Sonderausstellung: 200 Jahre Baden in Westfalen

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Zur Eröffnung absolvierte die Ministerin einen Gang durch die Sonderausstellung. Hier erläutert (von rechts) Bürgermeister Malte Dahlhoff Wissenschaftsministerin Svenja Schulze ein Modell des Sole-Thermalbades. Egbert Teimann vom Aufsichtsrat der Bäderholding, Museumsleiter Dr. Oliver Schmidt und der Landtagsabgeordnete Norbert Römer schauen neugierig zu.

Bad Sassendorf - Die Sole als Jungbrunnen: Das ist das Standbein, auf dem Bad Sassendorf seit Jahrzehnten steht. Die Anfänge des Badebetriebs vor 200 Jahren thematisiert eine Sonderausstellung der Westfälischen Salzwelten, die am Mittwoch offiziell eröffnet wurde.

Rheuma hat die Menschen auch vor 200 Jahren schon gezwickt, und was hilft, war ihnen durchaus bekannt: So sind aus dem Frühjahr 1817 mehrere Anfragen an die Genossenschaft der Salzbeerbten überliefert, ob nicht zu Badezwecken Sole zur Verfügung gestellt werden könne. Am 30. April 1817, so die Feststellungen der Salzwelten, wurde in Sassendorf erstmals in Sole gebadet, ein offizieller Badebetrieb habe sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Kinderheilanstalten, Badehäuser und Kliniken folgten, und vor 40 Jahren kam das Solethermalbad hinzu. „200 Jahre Baden in Westfalen“ und „40 Jahre Soletherme Bad Sassendorf“: Diese Jubiläen würdigt das Salzwelten-Museum mit einer Sonderausstellung, die gestern im Beisein von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze eröffnet wurde.

Die Jubiläen seien in der Tat eine gute Gelegenheit zurückzuschauen, so die Ministerin: „Was Sie aber auch tun – und das ist das Spannende an der Sonderausstellung: Dass Sie nach vorne schauen.“ Sich den Forderungen der Zukunft zu stellen, sei auch wegen der vielen Impulse aus der Region immer wieder gelungen. Dabei verwies Schulze ausdrücklich auf die hohe Qualität der heimischen Hochschulen und des Instituts für Biomechanik.

Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Malte Dahlhoff. Ohne die Innovationen aus dem Ort und der Region hätte der Kurort die verschiedenen Anforderungen des Strukturwandels kaum geschafft. Beispielhaft zeichnete er den Weg vom landwirtschaftlich geprägten Dorf über den Kurort klassischer Prägung bis zum modernen Reha-Ort nach. Zugleich dankte Dahlhoff für die Unterstützung des Landes, so ist die Entwicklung der Sonderausstellung durch das Landesprogramm „Regionale Kulturförderung“ unterstützt worden.

Museumsleiter Dr. Oliver Schmidt knüpfte an die ersten Anwendungen im Ort an. Das Baden in der Sole sollte Rheuma, Gicht und Erkältungen lindern. Die kleine Schau auf der Empore der Salzwelten verweist auf diese Dokumente und zeigt auf rund 120 Quadratmetern zwei Badekübel, die einst in den Kinderkurkliniken zum Einsatz kamen. Die Medien und Objekte der Ausstellung zeichnen die Entwicklung nach, die das Baden seit dem frühen 19. Jahrhundert in Westfalen genommen hat.

Die Sole-Therme ist mit einem detailreich gestalteten Modell vertreten. Kern der Ausstellung sind zwei Medientische, die die Kultur- und Technikgeschichte des Badens darstellen und die das Planen eines neuen Thermalbades simulieren.

Vorträge und Extraveranstaltungen

Ein Rahmenprogramm zu der Sonderausstellung liefert jeweils am zweiten Donnerstag im Monat im April, Mai, Juni und Juli einen spannenden Vortrag rund um Bademedizin, Badekultur oder die dafür erforderliche Technik. Den Auftakt macht direkt am heutigen Donnerstag Alfons Meck, der ehemalige technische Leiter der Saline. Der internationale Museumstag am 21. Mai lockt mit freiem Eintritt und einem Programm, das sich um das Baden in Bad Sassendorf dreht. Ähnliches gilt für den Kinderbadetag, der während des Sälzermarktes am 8. und 9. Juli ausgerichtet wird. Weitere Veranstaltungen rund um das Baden in Westfalen sind im Rahmen dieses Projekts in den Partnerorten Unna, Werl und Salzkotten geplant.

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