Treffpunkt mitten im Dorf

Tankstelle als Büdchen an der Ecke

Shell-Tankstelle in Bad Sassendorf
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Knapp 60 Quadratmeter groß ist der Verkaufsraum, und doch finden die Kunden, was sie auf die Schnelle brauchen. Thomas Hatkemper sowie Roswitha Nilges und Monika Leismann begrüßen viele Stammkunden.

Tante Emma in der Tankstelle - das gibt es in Bad Sassendorf, wo der kleine Verkaufsraum mitten im Ort eine feste Institution ist.

Bad Sassendorf – „Schreiben Sie doch mal was über das Büdchen von Bad Sassendorf – unsere Shell-Tankstelle im Ort!“ Eine Leserin ist froh, dass sie diese Nachbarn hat: Freundliche Mitarbeiter, die, wie sie schildert, jeden so nehmen, wie er eben ist, die zuvorkommend, einfach nett seien und bei kleinen Problemen mit dem Auto helfen. „Ein natürlich gewachsenes soziales Netzwerk im Herzen von Bad Sassendorf“, meint die Bad Sassendorferin.

Draußen stehen die Kraftstoff-Säulen. Nur knapp 60 Quadratmeter groß ist der Verkaufsraum, doch finden Bewohner und Besucher des Badeortes alles, was sie zwischendurch auf die Schnelle brauchen, um Hunger oder Durst zu stillen, sich mit Lesestoff einzudecken oder auf kurzem Weg zu holen, was sie beim Einkaufen oder Kofferpacken für die Kur vergessen haben, wie Zahncreme oder Toilettenpapier.

Von morgens um 6 Uhr bis abends 22 Uhr

Die Türen öffnen sich morgens um 6 Uhr und schließen abends um 22 Uhr. Manch einer bestellt einen Cappuccino zum Mitnehmen oder auch ein Eis auf die Hand. Andere geben ihre Pakete auf und nutzen die Abholstation.

Pächter Thomas Hatkemper betreibt insgesamt fünf Stationen. Standorte befinden sich auch in Soest, Warstein, Brilon und Sundern. Die Tankstelle an der Alleestraße in Bad Sassendorf hält er inzwischen am längsten. Der Kfz-Meister übernahm sie bereits vor mehr als zwanzig Jahren. Damals trat er die Nachfolge von Dietmar Granitza an – und startete quasi mit Vollgas in die Selbstständigkeit.

Was ihm an Bad Sassendorf besonders gefällt? Der gebürtige Soester antwortet: „Hier geht es dörflich und familiär zu. Man kennt die Kunden, ihre Gewohnheiten und weiß, was sie wünschen.“ Dass es so gut laufe, sei im besonderen Maße den Mitarbeitern zu verdanken. Das Stammpublikum sei ihnen so vertraut, dass es ihnen gleich auffalle, wenn der ein oder andere mal nicht zur sonst üblichen Zeit vorbeikomme. Hatkemper: „Dann schauen sie auf die Uhr und wundern sich, dass er ausnahmsweise so spät dran ist.“

Bad Sassendorf sei ihm in all den Jahren besonders ans Herz gewachsen, sagt der Chef, der mit Blick auf den geschäftlichen Erfolg und auf die Bindung zufriedener Kunden außerdem betont: „Man muss sich abheben.“

Das bedeute für ihn, Service zu bieten, zum Beispiel in der angeschlossenen Werkstatt. Ölwechsel, Sommer- und Winterreifen aufziehen oder Wischerblätter austauschen gehören zum Angebot, das viele Bad Sassendorfer schätzen. Als großen Vorteil betrachten sie es auch, dass sie das alles auf kurzem Weg nah vor ihrer Haustür und zentral im Ort vorfinden, wo die Tankstelle seit ewigen Zeiten ihren Platz hat und eine Institution ist.

Pächer mit Leib und Seele

Die Nachbarin beschreibt das so: „Morgens holen sich die Arbeiter ihren ersten Kaffee, viele Sassendorfer tanken, besorgen sich ihre Zeitungen bei einem Spaziergang oder kommen auf einen kleinen Plausch vorbei.“

Thomas Hatkemper ist Pächter mit Leib und Seele. „Es macht rundum Spaß für ein Unternehmen zu arbeiten, das innovativ ist und immer neue Ideen hat“, hebt er hervor. Wer weiß, vielleicht tritt ja demnächst der Sohn in die Fußstapfen des Vaters. Der ist 14 Jahre jung, handwerklich sehr begabt und am Beruf seines Vaters sehr interessiert.

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