Verurteilt wegen versuchter Vergewaltigung

BAD SASSENDORF ▪ Ein Jahr und vier Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung lautete jetzt das Urteil vor dem Amtsgericht Soest gegen einen 28-jährigen Mann aus Bad Sassendorf, der im Juli 2011 versucht hatte seine Frau zu vergewaltigen.

Einige Zeit zuvor hatte sich seine Frau von ihm getrennt, und zusätzlich stichelte kurz darauf ein Freund des Angeklagten, dass er ein Verhältnis mit der Frau angefangen habe. „Er sagte mir ,Du hast verloren’. Dabei hatte ich doch gar nicht gespielt“, wunderte sich der gebürtige Kasache vor Gericht. Daraufhin sei er zur Ferienwohnung gefahren, in der seine Frau putzte. „Ich fragte sie, was sie da mache und dass ich nur mit ihr schlafen wolle und sie danach wieder verlassen werde“, erklärte der 28-Jährige. „Es kam zum Streit und plötzlich hat er die Badezimmertür abgeschlossen, meine Hände gepackt, gesagt ,Lass es uns ein letztes Mal machen’ und angefangen mir die Hose auszuziehen“, sagte die Geschädigte, die als Zeugin geladen war.

Die ganze Zeit über habe sie versucht sich zu wehren und loszureißen. Erst als sie es endlich geschafft hatte und die Tür öffnen konnte, habe ihr Mann von ihr abgelassen. „Ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Mein Kopf hat ausgesetzt und ich bin erst wieder zu mir gekommen, als die Tür geöffnet wurde“, sagte der Angeklagte aus. Er räumte zwar ein, seine Frau und sich im Badezimmer eingeschlossen und sie an den Händen gepackt zu haben, doch an mehr konnte oder wollte er sich vor Gericht nicht erinnern. Seine Frau erinnerte sich jedoch genau: „Ich habe ihn gebeten zu gehen. Doch dann wurde er sehr komisch. So hatte ich ihn vorher noch nie erlebt.“

Die 25-Jährige trug Hämatome an beiden Armen davon, bei einem Sturz auf den Boden prellte sie sich das Gesäß. Rund fünf Minuten wehrte sich die Geschädigte gegen ihren Noch-Ehemann. Als es ihr gelang sich zu befreien, waren auch schon die Besitzer der Ferienwohnung vor Ort und halfen der Frau.

Richter folgt Forderung der Staatsanwältin

In ihrem Plädoyer sagte die Staatsanwältin: „Für mich ist nach der Beweisaufnahme klar, dass sich die Tat so abgespielt hat, wie beschrieben. Ich habe keine Zweifel an der Aussage der Zeugin.“ Zum Abschluss beteuerte der Angeklagte seine Reue: „Ich bedauere sehr, was ich getan habe. Aber was passiert ist, ist passiert. Ich bin daran Schuld, dass ich meine Familie verloren habe.“

Der Vorsitzende Richter folgte mit seinen Schöffen dem Antrag der Staatsanwältin. Der 28-jährige Sassendorfer erhielt wegen versuchter Vergewaltigung in Tateinheit mit Freiheitsberaubung und vorsätzlicher Körperverletzung neben der Bewährungsstrafe eine Geldbuße von 1 800 Euro auferlegt. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt. Außerdem muss sich der Mann Körperzellen zur molekulargenetischen Untersuchung entnehmen lassen.

Das Urteil ist rechtskräftig, da Staatsanwältin und der Angeklagte auf Rechtsmittel verzichteten. ▪ dos

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare