Ostinghausen: Kirchendach ist wieder sicher

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Dachdecker haben mit Hilfe von zwei Spezialkränen die beiden Kreuze auf den Kirchtürmen und auch den Wetterhahn demontiert. Zum Glück ist damit auch die Gefahr gebannt, dass Passanten von herabfallenden Metallteilen verletzt werden könnten.

Ostinghausen – Um kurz vor 15 Uhr stand die Mission „Kreuzabbau“ am Dienstag kurz vorm Abbruch: Als Dachdeckermeister Matthias Göppert gemeinsam mit seinem Gesellen Gregor Ritter in knapp 60 Metern Höhe am Kirchturm in Ostinghausen in einem Käfig schwebte, da wackelte die an einem Stahlseil hängende Konstruktion bedenklich.

„Eigentlich darf nur bei bis zu sieben Stundenkilometern Windgeschwindigkeit gearbeitet werden, wir hatten aber schon elf“, erklärte Göppert anschließend. Doch weil die Arbeiten am Gipfel der Kirche schon beinahe beendet waren, zogen die Dachdecker die Sache durch. Kurz darauf hatten sie beide Kreuze und einen Wetterhahn abmontiert und mit Hilfe eines Spezialkrans zu Boden gebracht.

Der Grund für die aufwendige Maßnahme: Wegen des Alters des Daches und weil der Sturm schon etliche Teile insbesondere der Gipfelkonstruktion gelockert hatte, bestand die akute Gefahr, dass Passanten durch herabfallende Metallteile verletzt werden könnten. „Ich habe eine ganze Sammlung von Teilen, die in letzter Zeit vom Dach gekommen sind“, meinte Matthias Göppert. Und: „Wegen durchgerosteter Bolzen haben sich die Metall-Manchetten aufgebogen. Die waren so locker, dass man sie mit der Hand wegnehmen konnte.“

Die Spitzen der Kirche kommen jetzt ohne Kreuz und Hahn aus, die losen Teile sind demontiert und die entstandenen Löcher provisorisch abgedichtet. Die gute Nachricht: Vom Dach der Kirche geht nach Angaben Göpperts und des Architekten Johannes Jung nun keine Gefahr mehr aus. Was mit den Kreuzen passiert? „Dass kann ich noch nicht sagen“, erklärte Johannes Jung, „weil die erst einmal auf ihre Standfestigkeit untersucht werden.“ 

Immerhin siebeneinhalb Meter misst das größere Kreuz, das nun unter die Lupe genommen werden muss. Eine Gefahr sei aber zu keinem Zeitpunkt von den Kreuzen selber ausgegangen, so Jung. „Jetzt ist aber alles Lockere vom Dach runter und wir haben in nächster Zeit Ruhe.“ Den ganzen Tag hindurch kamen immer wieder Schaulustige an die St. Christophorus-Kirche, die sich das Spektakel in Schwindel erregender Höhe nicht entgehen lassen wollten. Die wurden von den Mitarbeitern der Kran-Firma Bracht und auch vom Ordnungsamt darauf hingewiesen, dass ein Betreten des abgesperrten Bereiches lebensgefährlich sei. 

Nach Abschluss der Maßnahmen am Nachmittag darf der Bereich zwar wieder betreten werden, die Absperrungen sollen vom Ordnungsamt aber erst am Mittwochvormittag entfernt werden. Erleichterung herrschte am Nachmittag auch beim Kirchenvorstand, nachdem die wegen des starken Windes bereits vor einigen Tagen geplante Aktion auf den gestrigen Dienstag verschoben werden musste. Ansgar Schumacher: „Es ist alles unten und alles ist gut gegangen. Damit ist die Aktion vorerst abgeschlossen.“

Dach der Kirche muss saniert werden

Dass das Kirchendach saniert werden muss, steht für den Kirchenvorstand, für Dachdecker Matthias Göppert und auch für den Architekten Johannes Jung außer Frage. Unklar ist, wie teuer diese Sanierung werden wird. Und auch der Zeitpunkt einer Instandsetzung steht in den Sternen. Johannes Jung: „Das Dach muss gemacht werden. Wann das passiert, das hängt von den Entscheidungsträgern im Erzbischöflichen Generalvikariat in Paderborn ab. Ich rechne da in Monaten, es könnte aber auch ein Jahr dauern.“

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