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Kur hilft pflegenden Angehörigen und den Patienten

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Von: Ludger Tenberge

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Über das Regionaleprojekt Auszeit informierten (von links): Georg Oberkötter als Experte des Landesgesundheitsministeriums, Marketing-Leiter Olaf Bredensteiner, Projektleiter Lars Vornheder, Achim Bädorf vom Heilbäderverband und Bürgermeister Malte Dahlhoff.
Über das Regionaleprojekt Auszeit informierten (von links): Georg Oberkötter als Experte des Landesgesundheitsministeriums, Marketing-Leiter Olaf Bredensteiner, Projektleiter Lars Vornheder, Achim Bädorf vom Heilbäderverband und Bürgermeister Malte Dahlhoff. © Peter Dahm

Die häusliche Pflege ist für viele Menschen von besonders hoher Bedeutung, für die pflegenden Angebhörigen bringt dies jedoch eine hohe Belastung mit sich. Ein Konzept, wie ihnen in Form einer „Auszeit“ geholfen werden kann, wird von den Kurorten in Südwestfalen in einem Regionale-Projekt erarbeitet. 

Bad Sassendorf - Zu Beginn der Projekte in den einzelnen Kurorten, die vor wenigen Tagen begonnen haben, bereisen Vertreter des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) und der Projektträger die beteiligten Kurorte, um eine erste Bestandsaufnahme vorzunehmen. Am Montag machte diese „Sommertour“ Station in Bad Sassendorf.

An dem Projekt „Auszeit in Südwestfalen“ sind Bad Berleburg, Bad Laasphe, Bad Sassendorf, Brilon, Erwitte, Lippstadt, Olsberg, Schmallenberg und Winterberg beteiligt. In den jeweiligen Betrieben vor Ort werden unter anderem Potenziale für entsprechende Angebote untersucht. Zudem ist das Projekt bei der Regionale Südwestfalen 2025 auf dem Weg zum dritten Stern, der die konkrete Umsetzung bedeutet.

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt gemäß Prognose des Bundesministeriums für Gesundheit von aktuell etwa 4,1 Millionen Menschen bundesweit weiter an. Allein in NRW ist aktuell fast eine Million auf Pflege angewiesen. Rund drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt, berichtet das Landesgesundheitsministerium. Angesichts der Personalnot in der Pflege und der demographischen Entwicklung in Deutschland werde die Bedeutung der häuslichen Versorgung weiter wachsen.

Die Pflegenden – in der Regel Angehörige – seien hohen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt. Daraus entstehe die Notwendigkeit, für die Pflegenden ausreichend Möglichkeiten für eine Auszeit mit Erholung und medizinischer Rehabilitation möglichst unbürokratisch anzubieten. Wichtig: Dabei ist auch jeweils die Versorgung der Pflegebedürftigen während der Auszeiten sicherzustellen.

Um die Nachfrage abdecken zu können, sollen im Projekt „Auszeit in Südwestfalen“ Kur-Angebote für pflegende Angehörige zusätzlich entwickelt werden. Ein inhaltsgleiches Projekt wird parallel in Ostwestfalen-Lippe durchgeführt. Als Ansprechpartner stehen den pflegenden Angehörigen die Kurberatungsstellen zur Seite.

Die Auszeit-Projekte in Südwestfalen und Ostwestfalen sind auf drei Jahre angelegt und werden aus Mitteln des Landesförderplans „Alter und Pflege“ des Ministeriums gefördert. Der Heilbäderverband NRW hat den Weg dafür bereitet und ist als Partner mit an Bord. Im Fokus stehen nun die Kurorte und Heilbäder in Westfalen. Das zeigte sich jetzt auch in Bad Sassendorf, der ersten Station der Sommertour durch die südwestfälischen Kurorte. Das Tagungszentrum Bad Sassendorf nimmt im Projekt für die neun beteiligten Orte die Rolle als Projektträger ein, Lars Vornheder wurde Anfang August als Projektleiter eingestellt. Gemeinsam mit Bürgermeister Malte Dahlhoff und Marketingleiter Olaf Bredensteiner begrüßte er Georg Oberkötter sowie den Geschäftsführer des Heilbäderverbandes NRW, Achim Bädorf.

In der Klinik Quellenhof erläuterten Stephan Eydt als Geschäftsführer der Bäder-Holding, Monika Hansbuer als Verwaltungsleiterin Klinik Quellenhof und Geriatrie-Chefarzt Frank Böttiger die Möglichkeiten für eine Reha von pflegenden Angehörigen sowie pflegebedürftigen Begleitpersonen. Anschließend machten sich die Besucher einen Abstecher in den neu gestalteten Kurpark. Zudem erläuterte Kai-Uwe Groll, der Leiter des Seniorenheims Sonneneck, die Herausforderungen bei der Unterbringung und Versorgung pflegebedürftiger Begleitpersonen während der Auszeit der Pflegenden.

Weitere Reha-Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Bad Sassendorf haben bereits Interesse an der Mitarbeit im Projekt bekundet. Lars Vornheder: „Wir möchten mit dem Aufbau eines Netzwerks für die Gesundheitsvorsorge pflegender Angehöriger die Lücken im Angebot schließen und die Profilierung der Gesundheitsregion Südwestfalen stärken. Wie sind sehr dankbar für die Unterstützung durch das Land, ohne die das Projekt nicht umsetzbar wäre.“

Kontaktpersonen

Ansprechpartner für das Gesamtprojekt ist Lars Vornheder, Telefon 02921/9433455 oder E-Mail vornheder@badsassendorf.de. Ansprechpartner für Bad Sassendorf ist zudem Olaf Bredensteiner, Telefon 02921/9433430 oder E-Mail bredensteiner@badsassendorf.de.Eine entsprechende Homepage ist im Aufbau: www.auszeit-in-swf.de.

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