Trauercafé öffnet wieder die Türen

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Brigitte Sliwa, Hildegard Schiller-Hunold, Uta Kleine, Dorothee Neugebauer (sitzend von links), Helga Reckmann, Eva Schinnerling und Heike Welck (stehend von links) laden ein.

Bad Sassendorf.Wenn ein geliebter Mensch stirbt, ist nichts mehr so, wie es einmal war – eine Situation, in der sich die Hinterbliebenen ganz neu orientieren müssen. Das wissen die fünf Trauerbegleiterinnen der Soester Hospizbewegung, die ehrenamtlich das „Offene Trauercafé“ im Mehrgenerationenhaus (MGH) in der Bad Sassendorfer Wasserstraße leiten. 

Von Oktober bis März werden nun wieder neue Termine angeboten. Bis zum Frühjahr findet das Trauercafé an jedem zweiten und vierten Donnerstag von 14.30 bis 16 Uhr im Seminarraum des MGH statt. Eins ist dem Team der ehrenamtlichen Helferinnen wichtig: Beim Trauercafé werde nicht nur geweint. Ganz vielfältig und unterschiedlich seien die Themen, die besprochen werden. Die Koordinatorinnen Heike Welck und Dorothee Neugebauer vom ambulanten Hospizdienst Soest betonen, dass gerade das MGH als Haus der Begegnung ein wichtiger Ort sei, dass Trauernde die Möglichkeit bekommen, nicht alleine sein zu müssen. 

Das Trauercafé, so betonen es auch die Mitarbeiterinnen, starte bewusst in der „dunklen Jahreszeit“, einer Zeit, in der viele Menschen eher zum Grübeln neigten. Uta Kleine bekräftigt, dass es sich um ein offenes Angebot handele, jeder kommen könne, wann er oder sie wolle. Bei den Treffen sei immer eine Gesprächsleitung dabei. Die Teilnehmer könnten die Themen vorgeben, über die gesprochen werden solle. Ansonsten geben auch die Ehrenamtler Impulse. Brigitte Sliwa und Helga Reckmann berichten, dass es darum gehe, einen Weg zu finden, mit der Trauer umzugehen, sich gegenseitig zu stützen. Stirbt ein Mensch, dann ändere sich alles grundlegend für den nächsten Angehörigen, den Partner, so bestätigt das Team. 

Ein ganz großes Thema sei dabei die Einsamkeit. Zwar könnten Angehörige helfen, da sein, das Gefühl der Einsamkeit aber, davon würden die Trauerbegleiterinnen immer wieder hören. Oft habe man sich mit dem Partner die Aufgaben über viele Jahre geteilt, stehe nun bei vielen Dingen allein und hilflos da. Schwierig seien ebenfalls die Jahrestage. Ob es sich um den Todestag handele oder aber die das erste Weihnachten ohne den Partner, diese Daten seien sehr schwierig zu meistern. Den Alltag zu bewältigen, einen neuen Sinn im Leben zu finden, neu anzufangen, all das bewege die Teilnehmer. Und: Der Gedanke, dass es anderen ähnlich gehe, der sei beruhigend für die Trauernden, die oftmals auch die Angehörigen nicht belasten wollen. 

Koordinatorin Heike Welck berichtet, dass die meisten Teilnehmer Frauen seien, oft im Rentenalter. Männer seien auch dabei, wenn auch erfahrungsgemäß nicht so viele. Im Durchschnitt würden drei Termine wahrgenommen. Etliche Teilnehmer blieben aber länger dabei oder kämen oft in unregelmäßigen Abständen wieder, ganz nach eigenem Ermessen und Notwendigkeit. Verschwiegenheit sei oberstes Prinzip, eben auch, damit die Teilnehmer sich öffnen können mit ihren Sorgen und Nöten, ein großer Schritt für die Betroffenen, aber so wichtig, um Solidarität und Mitgefühl zu erfahren. Die Trauerbegleiterinnen haben die Termine in einem Wechselprinzip organisiert, damit immer eine auch beim vorangegangenen Treffen dabei war. Alle haben eine rund einjährige Ausbildung durch eine Referentin des Trauerinstitutes Bonn beim Hospizverein durchlaufen. Grundsätzlich sind die Treffen für Menschen aus dem gesamten Kreisgebiet gedacht. J kie

Die Termine: 11., 25. Oktober; 8, 22. November; 13. Dezember; 10., 24. Januar. 2019; 14., 28. Februar 2019; 14. und 28. März.

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