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Projekt „Trauercafé“ beschäftigt den Petitionsausschuss des Landtags

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Von: Ludger Tenberge

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Der Nebentrakt liegt am Parkplatz vor der eigentlichen Trauerhalle.
Der Nebentrakt liegt am Parkplatz vor der eigentlichen Trauerhalle. © Peter Dahm

Wegen der Umnutzung des Nebengebäudes der Trauerhalle Lohne liegt dem Petitionsausschuss des Landtags inzwischen eine Eingabe vor. Das teilte Bürgermeister Malte Dahlhoff in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch mit.

Bad Sassendorf – Tobias Wilms, der wiederholt gegen die Nutzung des Gebäudes für Partys und Ähnliches argumentiert hat, wollte auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren, dass er Urheber der Petition sei. Er wolle sich in der Sache auch in Zukunft der Zeitung gegenüber nicht mehr äußern. Seitens des Petitionsausschusses wurde auf Nachfrage erläutert, es dürfe formal nicht einmal bestätigt werden, ob es eine Petition gibt.

Bürgermeister Malte Dahlhoff und Bauamtsleiter Wolfgang Stember nahmen den Hinweis auf die Petition im Bauausschuss ergänzend zum Anlass, über den Stand des Vorhabens zu berichten. So erläuterte Stember, dass der Bebauungsplan Grabflächen festsetzt sowie den Standort der Gebäude. Die Umnutzung des Nebentrakts der Trauerhalle zu einem multifunktionalen Gebäude sei nun das Ziel. Bei den begonnenen Umbaumaßnahmen habe es sich um vorbereitende Arbeiten gehandelt. Allerdings habe es sich dabei ergeben, dass bei einer Wand in die Statik eingegriffen wurde. Deshalb sei für den technischen Part – Statik, Belichtung und Belüftung – ein zusätzlicher Antrag gestellt worden. Stember: „Wir meinen, dass ein verträgliches Miteinander mit den Grabnutzungen möglich ist. Wenn die Bauaufsicht das nicht so sieht, würden wir vorschlagen, in ein Änderungsverfahren für den Bebauungsplan einzusteigen.“

Der Bürgermeister verwies ergänzend darauf, dass die Schaffung eines multifunktionalen Raums für die Dorfgemeinschaft Grundlage des von der Bezirksregierung bewilligten Förderanstrags sei: „Deshalb gehen wir davon aus, dass wir das so umsetzen können.“ Ansonsten, bekräftigte auch Bürgermeister Dahlhoff, werde das Vorhaben Gegenstand eines selbstverständlich ergebnisoffenen Verfahrens zur B-Plan-Änderung.

Axel Droste (SPD) erklärte demgegenüber, die Einwände von Wilms seien nicht grundsätzlich gegen ein Trauercafé gerichtet. Zudem sei es das Recht eines jeden Bürgers, Einwände gegen eine Maßnahme zu formulieren. Diese Einwände kämen jetzt zum Tragen, denn die Auflagen des Bebauungsplans müssten beachtet werden.

Bürgermeister Dahlhoff verteidigte das bisherige Vorgehen gleichwohl. Bei der Ausführung der Arbeiten habe sich gezeigt, dass stärker eingegriffen worden ist, deshalb sei die Änderung der Statik beantragt worden. Dass die Umnutzung des Raums mit Kühlzellen beantragt werden muss, sei vorher nicht abzusehen gewesen. Die Baugenehmigung sei jedoch avisiert, hätte man sie vor der Maßnahme gestellt, hätte man das Gleiche genehmigt bekommen. Wie berichtet läuft das Genehmigungsverfahren unter dem Oberbegriff „Trauercafé“. In dem Förderantrag an die Bezirksregierung hatte die Gemeindeverwaltung ausgeführt, dass es im wesentlichen um die Schaffung eines Dorfgemeinschaftsraums für Trauerfeiern und andere dorftypische Nutzungen gehe. Der Bürgermeister hatte gemäß dem früheren Artikel ebenfalls die Ansicht geäußert, dass in diesem Rahmen auch ein Landjugendraum möglich sein dürfte.

Der Kreis Soest als Baugenehmigungsbehörde hatte hingegen darauf verwiesen, dass ein Projekt „Trauercafé“ beantragt worden sei, etwas anderes sei auch nicht genehmigungsfähig. Von daher läuft die Sache womöglich tatsächlich auf ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans hinaus, um für alle ins Auge gefassten Nutzungen eine baurechtliche Grundlage zu erreichen.

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