Ratssitzung Bad Sassendorf

Müssen Teile der Ahse renaturiert werden? 

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Der Rat diskutierte die Pläne des Kreises Soest, die Ahse durch mehr Mäander zu verlängern. 

Bad Sassendorf – Zwischen Lohne und der Brücke in dem Wäldchen am Triftweg macht die Ahse bisher nicht viele Umwege, ziemlich direkt strebt der kleine Fluss die ehemalige Papiermühle an und ändert auch danach kaum den geraden Lauf. Nach dem Willen des Kreises soll sich dies jedoch erheblich ändern. Insbesondere innerhalb des Wäldchens in Höhe der Papiermühle sehen die Entwürfe der Unteren Wasserbehörde eine erhebliche Verlängerung des Flusses durch viele Mäander vor.

 Aus Sicht der Ratsmitglieder aus Bad Sassendorf ist diese Maßnahme einer Renaturierung allerdings wenig sinnvoll bis zweifelhaft. Insbesondere der Lohner Ratsherr Axel Droste (SPD) ging mit den Entwürfen in der jüngsten Ratssitzung hart ins Gericht. Die Ahse fließe im Wesentlichen seit Jahrhunderten in ihrem bestehenden Bett. Bester Beweis sei die im 17. Jahrhundert errichtete Papiermühle.

 Dass dieses für die Ortsgeschichte höchst interessante Ensemble zerstört werden soll, weil die vorgeschlagenen neuen Flussverläufe nicht mehr an der Mühle vorbei führen, sei völlig unverständlich. Zudem stehe zu befürchten, dass die Gebäude Schaden nehmen, wenn der Grundwasserspiegel sinkt. Höchst zweifelhaft erscheine die Laufverlängerung aber auch, weil dafür in einem bestehenden Naturschutzgebiet mit schwerem Gerät gearbeitet werden müsste. 

Das Naturschutzgebiet würde quasi zerstört, damit es nachher neu entstehen kann. Dies auch, weil das rechts des Flusses gelegene Gelände für einen Bagger nur durch die Durchquerung eines Sumpfes erreichbar wäre. Auch dies würde viel kaputt machen. Eine Verlegung des Flussbettes erscheine aber auch deshalb als Unsinn, weil das bestehende kieselige Bachbett unterhalb der Mühle von Biologen als besonders wertvoll angesehen wird. Bürgermeister Malte Dahlhoff verwies demgegenüber darauf, dass es im Fall der Ahse nicht so sehr um eine Renaturierung als vielmehr um eine naturnähere Gestaltung gehe. Zudem gebe es Vorstellungen, bei der Papiermühle eine ausreichenden Wasserstand zu erhalten, indem von der Ahse durch ein Rohr Wasser abgeleitet wird. 

Überdies liegen Entwürfe für eine Laufverlängerung vor, bei denen die Mühle weiter an der Ahse liegen würde. Eine Rohrleitung als Lösung wies Droste zurück, er forderte vehement, dass das Thema unter Beteiligung der Experten des Kreises Soest erneut im Ausschuss für Landschaftspflege und Umweltschutz (ALU) diskutiert wird. Auch für Fraktionskollege Edwin Morch ist die Lösung mit einem Rohr nicht das Nonplusultra. 

Er befürchte zudem, dass die ALU-Sitzung im September zu spät kommen könnte. Besser sei es, schnell mit dem Kreis das Gespräch zu suchen. Morch regte einen Beschluss an, demzufolge die Verwaltung gegenüber dem Kreis darauf beharren soll, dass die Papiermühle am Bach angeschlossen bleiben muss. Der Bürgermeister verwies darauf, dass die Lösung mit einem Rohr zur Mühle für den Eigentümer gegebenenfalls akzeptabel sei. Dies müsse durch Experten weiter geprüft werden. Der Rat stimmte einstimmig dem Beschluss zu, dass die einzelnen Punkte weiter abgeklärt und im ALU noch einmal ausführlich erläutert werden. 

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