Thermalbad: Klares Votum für Sanierung

Das 1976 in Betrieb genommene Sole-Thermalbad ist in die Jahre gekommen. Neben der technischen Sanierung soll die Inszenierung des Badevergnügens verbessert werden. - Archivfoto: Saline

BAD SASSENDORF - Zwei Dinge waren am Ende der langen Diskussion den Ratsmitglieder klar: Eine Sanierung des 1976 eröffneten Sole-Thermalbads ist unabdingbar. Ohne Thermalbad sähe es im Kurort düster aus.

Ohne Gegenstimmen und Enthaltungen stimmte der Gemeinderat daher im Grundsatz für das von Experten und Geschäftsführung des Thermalbads vorgestellte Sanierungskonzept, für das ein Finanzvolumen von rund 7,7 Millionen Euro erforderlich wäre.

Nach dieser grundsätzlichen Entscheidung soll das Thermalbad in den Jahren bis 2020 grundlegend erneuert werden. Zudem sollen etliche Maßnahmen das Ambiente im Bad verbessern und neue Angebote entwickelt werden, um die Attraktivität des Bades zu steigern.

Wie Bürgermeister Antonius Bahlmann zusammenfassend erläuterte, ging es letztlich um die Grundsatzfrage: Neubau oder Sanierung oder Auslaufen lassen?

„Bad Sassendorf ohne Bad: Das geht nicht“

Letzteres komme eigentlich nicht in Frage, bekräftigte Edwin Morch (SPD). Hurrarufe löse das Ergebnis der Untersuchungen nicht aus. „Aber Bad Sassendorf ohne Bad: Das geht nicht.“ Ähnlich äußerten sich Dr. Jürgen Mahlstedt (BG), Reinhard Klöne (FDP) und Beke Schulenburg (CDU).

Die verbliebenen Alternativen beleuchteten Hans-Peter Vogelhofer von der Deutschen Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft (DSBG) aus Herne und Rolf von Bloh, der Geschäftsführer des Thermalbads. Der Neubau käme demnach auf 25 Millionen Euro, für den Kapitaldienst entstünden Kosten von 1,75 Millionen. Die Sanierung taxierte Vogelhofer auf 7,7 Millionen Euro, den Kapitaldienst auf 540 000 Euro. Wichtig auch: Eine neue Therme, so der Experte aus Herne, bringe nur eine marginal bessere Wirtschaftlichkeit.

Wie von Bloh ergänzend erläuterte, sei die Finanzierung der Sanierung durch Kredite konservativ kalkuliert. Angesetzt wurde eine Laufzeit von 21 Jahren bei vier Prozent Zinsen und drei Prozent Tilgung. Noch gänzlich ungeklärt sei die Frage, ob die Thermalbad-GmbH als Tochter der Gemeinde auf Landeszuschüsse hoffen kann.

Aussichtsreich könnte diese Anfrage werden, weil bei der Landesregierung Ende vergangenen Jahres ein Umdenken stattgefunden habe, erklärte ergänzend Bürgermeister Bahlmann. Gefördert werde demnach nicht mehr der Bau von Neuem, sondern auch der Erhalt wichtiger bestehender Substanz.

Auf der Grundlage des Cash Flow, also der selbst erwirtschafteten Mittel und der Zuwendungen der Gemeinde und der Saline als Gesellschafter, wäre eventuell sogar eine Finanzierung ohne Kredite möglich, sagte von Bloh. Dies müsse aber noch weiter geprüft werden. Mit diesen Aussichten stimmten die Mitglieder des Gemeinderats geschlossen für das Sanierungsmodell. Weitere Einzelheiten bezüglich der Finanzierung und der Vorgehensweise sollen in den kommenden Monaten jeweils berichtet werden. Uwe Sommer (SPD) zeigte sich zwar irritiert, dass die Fördermöglichkeiten noch nicht abgeklärt worden seien. Dies, entgegnete Vogelhofer, sei aber noch gar nicht möglich gewesen, da zuerst die grundsätzliche Vorgehensweise zu klären gewesen sei. - tbg

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