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Nachts wird es im Kurort jetzt früher dunkel

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Von: Ludger Tenberge

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Die Straßenlaternen in der Gemeinde werden zum Energiesparen zwischen 22 und 6 Uhr statt zwischen 23 und 4.30 Uhr auf halbe Leistung geschaltet.
Die Straßenlaternen in der Gemeinde werden zum Energiesparen zwischen 22 und 6 Uhr statt zwischen 23 und 4.30 Uhr auf halbe Leistung geschaltet. © Peter Dahm

Nicht so, dass in Bad Sassendorf die Lichter gleich ganz ausgehen, aber die halbe Leistung reicht in den Nachtstunden auch. Und Nacht herrscht, zumindest gemäß der Steuerung der Straßenbeleuchtung, inzwischen nicht mehr von 23 und 4.30 Uhr, sondern von 22 bis 6 Uhr.

Bad Sassendorf – Diese Verlängerung der Nachtabschaltung auf halbe Leistung bedeutet immerhin 13 Prozent mehr Ersparnis als vorher. Das erläuterte Fabian Wälter, Referent Kommunales Partnermanagement der Westenergie, einer Tochter der Westnetz AG, jetzt im Planungs-, Bau- und Verkehrsausschuss. Damit führe die Verlängerung der Nachtabschaltung zu einer Einsparung von zehn Tonnen CO2 pro Jahr. Wie Wälter weiter erläuterte, bleiben bestimmte Straßenlaternen, etwa an Straßenkreuzungen oder Zebrastreifen, an. Zulässig und umsetzbar sei die Nachtabschaltung in der Regel bei etwa 90 Prozent der Laternen.

Von einem weiträumigeren vollständigen Abschalten von Straßenlaternen, wie dies die SPD-Fraktion vor einiger Zeit mit einem Antrag gefordert hatte, riet Wälter ab. Erstens müsse jede Laterne mit einem so genannten Laternenring – einer roten Banderole in einem weißen Feld – ausgestattet werden. Zweitens müsse das individuelle Sicherheitsgefühl der Menschen bedacht werden. Drittens könne sich aus der Verkehrssicherungspflicht eine Beleuchtungspflicht ergeben. Bei Gefahrstellen müssten, viertens, die Laternen ohnehin brennen. Und fünftens wäre jede Straße mit dem Straßenbaulastträger zu prüfen. Wälter: „Wir empfehlen die Nachtabschaltung auszuweiten, die Laternen aber nicht ganz abzuschalten.“

Die Verwendung von Bewegungsmeldern bezeichnete Wälter als wenig sinnvoll. Für Anwohner sei es womöglich nicht so toll, wenn bei jeder Bewegung die Laternen angehen. Zudem sei diese Lösung mit einem hohen Technikeinsatz verbunden; welche Einsparpotenziale Bewegungsmelder bringen, sei umstritten.

Im übrigen erläuterte der Experte, dass die Einsparung von Energie dank der in der Gemeinde zumeist eingesetzten Kompaktleuchtstoffröhren schon recht gut sei. Diese Leuchtmittel müssen, da sie Quecksilber enthalten, bis 2027 aufgrund neuer Vorschriften jedoch ausgetauscht werden. Diese Umstellung auf LED-Leuchtmittel bringe ein weiteres Energiesparpotenzial mit sich. Ein Vorteil der LED-Leuchtmittel bestehe darin, dass der Straßenraum gezielter ausgeleuchtet werden kann und weniger Streulicht entsteht. Dies sei zum Beispiel für den Insektenschutz von Belang.

In Bad Sassendorf müssen Wälter zufolge bis 2027 etwa 715 der Kompaktleuchtstofflampen ausgetauscht werden. Bei einem mittleren Preis von 550 Euro für die neuen Leuchten sei für den Austausch mit Kosten von fast 400 000 Euro zu rechnen. Weil die Frist noch einige Jahre läuft, füllt die Westenergie derzeit ihre Lager noch einmal mit den Kompaktleuchtstofflampen auf. Jede Kommune müsse nun für sich entscheiden, wie der Austausch erfolgen soll. Die Möglichkeiten reichen von sofort und komplett über sukzessive auf mehrere Jahre verteilt oder kurz vor Ablauf der Frist komplett.

Der Ausschuss nahm den Beschlussvorschlag einstimmig an. Geprüft wird demzufolge, welche Einsparpotenziale bestehen und welche Mittel wegen der Umrüstung zur Verfügung gestellt werden sollen.

Eigener QR-Code für jede Straßenlaterne

Moderne Technik hält auch auf den Laternenmasten selbst Einzug. Westenergie wird jede Laterne mit einem Aufkleber mit QR-Code versehen. Zugleich wird der genaue Standort der Laterne hinterlegt, scannt ein Einwohner den QR-Code, kann er über die Nutzerführung direkt per Smartphone zum Beispiel melden, ob eine Laterne defekt ist. Der Kundendienst bekommt damit zugleich den genauen Standort mitgeteilt, sodass defekte Laternen zuverlässig gefunden werden.

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