Studentin an der Uni-Spitze

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Die neue studentische Vizepräsidentin Lena Schulze-Gabrechten mit ihrem Vorgänger Simon Pagany (rechts) und ZU-Präsident Stephan A. Jansen (links). ▪

BAD SASSENDORF ▪ Knappe Ressourcen und am grünen Tisch geplante Studiengänge: Viele Studenten würden nur zu gerne selbst die Bedingungen ihres Studiums bestimmen. Genau das hat Lena Schulze-Gabrechten aus Bad Sassendorf geschafft.

Die 23-Jährige, die im fünften Semester Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Zeppelin Universität Friedrichshafen (ZU) studiert, wurde jetzt als hauptamtliche studentische Vizepräsidentin der ZU berufen. Sie löste Simon Pagany ab, der dieses vor einem Jahr erst geschaffene Amt an der Privat-Uni als erster bekleidet hat.

Zugleich ist Lena Schulze-Gabrechten damit die erste Frau an deutschen Universitäten, die in ein solches Amt berufen wurde. Zurückzuführen ist dies auch darauf, dass es nur wenige Universitäten gibt, bei denen die Vertretung der Studierenden auf diese Weise geregelt ist. Eine noch dazu hauptamtliche Position, wie sie die Bad Sassendorferin nun für ein Jahr bekleiden wird, ist wohl noch einzigartig. „Ich bin volles Mitglied im Präsidium“, schilderte Schulze-Gabrechten ihre Position, die mit entsprechenden Bezügen verbunden ist. Das Studium wird wegen des Fulltime-Jobs ein Jahr ruhen.

Gereizt hat sie an der Position der Wechsel der Perspektive, erläutert die frisch gebackene Uni-Vizepräsidentin. Die Ausgestaltung des neuen Bachelor-Studiengangs an ihrer Uni wird in den nächsten Monaten ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sein. Wobei sie sich mit der Uni einig weiß, dass vier statt drei Jahre für diesen Studiengang wünschenswert wären. Viele Erstsemester seien heute gerade 18 Jahre alt, zudem gelte es, das Studium mit der erforderlichen Breite aufzustellen.

Bei dem Einsatz für die Uni-Leitung will Schulze-Gabrechten, die ihr Abi 2007 am Soester Archigymnasium ablegte, den Kontakt zu ihren Kommilitonen nicht vernachlässigen. „Ich werde weiter meine Augen offen halten, mittags in die Mensa gehen und einige Vorlesungen besuchen“, erläuterte sie: „Ich will nicht den Blick der Studierenden verlieren und zur Präsidiums-Praktikantin werden.“ Zugleich ist sie überzeugt, dass sie ihre Perspektive erfolgreich einbringen kann, so vertrete die Leitung der 2003 gegründeten Uni mit derzeit knapp 800 Studierenden den Standpunkt, dass die Studierenden an der Uni das Wichtigste seien.

Genau deshalb war die Besetzung der Vizepräsidentenstelle mit einem Studierenden vor einem Jahr eingerichtet worden. „Zunächst war es ein Experiment“, erläuterte ZU-Präsident Professor Dr. Stephan A. Jansen, und resümierte nach einer Amtsperiode: „Mit Simon Pagany war es exzellent.“ Dieser habe bei vielen wichtigen Vorhaben erfolgreich mitgewirkt, so Jansen: „Damit hat sich unsere Annahme voll bestätigt: Ohne Studierende kann man keine Universität nachhaltig managen.“

Diese Vorreiterrolle der ZU findet offenkundig Nachahmer: Einige Hochschulen in Deutschland seien dem Beispiel bereits gefolgt und hätten Studierende zumindest in Teilzeit ebenfalls in die Präsidiumsarbeit eingebunden, so Jansen. Auch in der Bildungspolitik sei die ZU-Initiative sehr interessiert verfolgt worden. ▪ tbg

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