Denkmalgeschützte Anlage

Schiefes Bauwerk: Historische Grabstätte wird saniert

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Das Gerüst eines Steinmetzen stützt die nicht mehr verkehrssichere Grabanlage ab. Die Gemeinde sucht Handwerker für die Sanierung.

Bad Sassendorf – Die denkmalgeschützte Grabanlage der Familie von Bockum-Dolffs auf dem Friedhof in Bad Sassendorf ist nicht mehr allzu standfest. Das stellte ein Steinmetz bei seinen Arbeiten am Grabmal fest.

„Das gesamte Bauwerk befindet sich nicht mehr in der Waage“, erklärt Silke Busch von der Bauverwaltung der Gemeinde Bad Sassendorf.

Eigentlich sollte der von der Gemeinde beauftragte Steinmetz lediglich die Fialen auf der Rückwand des Bauwerks wieder befestigen, die sich nach und nach lösen. 

Fialen sind aus Stein gemeißelte, spitz auslaufende Türmchen aus der gotischen Architektur. Neben einer ästhetischen Funktion haben sie auch häufig eine statische, da sie die Konstruktion durch ihr Gewicht zusätzlich stabilisieren. Fialen bestehen meist aus einem vier- oder achteckigen Schaft, der Verzierungen aufweist. 

Bauwerk ist nicht sicher genug

Die Gemeinde engagierte einen Statiker – das Ergebnis: Acht Zentimeter außerhalb der Waage. Das Bauwerk lehnt sich nach hinten und ist nicht mehr verkehrssicher.

„Wir befinden uns derzeit in der Planungsphase, haben uns mit der Denkmalbehörde in Münster abgestimmt“, sagt Silke Busch. Im Moment sucht die Gemeinde Firmen, die sich der Grabstätte annehmen können. 

Grabstätte entstand um 1887 

Das Bauwerk muss saniert werden, so Silke Busch. Das Gerüst, das der Steinmetz aufgestellt hat, stützt zur Zeit das Bauwerk ab. Die Familie von Bockum-Dolffs wurde von der Gemeinde in Kenntnis gesetzt. „Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Albert Simons von Bockum-Dolffs.

Die mit einem gusseisernen Zaun eingefasste Grabstätte findet sich im Zentrum des Friedhofs. Sie entstand um 1887 und wurde im neugotischen Stil gebaut. „Ähnlich der vielen Kriegerdenkmäler, die es in der Gegend gibt“, sagt Albert Simons von Bockum-Dolffs.

Die Fialen stammen aus der Bauhütte der Kirche St. Maria zur Wiese in Soest. Auf den Marmorplatten sind die Daten der verstorbenen Familienmitglieder verewigt.

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