Übermäßiger Alkoholkonsum offenbar Auslöser

Reifeprüfung misslungen: Abifeier im Tagungszentrum eskaliert

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Nach Einschätzung des Tagungszentrums haben einige der jungen Leute viel zu viel Alkohol konsumiert. 

Bad Sassendorf - Das Abiturwissen in den Köpfen hat gesessen, diese „Reifeprüfung“ ist erfolgreich absolviert. Die nachfolgende Prüfung im Rahmen des Abi-Balls geht bisweilen jedoch hart daneben. Diese Erfahrung hat das Tagungszentrum mit einem Abi-Ball am vergangenen Samstag gemacht.

Durch Klopapier verstopfte Toiletten und eine übermäßige Verschmutzung, unter anderem durch Erbrochenes, haben für erheblichen Mehraufwand gesorgt. 

Die Abifeier eines privaten Gymnasiums am vergangenen Samstag verlief in zwei Phasen, bis 23 Uhr waren auch die Eltern im Saal, danach waren die jungen Leute unter sich – und bei einigen stieg der Alkoholkonsum offenbar so erheblich, dass es zu erheblichen Problemen kam, berichtet Geschäftsführerin Britta Keusch. 

„Die große Frage ist für uns, wie wir uns so aufstellen können, dass wir die Problematik des überhöhten Alkoholkonsums und das Flatrate-Trinkens unterbinden“, so Keusch.

Ärgerlich sind solche Auswüchse für das TuK, weil das Haus den Abiturienten beim Preis und bei der Beratung erheblich entgegen kommt. Für Abitur- und Abschlussfeiern bietet das Haus umfangreiche Hilfe und Beratung an. Gefordert werden aber unter anderem eine Veranstalterhaftpflicht, der Einsatz einer geeigneten Security oder bei unverhältnismäßiger Verschmutzung der gebuchten Räume eine Reinigungspauschale von 500 Euro. 

Die Beratung der Planungskomitees ist laut Keusch dringend geboten. Oft seien die Verantwortlichen gerade 18 Jahre alt, andererseits würden bei Abitur- oder Abschlussfeiern schnell Summen von 20.000 bis 30.000 Euro bewegt. 

Die jungen Leute seien daher wegen mehr Planungssicherheit an pauschalen Eintrittspreisen für Essen und Trinken interessiert. Dies führe aber, sobald die jungen Leute unter sich sind, bei einigen schnell zu einer Art Flatrate-Trinken. 

Zu überlegen sei daher, ob die Getränkepauschale bis 23 Uhr beschränkt wird, und Getränke danach bezahlt werden müssen. Erörtert wird im Tagungszentrum jetzt außerdem, wie verhindert werden kann, dass die jungen Leute außerhalb des Tagungszentrums zuvor gebunkerten harten Alkohol konsumieren. 

Eine Möglichkeit könnte darin bestehen, dass Gäste, die den Veranstaltungsbereich verlassen, erneut Eintritt bezahlen müssen. Zudem wird über eine schärfere Kontrolle der Toilettenbereiche nachgedacht. 

Abitur- und Abschlussfeiern, von denen im Tagungszentrum zwei oder drei pro Jahr ausgerichtet werden, sind für das TuK wegen der vergünstigten Pauschale und des Beratungsaufwandes wirtschaftlich nicht unbedingt attraktiv. Diese Veranstaltungen gehören eher in den Bereich Imagepflege. Keusch: „Wir haben eine vergünstigte Abi-Pauschale, auch um Bad Sassendorf als attraktiven Ort für junge Leute zu präsentieren.“

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