Zum Rauchen: Hortensien in Bad Sassendorf als Haschischersatz

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Gastronom Volker Kirst hatte vorm Cappuccino eine ganze Reihe dieser großen Pflanzkübel mit Hortensien stehen. Nachdem die Pflanzen immer wieder auseinander gerupft wurden, hat er sie inzwischen durch andere ersetzt.

Bad Sassendorf - Hortensien wachsen in vielen Gärten und Parks und haben eine rauschhafte Wirkung, wenn man Blätter oder Triebe raucht. Gastronom Volker Kirst aus Bad Sassendorf vermutet, dass aus diesem Grund immer wieder seine Pflanzenkübel heimgesucht worden sind.

Immer wieder waren aus den Hortensienbüschen in den Kübeln vorm Restaurant Cappuccino ganze Zweige herausgebrochen. Merkwürdigerweise meistens nach dem Wochenende. Doch seit der Beobachtung einiger Hotelgäste, die zu mitternächtlicher Stunde mehrere Jugendliche davonlaufen sahen, ahnt Gastronom Volker Kirst, dass es wohl doch keine hungrigen Tiere waren, die andauernd seine Pflanzkübel heimgesucht haben. 

Um die immer wieder gerupften und geplünderten Hortensienbüsche zu ersetzen, hat der Gastronom nach eigenen Angaben mehrere hundert Euro für neue Pflanzen aufgewendet. Den Grund für diese seltsame Art von Vandalismus kennt der Gastronom inzwischen auch. Hortensien werden, wenn man Blätter oder Triebe raucht, rauschhafte Wirkungen nachgesagt.

 So genannte Naturdrogen gelten bei Konsumenten als harmlos, weil sie ja „pflanzlich“ sind, erklärt Dr. Sylvia Prinz von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe in einem Artikel der Online-Ausgabe der Pharmazeutischen Zeitung.

 Berauschende Wirkung wird zugeschrieben 

Bei Hortensien komme noch hinzu, dass sie leicht zu beschaffen sind. Schließlich wachsen die üppig blühenden Pflanzen in vielen Gärten und Parks. 

Der strauchartigen Pflanze wird eine berauschende Wirkung ähnlich wie Marihuana oder Cannabis nachgesagt. Dazu werden die Triebe, Blüten oder Blätter geraucht. Weil leicht zu beschaffen, seien Hortensientriebe gerade bei Jugendlichen als Haschischersatz beliebt. 

Gesund sind sie aber keineswegs. Vom Rauchen wird dringend abgeraten, weil die Pflanze Blausäureverbindungen enthält, die beim Verbrennen freigesetzt werden, so Expertin Prinz von der Apothekerkammer.

 Andererseits dürfte sich die „Hortensienernte“ zumindest in der Salzstraße erledigt haben, denn Volker Kirst hat einen Schlussstrich gezogen. Die übrig gebliebenen Hortensien kommen in den Kirstschen Garten, wo sie vor Tätern auf der Suche nach rauschhaften Erlebnissen wohl sicher sind. Die Kübel vorm Cappuccino dagegen wurden mit Pflanzen bestückt, bei denen halluzinogene Wirkungen nicht bekannt sind... 

Einen ähnlichen Fall gab es Mitte April in Warstein-Suttrop.

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