Spindelpfad: Lösung für Verkehrsprobleme lässt auf sich warten

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Diverse Maßnahmen zwecks Verkehrsberuhigung wurden schon vorgenommen.

Bad Sassendorf – Die Verkehrssituation im Spindelpfad ist seit Jahren ein strittiges Thema, viele Anwohner beklagen trotz der ergriffenen Maßnahmen, dass in der Straße rücksichtslos und zu schnell gefahren werde, die Verkehrsbelastung sei zu hoch.

Auch Unfälle wegen Missachtens der Regel „Rechts vor links“ hat es schon gegeben, so stieß Anfang Oktober ein Schulbus mit dem Auto einer Anwohnerin zusammen, das aus einer Nebenstraße in den Spindelpfad biegen wollte. Die Bilanz laut dem damaligen Anzeiger-Artikel: Eine verletzte Autofahrerin, 10 000 Euro Sachschaden. Das Problem beim Spindelpfad besteht darin, dass er keine reine Anwohner- oder Erschließungsstraße ist, sondern dass die Strecke auch als Durchgangsstraße von der Gartenstraße und der Hepper Höhe in Richtung Gabrechter Weg und weiter nach Lohne, Bettinghausen oder Weslarn dient. Dabei nutzen, zum Leidwesen der Anwohnergruppe um Heidemarie Jarmuth, auch Lastwagen oder Busse die Straße. Vor allem der Schwerlastverkehr bringe die Häuser zum Erzittern, etliche Anwohner machten den Verkehr sogar für Risse in den Wänden ihrer Häuser verantwortlich. Jarmuth: „Die Empörung ist ziemlich groß, dass nichts unternommen wird.“

 Dass es während der Bauarbeiten für die Ini-Gesamtschule mitsamt Mensa und zuvor für ein Mehrfamilienhaus in der Vergangenheit zu einem erhöhten Aufkommen an Schwerlastverkehr gekommen ist, wird von Bürgermeister Malte Dahlhoff nicht bestritten. Die Behauptung, auch die laufenden Bauarbeiten im Kurpark führten zu mehr Lkw-Verkehr im Spindelpfad, wies er jedoch zurück. Dieser Baustellenverkehr fließe Richtung Schützenstraße ab. Zudem erinnerte der Bürgermeister daran, dass sich Rat und Verwaltung über Jahre mit der Straße beschäftigt hätten. 

Diverse Maßnahmen zwecks Verkehrsberuhigung seien vorgenommen, andererseits aber auch wegen der Proteste anderer Anwohner wieder zurück genommen worden. Der Verkehrsversuch mit den Einengungen durch Blumenkübel habe sich bewährt, eine darüber hinaus gehende Einengung durch zusätzliche Baken habe jedoch wenig gebracht. Weil andere Anwohner sich beklagt hatten, dass sie wegen dieser zusätzlichen Baken nicht gut abbiegen könnten, seien sie wieder entfernt worden. Andererseits habe sich bei Erhebungen gezeigt, dass inzwischen 85 Prozent der Autofahrer Tempo 30 im Spindelpfad gut einhalten. Den Einwand von Anwohnern, dass zu „falschen“ Zeiten geblitzt oder gezählt wurde, wies Dahlhoff zurück: „Nach allen Erhebungen scheint es keine Auffälligkeiten zu geben, die für eine Sammelstraße mit Tempo 30, wie es der Spindelpfad nun mal ist, untypisch wären.“ Am Ende bleibt somit womöglich die Empfehlung zu etwas mehr Gelassenheit. Das gilt, folgt man den Schilderungen Jarmuths, auch für diejenigen, die sich durch die Maßnahmen zur Verkehrberuhigung gestört fühlten. 

Dass Jarmuth, wie sie berichtet, beim Gießen der Blumenkübel bisweilen von vorbeifahrenden Autofahrern angepöbelt wird, ist ganz sicher auch nicht hinnehmbar.

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