Umfrage "Vitale Innenstädte": Kunden im Kurort sind anders

+
Online oder vor Ort kaufen: Inzwischen kommt der Online-Handel bundesweit auf etwa zehn Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel. Viele Kunden nutzen das Internet aber auch, um sich vorab zu informieren und dann im Geschäft zu kaufen.

Bad Sassendorf – Von außerhalb, 49 oder 50 Jahre alt, angereist mit eigenem Kraftfahrzeug: So sehen die typischen Besucher der Fußgängerzone in Bad Sassendorf aus. Vor allem der Altersdurchschnitt hat bei der Umfrage „Vitale Innenstädte 2018“ überrascht. Er entspricht nämlich genau dem auch andernorts erfassten Wert und keineswegs dem, den das Klischee von „Methusalem-City Bad Sassendorf“ erwarten ließe. 

Aus Sicht des Einzelhandels ist noch eine Eigenschaft der typischen Besucher Bad Sassendorfs höchst erfreulich: Die meisten gaben nämlich an, überhaupt nicht online zu kaufen. 

Dieser Umstand bestätigt sich bei einer weiteren Differenzierung. Dass sie sich online über die Geschäfte und die Angebote informieren können, war 29,4 Prozent der im Kurort Befragten wichtig. Dass es wichtig sei, auch online in den Geschäften Bad Sassendorfs einzukaufen, dem stimmten 5,3 Prozent voll und ganz und 15,5 Prozent eher zu. 

Den anderen rund 79 Prozent der Befragten, war dies eher nicht oder gar nicht wichtig. Eher schon würden die Befragten es mit einem Anteil von 38 Prozent gut finden, wenn es in den Sassendorfer Geschäften Treuepunkte oder Gutscheine gäbe. 

Diese Erkenntnisse seien durchaus bemerkenswert, erklärte Thomas Frye von der IHK Arnsberg bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. Gilt doch der Online-Handel als die große Herausforderung für den stationären Einzelhandel. So wächst der Umsatz im Online-Handel weiter kräftig, während die Marktentwicklung insgesamt stagniert. Zehn Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes werden inzwischen online realisiert. 

Aber auch hier lohnt vor Ort ein genauerer Blick. Der größte Anteil des bundesweiten Online-Handels entfällt zu jeweils 25 Prozent auf die Bereiche „Bekleidung und Accessoires“ und „Elektro“. Letzteres spielt im Kurort mangels Anbieter keine Rolle. Und bei der Bekleidung nimmt der Einzelhandel eine Sonderrolle ein, weil es keine einzige Filiale einer Modekette, sondern ausschließlich inhabergeführte Geschäfte gibt, die ein speziell auf die Kurortbesucher ausgerichtetes Angebot vorhalten. Und die Kunden kommen nicht so vorrangig zum Einkaufen, wie in anderen Innenstädte, sondern insbesondere auch wegen dem Kurortflair. 

Dass Online und Stationär sich auch gegenseitig beeinflussen, zeigt ein weiteres deutschlandweit geltendes Ergebnis: Die so genannten „Smart Consumer“, die sich online informieren, um dann im Geschäft zu kaufen, nimmt weiter zu. Der umgekehrte Fall, der „Beratungsklau“, indem sich Käufer erst im Fachgeschäft informieren, um dann online das günstigste Angebot zu suchen, gilt nur für etwa 15 Prozent. 

Fazit: Aktuell spielt der Online-Handel für die Besucher Bad Sassendorfs noch keine große Rolle. Doch generell gilt der Trend, dass Kunden zunehmend alle Kanäle nutzen, um sich zu informieren. Eine gute Internetseite kann also niemals schaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare