Schwäne auf dem Möhnesee: Zahl darf ruhig schwanken

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Die Zahl der Höckerschwäne auf dem Möhnesee schwankt von zu Jahr durchaus mal. Dass der Bestand insgesamt stark zurückgegangen ist, bestätigen die bisherigen Ergebnisse der Vogelzählung aber nicht.

Möhnesee - Wenn sie majestätisch übers Wasser gleiten, sind die Schwäne auf dem Möhnesee für viele ein echter Blickfang. Bisweilen muss man dennoch regelrecht nach den Schwänen Ausschau halten. Der Eindruck, dass es in diesem Jahr kaum Schwäne am Möhnesee gibt, ist allerdings nicht ganz zutreffend.

Bestimmte Schwankungen sind normal und selbst ein Rückgang bei den Höckerschwänen auf dem Möhnesee würde Vogelkundler nicht beunruhigen. Konkrete Zahlen kann Julia Daebeler vom Landschaftsinformationszentrum Möhnesee nennen. Die Diplom-Landschaftsökologin ist nämlich für die Vogelbeobachtung am Möhnesee zuständig. 

Der Stausee insgesamt wird dabei zwar erst seit 2016 berücksichtigt, für die Naturschutzgebiete Möhneaue und Hevesee kann Daebeler jedoch Zahlen nennen. In der Saison 2015/2016 wurden 23 Höckerschwäne gezählt, in der Saison 2016/2017 waren es knapp 40, in der Saison 2017/2018 waren es 31 Tiere. Gewisse Schwankungen sind für die vergangenen Jahre zwar festzustellen. 

Dies muss aber keineswegs alarmierend sein. Daebeler: „Wenn sich ein Trend zeigen würde, dass die Zahl abnimmt, wären Vogelkundler trotzdem nicht besorgt.“ Da Schwäne sich von Wasserpflanzen ernähren, wäre ein Rückgang der Population ein Hinweis auf eine bessere, klarere Wasserqualität aufgrund verbesserter Technik in den Klärwerken. 

Bessere Wasserqualität ist wiederum gleichbedeutend mit weniger Nährstoffen für Algen und Wasserpflanzen, also weniger Eutrophierung.  Damit nimmt Futterangebot für pflanzenfressende Vögel jedoch ab. Allenfalls wenn die Artenzahl am Möhnesee insgesamt sinken würde, könnte dies beunruhigend gewertet werden, so Daebeler. 

Die Zählsaison im Rahmen des Monitorings der Wasservögel am Möhnesee beginnt im August und läuft bis April. Seit 2016 wird dabei der Möhnesee insgesamt erfasst, vorher waren es die geschützten Bereiche in der Möhneaue und am Hevesee. 

Einmal im Monat werden für die Vogelzählung von Julia Daebeler bestimmte Zählpunkte am Möhnesee angefahren. Neben der Erfassung von Temperatur und Wetterlage erfolgt dann per Spektiv die Bestimmung und Zählung der verschiedenen Wasservogelarten. 

Die größten Veränderungen sind dabei während des Vogelzugs ab Herbst festzustellen, so die Mitarbeiterin des Liz.

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