Gertrud Oelker: Küsterin aus Begeisterung

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Auch die Pflege der liturgischen Kleidung gehört zu den Aufgaben der Bad Sassendorfer Küsterin Gertrud Oelker.

Bad Sassendorf – Fest verschlossene Türen gibt es bei ihr nicht. „Meine Sakristei steht allen offen“, sagt Gertrud Oelker, Küsterin in der katholischen Gemeinde Heilige Familie. 

Seit mehr als 20 Jahren versieht sie ihren Dienst an St. Bonifatius, und sie erfährt immer wieder, wie gut vielen Menschen ein persönliches Gespräch tut, wenn sie den Kirchenraum betreten, eine Kerze anzünden, vor der Muttergottes verweilen und still beten. Sie sind Suchende und wissen: Gertrud Oelker schenkt ihnen Zeit und hört zu. Alles, was ihr die Menschen anvertrauen, bleibt in der Kirche, nichts dringt nach außen. „Ich möchte nah am Menschen sein“, betont die 64-Jährige, die das Bad Sassendorfer Gotteshaus so gut kennt wie kaum ein anderer. Für jeden Besucher hat sie ein freundliches Wort.

 Die hauptamtliche Mitarbeiterin kümmert sich: um die Pflege der Paramente zum Beispiel, um die Bestellung der Kerzen, für die sie eine Inventurliste führt. Sie sorgt dafür, dass Wein und Hostien zur Verfügung stehen, ist auch dafür zuständig, dass beides sowohl in St. Christophorus in Oestinghausen und in der Antonius-Kapelle in Bettinghausen zur Stelle ist. Sie putzt das sakrale Gerät und achtet darauf, dass die liturgische Kleidung bereitliegt. Sie gibt die Priester-Gewänder zur Reinigung oder zur Schneiderei, legt bei der Goldstickerei auch schon einmal selber Hand an. In den Gottesdiensten reicht sie das Kollektenkörbchen herum und schaut dann in viele bekannte Gesichter. 

Ist sie einmal nicht im Einsatz, wird sie vermisst, und es kommt vor, dass die Leute später, wenn sie sie einmal im Dorf treffen, fragen: „Wo waren Sie denn?“ Den Einstieg in den Beruf, den sie sich mit großer Freude widmet, fand Gertrud Oelker durch das Ehrenamt. Der Kirche schon immer eng verbunden, arbeitete sie im Katechetenkreis mit. Tochter Cordula ging in Bad Sassendorf zu Kommunion und schloss sich den Messdienern an. 

Die Tür ist immer geöffnet: Die Küsterin möchte nah am Menschen sein.

Die 64-Jährige berichtet, wie viel Spaß es ihr damals zum Start gemacht habe, mitzuhelfen und eine Tätigkeit kennenzulernen, die sich durch geistliche Bezüge im christlichen Leben auszeichnet, aber auch mit Technik und Organisation verbunden ist. „Als Ehrenamtliche habe ich viel gelernt, es war eine wunderbare Zeit“, erinnert sie sich. 

Pfarrer Stefan Heider war damals Seelsorger an St. Bonifatius, heute gehört die Gemeinde zum großen Pastoralen Raum. Die Bad Sassendorferin entschloss sich seinerzeit, die Küsterschulung zu absolvieren. Die Familie stärkte ihr den Rücken, und so ist es bis heute geblieben. Gertrud Oelker freut sich, dass die Tochter Cordula sie gern unterstützt: „Sie ist damit groß geworden.“ 

Corona hat vieles verändert. Was die Küsterin am meisten vermisst? Das sei der direkte Kontakt zu den Menschen, die in der Gemeinschaft am Glaubensleben teilnehmen, antwortet sie, „ich möchte mit den Menschen zusammensein.

Die Serie

Ohne die Helfer, die oft im Hintergrund wirken, würde vieles nicht laufen. Wir stellen in dieser Serie Menschen vor, die sich in besonderer Weise einsetzen. Kennen Sie jemanden, den wir vorstellen sollen, melden Sie sich: 02921/688223. 

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