Börde-Therme ohne Corona ein Volltreffer

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Hans-Peter Vogelhofer auf der Sonnenterrasse des neuen Gradierwerks mit Blick auf die Therme. Er ist stolz: „Das Thermalbad ist so ein tolles Produkt geworden, mit einer so großen Angebotsvielfalt, dass es die Wirtschaftlichkeit erreichen wird, wenn Corona keine Rolle mehr spielt.“

Bad Sassendorf – Hätte und wenn – dann wäre die Bilanz der Börde-Therme für die Zeit seit der umfassenden Sanierung und Erweiterung mehr als zufriedenstellend ausgefallen. Die Corona-Pandemie machte dieser erfreulichen Entwicklung jedoch einen Strich durch die Rechnung. Auf diese wesentlichen Aussagen lässt sich die bisherige Zwischenbilanz verdichten, die Geschäftsführer Hans-Peter Vogelhofer am Mittwoch im Gemeinderat vorgestellt hat. 

Gemäß einer Prognose für 2020, das erste volle Betriebsjahr nach den umfangreichen Bauarbeiten, wäre mit Umsatzerlösen von 3,44 Millionen Euro zu rechnen gewesen, so Vogelhofer. In den ersten drei Monate im Vollbetrieb seit Mitte Dezember habe sich jedoch ein Gästezulauf ergeben, wonach die Jahresprognose deutlich überschritten worden wäre. In den ersten drei Monaten des Jahres sei durchschnittlich ein Erlös von jeweils 300 000 Euro erwirtschaftet worden. 

Doch dann kam Mitte März der Lockdown wegen der Corona-Pandemie und damit der vollständige Stillstand der Therme. Die Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit geschickt werden, die laufenden Kosten, zum Beispiel beim Energieverbrauch, wurden so weit wie möglich heruntergefahren. Auf diese Weise sei es gelungen, die Aufwendungen um 420 000 Euro zu senken. 

Mit den ersten vorsichtigen Lockerungen ergab sich dann seit dem 30. Mai die Wiedereröffnung von Teilbereichen der Therme, inzwischen gehören auch weite Bereiche der Sauna dazu. Die entscheidende Frage ist nun, was am Ende des Jahres unterm Strich stehen wird. Wie Vogelhofer erläuterte, wurden dazu Prognosen für eine aufs Jahr gesehen 50-prozentige und eine 75-prozentige Auslastung erstellt. 

Demnach würden die Umsatzerlöse entweder gut 1,8 oder knapp 2,6 Millionen Euro ausmachen. Nach dem Abzug von Abschreibungen und dem Kapitaldienst für die Darlehen würde die Bilanz bei 50 Prozent Auslastung mit einem Minus von 2,5 Millionen Euro schließen; bei 75 Prozent Auslastung ergäbe sich ein Minus von 1,75 Millionen Euro. Unwägbar bleibt, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Ohne eine zweite Pandemiewelle sei aufgrund der bisherigen Entwicklung davon auszugehen, dass sich die Besucherzahlen Tag für Tag steigern, so Vogelhofer. Dann sei etwa mit einer 75-prozentigen Auslastung zu rechnen.

 Vogelhofer zeigte sich überzeugt, dass das Bad nach der Sanierung grundsätzlich ein Erfolg wird: „Das Thermalbad ist so ein tolles Produkt geworden, mit einer so großen Angebotsvielfalt, dass es die Wirtschaftlichkeit erreichen wird, wenn Corona keine Rolle mehr spielt.“

 Bei den Besuchern sei große Zufriedenheit bis hin zu Begeisterung zu spüren. Zudem werden die derzeit noch ängstlicheren Besucher nach Corona ebenfalls wiederkommen. Ein Indikator dafür sei der starke Verkauf von Wertgutscheinen. „Das zeigt, dass die Menschen nur darauf warten, wieder zu uns zu kommen“, erklärte der Geschäftsführer. 

Ein Aufwärtstrend sei zudem gemäß dem Jahresabschluss 2019 trotz der in jenem Jahr intensivsten Bautätigkeit in der Therme zu erkennen. Der Jahresfehlbetrag 2019 belaufe sich auf 376 000 Euro, dank eines Übertrags aus 2018 betrage der Verlust jedoch nur 279 000 Euro. Den positiven Einschätzungen schloss sich Bürgermeister Malte Dahlhoff an. Es bestehe eine berechtigte Hoffnung, nach Corona gut aus den Startlöchern zu kommen. Dahlhoff verwies jedoch ebenfalls auf die unberechenbaren Folgen der Pandemie. So ist die Sole-Therme in Bad Waldliesborn wegen des Lockdowns in den Kreisen Gütersloh und Warendorf seit Mittwoch wieder geschlossen, weil etwa 50 Prozent der Besucher aus jenen Regionen kommen.

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