Sassendorfer Kurpark

Schwarze Schwäne sollen aggressiv auf Rollatoren reagieren

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Die schwarzen Schwäne im Bad Sassendorfer Kurpark lassen sich auch mal von Spaziergängern anfassen, wie unser Bild zeigt. Doch Vorsicht: Die Vögel sind Wildtiere. Auf Rollatoren und Rollstuhlfahrer sollen sie sogar aggressiv reagieren.

Bad Sassendorf - Sie sind etwas Besonderes, schön anzuschauen und gehören im Kurpark zum Inventar. Die schwarzen Schwäne bereiten den meisten Bürgern und Kurgästen Freude. Es gibt aber auch Sassendorfer, die unangenehme Begegnungen mit den Tieren gemacht haben.

Wie viele Bürger drehte die Leserin, die sich jetzt beim Anzeiger meldete, ihre regelmäßige Spazierrunde im Kurpark. Mit ihrem Rollator kam sie auch am Teich vorbei und somit in die Nähe der Trauerschwäne. Denen schien das nicht zu schmecken: Fauchend und aufgerichtet mit ausgebreiteten Flügeln sei eines der Tiere auf sie zu gelaufen, berichtet die Rentnerin. Es sei ihr so nah gekommen, dass sie schließlich verängstigt das Weite gesucht habe.

Nach ihrem unschönen Erlebnis hat die aufmerksame Spaziergängerin ein ähnlich aggressives Verhalten der Schwäne noch einige Male beobachtet – allerdings nur gegenüber Passanten mit Rollatoren oder Rollstuhlfahrern.

Bei der Gäste-Information habe sich noch niemand über die Schwäne beschwert, macht Leiter Olaf Bredensteiner deutlich. Er vermutet aber, dass das Verhalten der Tiere etwas mit ihrem Nachwuchs zu tun hat.

Wie berichtet hatte das schwarze Schwanenpaar im Oktober Junge bekommen. Eines hat überlebt, ist mittlerweile fast so groß wie seine Eltern und lebt gemeinsam mit ihnen in Sassendorfs grüner Lunge.

Es sei möglich, dass die Schwäne sich derart gebärden und besonders wachsam sind, um ihren Nachwuchs zu beschützen, mutmaß Bredensteiner. Warum sich die Schwaneneltern offenbar verstärkt von rollenden Vehikeln gestört oder gar bedroht fühlen, konnte der Sprecher der Gäste-Information nicht beantworten.

Bredensteiner rät Spaziergängern dazu, einfach weiterzugehen, wenn die Schwaneneltern sich ihnen nähern sollten. Am besten sei es, keine Angst zu zeigen und die Tiere in solch einem Fall zu „ignorieren“.

Keinesfalls sollten Menschen auf die Vögel zugehen, oder versuchen, die aufgeregten Schwäne mit gutem Zureden zu beruhigen. Anders als bei Hunden funktioniere das bei den Trauerschwänen nicht. „Das sind Wildtiere“, so Bredensteiner. Gefährlich seien die Vögel aber nicht.

Mit ihrem aufbrausenden Verhalten scheinen die Sassendorfer Schwaneneltern keine „schwarzen Schafe“ zu sein: In Hamminkeln am Niederrhein haben sich zwei Trauerschwäne im dortigen Schlosspark Besuchern gegenüber so aggressiv verhalten, dass sie abgeschafft werden mussten. Eine ältere Passantin war von Flügelschlägen der Tiere am Bein verletzt worden, viele Kinder fürchteten sich vor ihnen. So blieb den Verantwortlichen nicht anderes übrig, als dem Schwanenpaar einen Platzverweis zu erteilen.

Wer sich übrigens beim Flanieren durch den Kurpark dieser Tage wundert, dass nur wenige Enten auf dem Teich schwimmen, kann beruhigt sein: Es gebe keine Hinweise auf tote Enten, Jäger oder Krankheiten. Gebe es in einem Quartier etwa zu wenig Nahrung für alle Tiere, suchten sich einige von ihnen einen anderen Platz. „Das ist bei der Vogelbevölkerung ganz normal“, sagt Bredensteiner. Vielleicht hatten die ausgeflogenen Enten aber auch einfach die Nase voll von ihren hitzköpfigen schwarzen Mitbewohnern...

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