Radler im Kurpark: Muntere Debatte um die Frage der Verbannung

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„Ich schiebe – dem Kurpark zuliebe“, mit diesem Schild plädieren die Verantwortlichen seit Jahren um Rücksichtnahme der Radfahrer. Weil dies nicht immer fruchtet und Fußgänger sich durch Radfahrer verunsichert fühlen, fordert die SPD-Fraktion, sie aus dem Kurpark zu verbannen.

Bad Sassendorf – Radler „verbannen“ oder nicht: Der Artikel vom vergangenen Donnerstag hat einige Reaktionen hervorgerufen. Ortsvorsteherin Gundula Saxer hatte in dem Artikel berichtet, dass viele Fußgänger, und insbesondere Reha-Patienten mit Gehhilfen, wegen der Radfahrer auf Fußwegen und Gehwegen verunsichert seien. Die SPD-Fraktion hat daher die Forderung erhoben, die Radfahrer aus dem Kurpark und der Fußgängerzone zu „verbannen“.

In den Reaktionen wird zum einen auf die Belange der Radfahrer hingewiesen, zum anderen aber auch auf die Sicherheit der Passanten. So zeigt sich Heidemarie Jarmuth in einer E-Mail erfreut, „dass die SPD-Fraktion sich um das Problem Fahrradfahrer im Kurpark und der Fußgängerzone kümmern will“. Oft sei schon darauf hingewiesen worden, dass selbst während der Kurkonzerte im Park die Fahrradfahrer durch die Reihen gefahren seien. Ebenso gebe es oft Gefährdungen von Reha-Patienten und Senioren durch eilige Radler in der Fußgängerzone. Jarmuth räumte aber ebenso ein, dass es auch viele umsichtige Fahrradfahrer gebe. 

Radfahrer wiederum wiesen darauf hin, dass es wegen Bahnlinie, Kurpark und Fußgängerzone schwierig sei, von der westlichen Seite, also etwa aus den Wohngebieten Wasserfuhr, Spindelpfad oder Hepper Höhe auf die andere Seite zu kommen. So müsse man ab Höhe Thermalbad den Verlauf Gartenstraße, Wilhelmstraße, Bahnhofstraße nehmen, wenn man ohne Abzusteigen zum Rewe-Markt will. 

Dieses Argument will Bürgermeister Malte Dahlhoff nicht so ganz gelten lassen. Es gebe ja auch die Möglichkeit, als Radfahrer von der Gartenstraße in die Bismarckstraße einzubiegen und Richtung Zentrum zu fahren. Zudem gibt es Überlegungen, im Zuge des Projekts Kurpark 3.0 einen Radweg quer durch den Kurpark anzulegen. Bei den neuen Rosenaubrücken sei diese Überlegung bereits berücksichtigt, indem entsprechend hohe Brückengeländer eingebaut wurden, berichtet der Bürgermeister: „Was wir noch nicht so griffig haben, ist die Frage, wie wir die Kreuzungsbereiche von diesem Radweg und den Fußwegen sicher gestalten können.“ 

Die Überlegungen für einen den Kurpark querenden Radweg sollen im zweiten Bauabschnitt der Kurparkumgestaltung weiter geführt werden. Generell wäre es ihm lieber, so Dahlhoff, wenn alle Verkehrsteilnehmer dem Appell zu mehr Rücksichtnahme folgten. Ansonsten sei, wenn es mal drubbelig wird, auch das Ordnungsamt der Gemeinde zur Stelle.

Rollstuhlfahrer gelten als Fußgänger

Wo das Verbotsschild „Zeichen 254“ steht, ist die Sache eindeutig: Radfahrer verboten! Das betrifft aber nicht Rollstuhlfahrer, sie gelten als Fußgänger. Als besondere Fortbewegungsmittel gelten neben Rollstühlen auch Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller oder Kinderfahrräder. Auch mit motorisierten Krankenfahrstühlen darf dort, wo Fußgängerverkehr zulässig ist, gefahren werden, jedoch nur mit Schrittgeschwindigkeit. Aus formalrechtlichen Gründen kann das Verbotsschild für Radfahrer im Kurpark jedoch nicht aufgestellt werden. Deshalb gilt hier der Appell an die Radfahrer, das Rad zu schieben.

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