Sälzermarkt: Mit dem Organisator unterwegs

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Sälzermarktsamstag um halb sieben morgens: Die Standbetreiber treffen ein, hier wird gerade eine Anmeldung geprüft: Ist eine Standnummer zugeteilt? Wo ist der Standplatz? Wird Strom gebraucht? Was ist mit Wasser?

Bad Sassendorf - Ein Kurort wie Bad Sassendorf kann nur so gut sein, wie die Angebote in seinen verschiedenen Einrichtungen. Doch hinter diesen Leistungen steht immer auch großes persönliches Engagement. In loser Folge stellt der Anzeiger deshalb Menschen vor, die sich auf besondere Weise für die Gemeinde einsetzen. Zum Auftakt heißt es „Ein Tag mit Ralf Gerstemeier, dem Organisator des Sälzermarktes.“

Fünf vor sieben am Samstagmorgen auf dem Sälzerplatz. „Wasser? Wer braucht alles Wasser?“, fragt Ralf Gerstemeier in die Runde: Das erste halbe Dutzend an Standbetreibern rollt an. Jetzt hagelt es Fragen über Fragen. Gerstemeier lächelt die Anspannung weg: „Sie haben eine Vertragsnummer – da könnte ich was mit anfangen...“ Spricht’s und blättert im dicken Aktenordner. „Hier steht‘s – Sie kommen auf den Jahnplatz. Der Markmeister zeigt, wo‘s lang geht!“ 

Marktmeister, das ist Helge Dettmar, und der pilgert los mit den Neuankömmlingen. „Keine drei Stunden mehr“, brummelt Gerstemeier in sich hinein. „Die Feuerwehr kommt gegen zehn zum Sicherheits-Check“, erklärt er. „Dann muss hier alles tiptop sein. Um elf ist Eröffnung, dann geht der Stresspegel langsam wieder runter. Wenn alles gut läuft, haben wir um die 30 000 Gäste an beiden Tagen.“ Gerstemeier schmunzelt: „Keine Ahnung, wer das zählt, und wie die das zählen – aber das sind die offiziellen Zahlen.“ 

Seit sechs Jahren ist Ralf Gerstemeier jetzt Veranstalter des Sälzermarktes. Diesmal ist es der 31. Gefühlt ewig und drei Tage vorher war Gerstemeier Marktmeister, hat sich die Hacken wundgelaufen von Stand zu Stand. „Es gibt immer was zu messen, was zu besorgen oder Fragen zu klären – das ist ein Knochenjob“, sagt er. Aber auch: „Ja, es macht Spaß, es ist schön, wenn man hinterher auf der Bühne steht, in die erwartungsvollen Gesichter des Publikums schaut, und wenn es dann losgeht.“ 

Dass der Markt ein überregionaler Publikumsmagnet ist, das steht außer Frage. Schnell zählt Gerstemeier die Eckdaten auf: „So um die 110 Stände haben wir auf dem Markt, Kunsthandwerk, Interessantes, Praktisches, Essen und Trinken und Musik auf der Hauptbühne. Standbetreiber können sich das ganze Jahr über anmelden. Meistens hat unser Team dann so 300 Meldungen, und die werden gesiebt: 200 Anbieter schreiben wir im Februar an und laden sie ein.“ 

Die Antworten werden wieder gesiebt: „Stammkunden bekommen meistens einen Haken, beim Rest wird geschaut, ob es passt – wir sind ja kein Flohmarkt.“ Marvin Bilke vom Helferteam flitzt derweil mit dem Roller über den Platz: Da gebe es eine Beschwerde an Stand 119. Haben zwei den gleichen Platz bekommen? Kann nicht sein, oder? Jetzt wird geblättert. Wo ist er hin, der Übersichtsplan? Ruhe bewahren! Gerstemeier: „Klar, Fehler passieren auch, und bei aller akribischen Vorbereitung und allem Ausmessen kann es sein, dass doch mal was nicht passt. Das ist dann eben so, da muss man flink und flexibel sein.“ 

Der Freitag ist Gerstemeier zufolge immer besonders spannend, wenn die ersten großen Stände und die Bühne aufgebaut werden. Das Gewusel nimmt dann ordentlich zu. Warum er sich den ganzen Stress antut neben Beruf und Privatleben? Gerstemeier lacht: „Weil‘s Spaß macht, weil es schön ist mit den Leuten hier, und weil‘s schön ist, was auf die Beine zu stellen für den Ort. Ist doch so, oder…?“ 

Und Leute lernt man kennen, sagt Gerstemeier: „Von überall her, immer wieder auch richtige Typen dabei, das macht Spaß.“ Aber Unterstützung gibt es auch – vom Förderverein Tourist Office, oder vom Ortsmarketing: „Grandios gut, wie die uns helfen – das klappt prima!“  Und was ist mit dem Wetter? „Zu heiß ist Mist, Regen aber auch.“ 

Ein Lastwagen ruckelt vorbei und parkt am Bierwagen, der vorerst als „Rezeption“ für all die Standbetreiber dient. Brötchen werden angeliefert, die kommen am Grillstand gegenüber alle schon mal unters Messer. Gute Vorbereitung ist eben alles. Aus Dortmund kommen Neue: Adullah und seine Frau Emine räumen den Bulli aus, die Söhne Ibrahim, Mehmet und Abdurrahmann helfen mit, das Faltdach für den Dönerstand aufzubauen, danach schleppen sie im Akkord Tische, Töpfe und Gerätschaften. „Strom? – da vorne ist der Anschluss“, erklärt Gerstemeier, nachdem die Formalitäten geklärt sind. 

Ruckzuck ist es zehn Uhr durch: Der Leiterwagen der Feuerwehr rollt auf den Sälzerplatz. Gerstemeier atmet tief durch: „Jetzt gilt‘s.“ Alles muss jetzt glatt laufen – um 11 Uhr ist Eröffnung. Doch dieser Termin, er hat auch in diesem Jahr wieder bestens geklappt.

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