgemeinschaft von den verschiedenen Aktionen wie gemeinschaftliches Mittagessen, Treffen des Chronik-Arbeitskreises oder privaten Feiern, die dank des öffentlichen Wohnzimmers bereits durchgeführt wurden. Allerdings: Der besondere Dorftreffpunkt war nach der Eröffnung 2019 gerade mit viel Schwung angelaufen, da kam die Corona-Pandemie mit dem Lockdown seit März 2020 dazwischen.

Dank der aktuellen Lockerungen sollen die verschiedenen Treffs nun langsam wieder anlaufen, im Juli fand im Freien erstmals wieder ein Dämmerschoppen am öffentlichen Wohnzimmer statt, berichtete Ulrike Schulze-Sieblinghoff. „Wir versuchen das Dorfleben wie mit einem Regler langsam wieder hochzufahren“, ergänzte Sabine Kerstin. Für eine Dorfgemeinschaft wie in Beusingsen mit seinen rund 150 Einwohnern sei das öffentliche Wohnzimmer genau richtig zugeschnitten. Zumal mit dem größeren Gemeinschaftsraum und dem modernisierten barrierefreien Toilettenbereich des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses auch Kapazitäten für größere Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Wichtig sei aber auch, so Bürgermeister Malte Dahlhoff, dass die Organisation, unter anderem wegen des Schließsystems und der damit verbundenen Kontrolle, dass sich das öffentliche Wohnzimmer selbst organsiert. Schließlich sollten die Ehrenamtlichen aus dem Dorf nicht mit weiterer Arbeit belastet, sondern entlastet werden. Frieling zeigte sich von der Einrichtung und ihren Möglichkeiten beeindruckt: „Die Sache ist richtig toll, es lohnt sich, das anderswo weiterzuerzählen.“

Das Projekt

Das Öffentliche Wohnzimmer in Beusingsen wurde nach der Anerkennung als anerkanntes Leader-Projekt mit einer Quote von 65 Prozent unterstützt. Den Rest der Gesamtkosten von gut 65 000 Euro hat die Gemeinde Bad Sassendorf übernommen. Eingerichtet wurde das Wohnzimmer in der Fahrzeughalle des früheren Feuerwehrhauses.

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