Telefonleitung tot

Angehörige erreichen ihre Lieben nicht: Vergebliche Anruf-Versuche im Seniorenheim

Das Seniorenhaus Saline an der Bad Sassendorfer Weststraße ist telefonisch derzeit nicht zu erreichen. Die Leitung ist seit Freitag gestört.
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Das Seniorenhaus Saline an der Bad Sassendorfer Weststraße ist telefonisch derzeit nicht zu erreichen. Die Leitung ist seit Freitag gestört.

Seit Tagen schon versuchen Angehörige vergeblich, ihre Lieben in einem Seniorenheim im Kreis Soest zu erreichen. Die Festnetznummer wählen sie dabei vergeblich, die Telefonanlage ist tot. Das sorgt natürlich gerade in Corona-Zeiten für Aufregung.

Bad Sassendorf – Die Durchwahl des Angehörigen aus dem Seniorenheim ist seit jeher vertraut, aber der Angerufene meldet sich nicht. Stattdessen flötet eine Frauenstimme eine automatische Rückmeldung ins Ohr: „Die gewählte Rufnummer ist ungültig.“ Da kann beim Anrufer schon mal die Sorge aufkommen, ob mit dem Angerufenen alles in Ordnung ist.

Erlebnisse dieser Art haben seit vergangenen Freitag viele Angehörige von Bewohnern des Seniorenhauses Saline gemacht. Anrufe bei den Angehörigen per Durchwahl oder bei der Zentrale verliefen im Nirwana der Leitungsnetze. Dass es seit vergangener Woche erhebliche Probleme mit der Telefonverbindung des Seniorenheims in der Weststraße gibt, bestätigt Eduardo Lopes, Geschäftsführer der Vida Sana Holding GmbH in Dortmund, zu der die Bad Sassendorfer Einrichtung gehört.

Ursache liegt bei Vodafone

Die Ursache liege aber nicht bei der Telefonanlage des Seniorenhauses Saline, sondern bei der Zuleitung, für die Vodafone zuständig ist. Techniker des Unternehmens seien seit Tagen immer wieder vor Ort, um den Schaden zu beheben. Nach dem letzten Stand sollten die Probleme am Donnerstag behoben werden, so Lopes.

Betroffen war letztlich der Internetzugang, sodass Telefonie und E-Mails nicht möglich waren. Dies sei in der Tat für die Angehörigen sehr ärgerlich, durch die Hausleitung seien die Angehörigen am Mittwoch per Mobilfunkanruf informiert worden, zugleich sei ihnen eine Mobilfunknummer für Rückfragen mitgeteilt worden, erklärte der Geschäftsführer. Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, über die Verwaltung in Dortmund Kontakt zu der Einrichtung zu bekommen. Telefonverbindungen seien auch im Internet aufgeführt.

Wegen der Störung sei ebenfalls die Heimaufsicht informiert worden. Über die Mobilfunknummern der Pflegedienstleitung, der Hausleitung und der Technik sei für die Heimaufsicht und ähnliche Einrichtungen ein Kontakt jederzeit möglich. Benötigt wurden diese Verbindungswege aktuell ganz besonders. Wie Lopes berichtete, wurde vergangenen Freitag die erste Corona-Schutzimpfung für die Bewohner durchgeführt, wegen der Pandemie sei generell die Erreichbarkeit des Hauses wichtig.

Nicht jede Station mit Handy ausgestattet

Bleibt noch die Frage, die ein Angehöriger aufgebracht hat: Warum wird nicht jede Station mit einem Handy ausgestattet, sodass die Angehörigen der Bewohner auf diese Weise anrufen können? Lopes griff die Anregung nicht auf, der Geschäftsführer verwies stattdessen auf die bestehenden Anrufmöglichkeiten. Er berichtete außerdem, dass inzwischen bei der Telekom ebenfalls ein Telefonanschluss beantragt wurde.

Mit zwei verschiedenen Anschlüssen will die Einrichtung somit wohl auf Nummer sicher gehen. Ein Umstand, der Bewohner und Angehörige etwas beruhigen dürfte.

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