Bad Sassendorf

Hauptausschuss tagt trotz Corona - auf ungewöhnliche Weise

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Tim-Fabian Römer aus der Sassendorfer Gemeindeverwaltung sorgte für einen hygienischen verbalen Austausch zwischen den Politikern, mit Mikrofon an Teleskopstange und Handschuhen bewaffnet.

Bad Sassendorf – Die Aussetzung der Fremdenverkehrsabgabe und die Reduzierung der Gewerbesteuer. So ungewöhnlich solche Beschlüsse wegen der anhaltenden Ausnahmesituation durch die Corona-Epidemie sind, so ungewöhnlich war auch der Rahmen, in dem sie jetzt beschlossen wurden.

Statt im Rathaus tagte der Hauptausschuss im großen Saal des benachbarten Tagungszentrums. Die einzelnen Kommunalpolitiker gönnten sich mehrere Meter Abstand von Tisch zu Tisch, und auch bei den vier Zuschauern sorgten Aufpasser dafür, dass sich die Gäste nicht zu nahekamen. Ein Saaldiener hielt den Rednern ein an einem langen Stick montiertes Mikro vors Gesicht; denn bei so viel Distanz zwischen den einzelnen Akteuren wären ansonsten womöglich die Akustik und die vielfältigen Redebeiträge auf der Strecke geblieben. Weil der Hauptausschuss für seine ungewöhnliche Sitzung am Ende zweieinhalb Stunden benötigte, musste der Mikro-Mann reichlich Kilometer absolvieren und dürfte nach der Runde der Trainierteste des Abends gewesen sein. 

Grüne boykottieren Sitzung

Bei dem Marathon nicht dabei: Die Grünen. Sie hatten vorher schon abgewunken und sich besorgt geäußert, solche „unangemessenen“ Sitzungen könnten die Gesundheit der Beteiligten gefährden. Der Termin, so Bürgermeister Malte Dahlhoff, hätte keinen Aufschub vertragen. Schließlich gehe es um Entlastungen für die Betriebe wegen der anhaltenden Corona-Welle. Egal ob Gewerbesteuer, Fremdenverkehrsbeitrag oder Werbegroschen – viele Sassendorfer Unternehmen spüren schon jetzt die wirtschaftlichen Auswirkungen durch die Krise und müssen zusehen, wie sie angesichts sinkender oder komplett wegbrechender Umsätze über die Runden kommen. Die ursprünglich für Donnerstag geplante Ratssitzung konnte storniert werden. Die Gemeindeordnung sieht für außergewöhnliche Ereignisse wie eben die derzeitige Corona-Krise vor, dass der Hauptausschuss Dringlichkeits-Beschlüsse fassen darf. 

Erst im Mai wird wieder getagt

Weil die wichtigsten kommunalpolitischen Brocken wie zum Beispiel auch die Bürgerhaus-Pläne für die Lohner Trauerhalle aus dem Weg geräumt worden sind, steht zumindest in den nächsten sechs Wochen kein heißes Thema an, das dringend vom „Herd“ gezogen werden müsste. Erst in der zweiten Mai-Hälfte seien weitere Ausschusssitzungen terminiert. Heute, so Dahlhoff, wisse niemand, wie dann das „öffentliche Leben“ aussehen wird.

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