Neujahrs-Ensemble konzertierte brilliant

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Jana Stehr und Konzertmeister Kálmán Oláh harmonierten in Spiel und Gesang wie beim Lied „Schwarzer Zigeuner“.

Bad Sassendorf - Musik aus zwölf Ländern, gespielt von Musikern aus sechs Ländern: Beim Neujahrskonzert hatte sich das beliebte „Trio Jassiko“ für eine musiktechnische Bandbreite Verstärkung geholt. „Wir sind auf ein Oktett angewachsen“, erklärte Konzertmeister Kálmán Oláh zu Beginn der „Musikalischen Weltreise“, die hielt was sie versprach: Lieder aus vielen Ländern der Erde, temperamentvoll, einfühlsam und kraftvoll.

Die Musiker, die sich erst zwei Tage vor der „Premiere“ das erste Mal getroffen hatten, harmonierten so gut miteinander dass die Gäste im Tagungs- und Kongresszentrum sich wünschten, öfter ein Konzert mit dieser großartigen Besetzung zu erleben. Zu den Glanzpunkten des Konzerts zählte die in Werl lebende tschechische Sopranistin Jana Stehr, die das Publikum mit Opernarien und Liedern aus Musicals begeisterte. Einziger negativer Aspekt: Viele Stühle blieben leer. Der schöne Abend hätte ein größeres Publikum verdient gehabt.

Das „Trio Jassiko“ mit den drei Ungarn Kálmán Oláh (Konzertmeister und Violine), Roland Danyi (Klarinette und Saxofon) sowie Attila Székely (Klavier) und ihre internationalen Gäste Joao Silva (Trompete, Portugal), Pavel Tseliapniou (Querflöte, Weißrussland), Rafael Guevara (Cello, Venezuela) und Matthias Bernsmann (Kontrabass, Deutschland) sorgten gleich zu Beginn des Konzerts mit der Overtüre zu der Oper „Die Italienerin in Algier“ von Gioachino Rossini für einen fulminanten Auftakt und es wurde schnell hörbar, dass in diesem zusammengefügten Orchester Meister der Musik und ihrer Instrumente agierten. Die angenehm überraschten Gäste sparten nicht mit Beifall, was sich wie ein roter Faden durch das ganze Konzert zog.

Egal ob die „Geschichten aus dem Wiener Wald „ von Johann Strauß“, Arien aus Opern von Puccini, von Jana Stehr mit ihrer enorm klangfarbigen schönen Stimme dargebracht, dem Trompetensolo „Arabesque“ von Joao Silva toll rübergebracht, dem „Karneval Venezia“, nahezu entfesselnd von Attila Székely am Klavier und Pavel Tseliapniou auf der Querflöte gespielt oder dem bekannten Tango „Du schwarzer Zigeuner“ mit Jana Stehr - die musikalische Weltreise hatte viel Dampf drauf und verlor auch nach der Pause nicht an Tempo.

So stellte Roland Danyi sein Temperament und seine flinken Finger auf der Klarinette bei einem Soli des französischen Komponisten André Messager unter Beweis, Kálmán Oláh und das Orchester begeisterten mit einem virtuosen Csardas von Jeno Hubay und ließ die Instrumente anschließend zu einem wunderbaren „Warschauer Konzert“ von Richard Addinsell erklingen.

Höhepunkte des abwechslungsreichen Programms waren Lieder aus Leonard Bernsteins „West Side Story“, sehr gefühlvoll von Jana Stehr interpretiert, und die dramatisch anmutenden Tangomelodien des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla. Nach dem Schlussakkord erklang tosender Beifall und Bravo-Rufe.

Die Musiker bedankten sich und ließen ihr musikalisches Spiel - wie beim Neujahrskonzert in Wien - mit internationalen Neujahrswünschen und dem Radetzky-Marsch von Johann Strauß ausklingen.

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