Deutschland-Tourismus liegt im Trend

Reisen im eigenen Land: Bad Sassendorf ist ein beliebtes Ziel

Kurpark Bad Sassendorf
+
Der Kurpark in Bad Sassendorf ist ein beliebtes Ziel für Gäste. Wie geht es den Händlern und Gastgebern im Heilbad? Dieser Frage gingen das Ortsmarketing und der Verein Tourist-Office Sälzergilde Fördergemeinschaft gemeinsam nach. 

Zwischendurch einfach mal den Akku aufladen, eine erholsame Auszeit nehmen, sich Ferien weitab von zuhause gönnen – in der Pandemie ist das Reisen weltweit nur mit Einschränkungen möglich. Immer mehr Urlauber entdecken daher, wie schön es nah vor der Haustür ist und blieben im eigenen Land – eine Entwicklung, die auch Gastgeber im Heilbad erkennen. Das geht aus Daten einer Blitz-Umfrage zur wirtschaftlichen Lage der Betriebe nach herausfordernden Monaten mit lange geschlossenen Türen hervor.

Bad Sassendorf - Das Ortsmarketing und der Verein Tourist Office Sälzergilde Fördergemeinschaft haken nach. Die Aussage „Bad Sassendorf profitiert im Sommer 2021 vom Corona-bedingten allgemeinen Trend zum Deutschlandtourismus“ stimmte ein Großteil der Teilnehmer aus den Bereichen Gastronomie und Beherbergung entweder „voll“ oder „eher“ zu. „Das ist lediglich eine Momentaufnahme“, sagte Marketing-Chef Olaf Bredensteiner zu den ersten Zahlen, die er dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Digitalisierung, Tourismus und Kultur vorstellte. Das Stimmungsbild, das er vermittelt, spiegelt im Ansatz, wie Einzelhandel, Lokale, Hotels bisher durch die Monate mit Kontaktverbot und Heimquarantäne gekommen und wie es ihnen derzeit geht.

Ein weiteres Thema: In Börde-Therme und Kurpark ist gerade viel Geld gesteckt worden, um mit neuen Angeboten zusätzliche Zielgruppe anzusprechen und damit ein aktives, genuss- und erlebnisfreudiges Publikum. Gelingt dies? Wie wirken sich die Investitionen aus? Stellen Bad Sassendorfer schon einen Wandel in der Struktur der Kundschaft und Besucher fest?

„Bisher noch nicht“, heißt es überwiegend in der Gastronomie und im Einzelhandel. „Leichte“ bis „deutliche“ Veränderungen melden die meisten Beherbergungsbetriebe, die sich an der anonymen online-Befragung beteiligt haben.

Die Bilder sind noch in guter Erinnerung: Die Geschäfte in der Pandemie über lange Woche geschlossen, gähnende Leere im Ort und nur wenige Passanten auf der Straße. „Wir freuen uns alle, dass wieder Leben in der Fußgängerzone ist. Die Gewerbetreibenden haben es verdient, denn sie haben harte Monate hinter sich“, so der Ausschussvorsitzende, Reinhold Häken, zum Einstieg in die Informationen, die Olaf Bredensteiner lieferte.

Die Auswertung stützt sich derzeit auf Antworten von 22 Einzelhändlern, 25 Beherbergungs- und sechs Gastronomiebetrieben. Dabei ging es unter anderem um die Umsatzentwicklung im laufenden Jahr seit dem Ende des Lock-downs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Tendenz im Einzelhandel: unterm Strich bleibt weniger übrig, oder die Zahlen liegen auf dem gleichen Level. Im Verhältnis zum Niveau vor der Corona-Krise geben viele Anbieter an, dass sie im Moment schlechter dastehen. Und was geben die Kunden in den Geschäften aus? Im Durchschnitt weniger oder so viel wie sonst auch, stellt das Gros der Teilnehmer fest.

„Eher etwas besser“, heißt es in der Gastronomie. Auch hier ging es um Aussagen darüber, wie das Geschäft im Vergleich läuft, und zwar einmal nach dem letzten Lockdown und dann gegenüber der Zeit vor Beginn der Corona-Krise.

Die Daten lassen darüber hinaus deutlich erkennen: In der Gastronomie sind Fachkräfte knapp. „Wir suchen Mitarbeiter“, heißt es in Bad Sassendorfer Lokalen und Restaurants. Olaf Bredensteiner: „Die Probleme haben sich verschärft.“ Einige Inhaber machen deutlich, der Bedarf sei so akut, dass sie über kurz oder lang wohl einen Teil des Angebotes streichen oder die Öffnungszeiten reduzieren müssen. Das trifft in diesem Ausmaß auf andere Häuser noch nicht zu: Zwar sind überall neue Mitarbeiter sehr gern gesehen. In den meisten Fällen – so das Ergebnis der Umfrage – lasse sich der Betrieb aber noch im gewohnten Umfang aufrechterhalten.

Gäste mögen Ferienwohnungen

Die Hotels seien gut ausgebucht, teilt Olaf Bredensteiner, Leiter Gäste-Information und Marketing – mit. Er sagt auch „Wir brauchen jedes Bett“, und fügt dann hinzu, „die Qualität muss stimmen.“ Stark nachgefragt seien Ferienwohnungen: Viele Urlauber mögen diese Unterkünfte mit eigener Küche, vielleicht auch einem Garten. Sie möchten sich auf Reisen beinahe wie zuhause fühlen. „Wie beurteilen Sie die Auslastung und Buchungslage in Ihrem Betrieb für das Jahr 2021 seit dem Ende des Lockdowns/des touristischen Beherbergungsverbotes (14. Mai) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum?“ Eine Frage, die die meisten Teilnehmer aus dem Bereich Beherbergungsbetriebe mit „in etwa gleich“, „eher besser“ oder „viel besser“ beantworteten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare