Woeste-Tiere ins Eis eingebrochen

Tote Wasserbüffel: Haltung nicht sachgerecht? Kreis und Gemeinde weisen Vorwurf zurück

Mit Hilfe der Feuerwehr mussten mehrere Wasserbüffel gerettet werden, die in der Woeste ins Eis eingebrochen waren.
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Mit Hilfe der Feuerwehr mussten mehrere Wasserbüffel gerettet werden, die in der Woeste ins Eis eingebrochen waren.

Der Vorfall um die am Samstag im Eis eines Teichs in der Woeste eingebrochenen Wasserbüffel mit drei toten Tieren lässt insbesondere den heimischen Landwirten keine Ruhe. So haben einige Bauern die Frage aufgeworfen, ob die Tiere überhaupt sachgerecht gehalten wurden oder ob das Kreisveterinäramt über die Haltung der Tiere im Bilde ist. Beides wurde von Dr. Wilfried Hopp, dem Leiter des Veterinäramts bejaht.

Bad Sassendorf - „Wir kennen die Haltung schon sehr lange“, sagte er. Die Haltung der Tiere, die alle Ohrmarken hätten, werde regelmäßig überprüft, ebenso werde wie bei anderen Rindern die vorgeschriebene jährliche Blutuntersuchung durchgeführt. Weil der Bestand durch Schlachtung einzelner Tiere reduziert werden sollte, sei das Veterinäramt allein im vergangenen Jahr drei Mal in den Monaten April, November und Dezember vor Ort gewesen.

Die sachkundige Betreuung der Tiere werde durch John und Diana Royer von der Five-Star-Ranch gewährleistet. Beide seien ausgebildete Pferdewirtschaftsmeister und hätten somit Erfahrungen mit der Nutztierhaltung. Zudem könnten beide die Zusatzausbildung Rinderhaltung vorweisen.

Wasserbüffel für extensive Haltung gut geeignet

Hopp erläuterte des Weiteren, dass es bei den Büffeln um eine extensive Haltung gehe, trotzdem werde aber selbstverständlich für die Tiere gesorgt. Dass die Büffel für diese Art der Haltung gut geeignet sind, werde durch einschlägige Studien bestätigt. Aufgrund des Wintereinbruchs sei in der Woeste alles tief verschneit gewesen. Dass die Tiere aufs Eis geraten und eingebrochen sind, sei letztlich als Unglück zu bezeichnen.

Ergänzend wies Bürgermeister Malte Dahlhoff darauf hin, dass im vergangenen Jahr mit unerwartetem Erfolg eine Wiedervernässung der Woeste durchgeführt wurde. Durch den gestiegenen Wasserstand seien bisherige Laufwege der Tiere überflutet worden. Möglicherweise sei auch dies ein Grund, warum sie auf das Eis geraten waren.

Den Vorwurf eines Landwirts, die Büffel, die 30 bis 50 Liter Wasser pro Tag brauchen, seien losgezogen, weil sie nicht ausreichend mit Wasser versorgt wurden, womöglich, weil die Tränke eingefroren gewesen sei, wies Dahlhoff zurück. Es habe sehr wohl eine Tränke gegeben, die Tiere hätten sie aber nicht angenommen. Auch in früheren Jahren seien die Büffel im Winter frei durch die Woeste gezogen und zum Trinken zu den Gräben oder Wasserstellen gelaufen. Dort hätten sie mit einem Tritt das Eis aufgebrochen, um zu saufen.

Als Lehre aus dem Vorfall habe die Gemeinde in Abstimmung mit dem Veterinäramt einen Paddock errichtet, in dem die Wasserbüffel so lange wie erforderlich gehalten und gefüttert werden. Erst jetzt, wo es keine andere Wasserquelle gibt, hätten die Büffel die Tränke angenommen. Außerdem werde noch ein weiterer Unterstand errichtet. Der Bürgermeister berichtete zudem, dass ein Bauhofmitarbeiter am Mittwoch und am Freitag vor Ort gewesen sei. Bei diesen Kontrollen sei jeweils alles in Ordnung gewesen.

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