Ein Traum auf Schienen: Miniturparadies begeistert

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Da leuchten die Augen: An den Strecken der Soester Modelleisenbahner begeisterten sich Gäste allen Alters.

Neuengeseke – „Es ist eine Modulanlage mit Vielfalt“, das sagt Modellbahnleiter Maurice Nikolaus zu den Aufbauten auf dem Hof Rodek. Im Obergeschoss einer ehemaligen Scheune haben die „Modelleisenbahner Soest 03“ sich vor ein paar Jahren ein neues Miniaturparadies geschaffen, nachdem sie wie viele andere auch wegen der neuen Quartiersplanung in Soest aus der Adam-Kaserne ausziehen mussten.

„Wir haben es hier richtig gut getroffen“, so freut sich auch Geschäftsführer Dieter Lichtenberger und zeigt in die Runde: „Wieder ordentlich was los heute, die Ausstellungstage sind beliebt…“ 

Zwei Mal im Jahr, immer am 1. Mai und dann am zweiten Adventssonntag, laden die Modellbauer zum Tag der offenen Tür ein, und alle dürfen staunen, schauen – und gerne auch selber mal aufs Knöpfchen drücken, um diesen oder jenen Zug auf die Reise zu schicken: Alte Dampfloks schnaufen mit echtem Dampf ebenso durch Berg und Tal wie hochmoderne Triebwagen mit etlichen Waggons im Schlepptau.

„Solche Anlagen begeistern nach wie vor alle Generationen“, weiß Maurice Nikolaus: „Wenn der Opa schon mit der kleinen Eisenbahn gespielt hat, dann wird der Enkel das bestimmt auch ausprobieren wollen“. So, wie etwa Jan Koerdt aus Wickede. Der Sechsjährige ist mit Opa Ewald nach Neuengeseke gekommen und weiß schon genau, was unter dem Weihnachtsbaum liegen soll: Eine Eisenbahn – na klar. „So beginnt es meistens“, weiß Nikolaus: „Wir zeigen, wie aus der ersten kleinen Strecke mit Bahnhof und Häuschen drumherum noch viel, viel mehr werden kann.“ 

Recht hat er: Ganz viele Geschichten erzählen die Modellbauer auf den weit mehr als 120 Quadratmetern Anlagenfläche: Ganze Städte sind entstanden, Busse, Autos, Lkw sind unterwegs, Menschen stehen am Bahnhof, flanieren in Einkaufsmeilen, sitzen im Zirkus, amüsieren sich auf der Kirmes oder arbeiten in einer Sägemühle. „Wir machen bei den Themen keine Vorgaben“, erklärt Maurice Nikolaus: „Man bekommt ein Stück Grundplatte, da sind Gleise drauf – es muss ja hinterher ins vorhandene Streckennetz passen.“ 

Jan Koerdt (Mitte) und Opa Ewald (rechts) haben Spaß an Eisenbahnen. Das freut auch Modellbahnleiter Maurice Nikolaus (links).

Strom und Anschlüsse sind auch verlegt, und dann legen die Bastler los mit eigenen Aufbauten, Fahrzeugen, Menschen. Gekauft, selbst gebastelt, ganz egal: Es soll sich einfügen ins Gesamtbild und im Maßstab passen. 1:87, das ist am weitesten verbreitet. Nikolaus: „H-Null nennt sich dabei die Spurbreite der Gleise, daneben haben wir noch Aufbauten als Z mit 1:220, N mit 1:160 und die Lehmann-Gartenbahn, also eigentlich Spur M mit dem Maßstab 1:32.“ 

Wer alles mitmachen darf bei den Modellbauern? „Jeder“, sagt Dieter Lichtenberger sofort: „Wir treffen uns immer dienstags hier von 17 Uhr bis Ende offen und jeden ersten Sonntag im Monat von 13 bis 15 Uhr.“ Gerade junge Leute sind höchst willkommen, sagen die Modellbauer, und sie geben zu: „Wir haben im Moment echt Nachwuchssorgen.“ Helfen könnte da eine Idee, die im Moment noch ein vages Glänzen auf den Augen des Geschäftsführers ist: Alles umrüsten auf Computersteuerung. Mit Gottfried Vennemeier gibt es einen im Verein, der sowas könnte und auch junge Leute mitmachen ließe…. Ja dann: Vorsicht an der Bahnsteigkante!

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