Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten

Er hat die Salzwelten aufgebaut: Rückblick mit dem scheidenden Direktor

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Das alte Pökelfass steht für die Jahrhunderte währende Geschichte des Salzsiedens, die Moorbadewanne symbolisiert das Kurwesen, beides wichtige Bereiche für das Erlebnismuseum Salzwelten, das Oliver Schmidt tatkräftig mit aufgebaut hat.

Bad Sassendorf - Mehrere Jahre Aufbauarbeit und Konzeptentwicklung liegen hinter Schmidt und seinem Team, doch nun heißt es für den Leiter des Museums Abschied nehmen. Schmidt wechselt mit Ablauf des Monats in die Landeshauptstadt Düsseldorf, wo er in der Planungsgruppe für den Aufbau eines Hauses der Geschichte für das Land Nordrhein-Westfalen mitwirken wird.

Seine künftigen Aufgaben ähneln denen, die beim Aufbau des Erlebnismuseums Westfälische Salzwelten erforderlich waren. Das Sammeln, Archivieren und Sichten von Exponaten war seinerzeit ein wichtiger Bereich, ebenso die Entwicklung eines erlebnisorientierten, didaktischen Konzepts für das Museum mit dem Aufbau der Ausstellung und den begleitenden Texten. Sozusagen nebenbei kam noch die Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit hinzu. 

Für diesen komplexen Entwicklungsprozess für ein Museum würden normalerweise fünf bis zehn Jahre angesetzt, schildert Schmidt. Im Fall der Salzwelten als Projekt der Regionale 2013 standen gerade einmal eineinhalb Jahre vom ersten Konzept bis zur Markteinführung zur Verfügung. 

Komplettierung der Mannschaft

Gerade während der ersten Jahre nach der Eröffnung sei das Konzept daher noch entscheidend weiter entwickelt worden. Dazu gehört Schmidt zufolge insbesondere die personelle Ausstattung, die durch Museumspädagogin Jeanette Metz als Programmkoordinatorin und Jessica Hartmann als kaufmännische Leitung komplettiert wird. 

Hinzu kommen weitere Mitarbeiter, ehrenamtliche Helfer und Guides. Gemeinsam mit diesem Team seien in den vergangenen Jahren feste Strukturen für Veranstaltungen wie den Craft-Beer-Siedetag und für die regelmäßigen Sonderausstellungen geschaffen worden. Dadurch sei schließlich der Zeitpunkt erreicht worden, wo das Museum zu leben begann. 

Schmidt: „Es reicht nicht, ein Museum zu eröffnen und zu warten, dass die Kassen klingeln. Man braucht ein gutes Produkt und gute Vermittlungsarbeit.“ Ziel müsse es sein, dass die Besucher das Museum in guter Erinnerung behalten, dass Museumsbesuche, etwa zu den wiederkehrenden Veranstaltungen, ein fester Bestandteil des Bad Sassendorf-Erlebnisses werden. 

In diesem Zusammenhang erwies sich die Machbarkeitsstudie, die jährlich 80 000 Besucher für möglich hielt, als schwierige Hypothek. Das „Dynamikum“ in Pirmasens, das als Beispiel herangezogen worden war, sei vier Mal so groß und befinde sich relativ allein auf weiter Flur, so Schmidt. 

Salzwelten haben sich etabliert

In NRW sei die Dichte an Museen ungleich höher, aber selbst die renommierten Museen des Landschaftsverbandes kämen oft gerade mal auf 20 000 Besucher pro Jahr. Mit 20 000 bis 22 000 Besucher für ein Museum in ländlicher Lage seien die Salzwelten somit durchaus erfolgreich. 

Dahinter stecke aber auch harte Arbeit, um die Zielgruppen, unter anderem Familien und Schulklassen, zu erreichen und entsprechende Führungen, Workshops und Gruppenangebote zu entwickeln. Wenngleich das Erlebnismuseum nach Schmidts Einschätzung inzwischen eine gut funktionierende Struktur und eine wachsende Bekanntheit erreicht hat, müsse diese Arbeit weiter gehen. 

Weitere Planungen betreffen zum Beispiel das Außengelände mit einer inhaltlichen Anbindung ans Museum. So ist die Einrichtung einer Siedehütte geplant, in der die vom Förderverein gestiftete Siedepfanne dauerhaft unterkommen kann. 

Überlegungen, wie das Museum durch die Teilnahme an der Regionale 2025 weiter ausgebaut, wie die Digitalisierung voran getrieben werden kann, stehen ebenfalls an. Die Öffnung von Hof Haulle zur Bahnhofstraße und die Anbindung ans Ortszentrum sind weitere Aufgaben. Schmidt zeigte sich jedoch überzeugt, dass diese Arbeit sich auszahlt: „History sells – Geschichte verkauft sich.

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