Füttern verboten: Wer's trotzdem immer wieder tut, muss zahlen

Das Füttern von wild lebenden Tieren im Kurpark gehört für  manche Besucher zur beliebten Freizeitbeschäftigung, ist aber verboten.

Bad Sassendorf – „Füttern von wild lebenden Tieren untersagt“, steht auf den neuen Schildern im Kurpark. Damit appelliert die Gemeinde an die Einsicht von Spaziergängern, die oft ganze Tüten voll Leckerchen mitbringen und diese aus falsch verstandener Tierliebe den Enten oder Nutrias zustecken. 

Auf den Tafeln finden sich deutliche Hinweise auf die Risiken: Die nicht artgerechte unerlaubte Ernährung bekommt den Tieren nicht und sie erkranken. Zudem besteht die Gefahr, dass die Algen intensiver wachsen und die Wasserqualität durch die zusätzlichen Nährstoffe leidet. Außerdem locken die Reste, die die satten Tiere nicht mehr wollen, Schädlinge an. Denn auch Ratten mögen neben einem sicheren Unterschlupf einen gut gedeckten Tisch. Wer Essen herumliegen lässt, verschafft ihnen einen Lebensraum, in dem sie sich wohlfühlen.

 Kurz und bündig: Was gut gemeint sein mag, hat üble Folgen.

Wer durch den Kurpark geht, beobachtet es immer wieder: Besucher rascheln mit dem Papier, holen Brotkrumen, klein geschnittene Äpfel oder Möhrenstücke heraus und freuen sich über das Bild: Schnell watscheln die Enten herbei, schnattern und streiten sich um die besten Bissen. 

Auch die Sumpfbiber sind flott auf den Beinen. Sie wissen: Jetzt gibt’s was zu fressen. Sie zeigen wenig Scheu vor den Menschen, sind zutraulich – und in Bad Sassendorf auf dem Vormarsch. Damit die vermehrungsfreudigen Nager nicht zu Plagegeistern werden und größere Schäden anrichten, hatte sich der Umweltausschuss im vorigen Herbst dafür ausgesprochen, den Bestand auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Mögen die ursprünglich aus Südamerika stammenden Pelzlieferanten auch noch so putzig sein, steht auch fest: Durch zu viel Nähe verlieren sie die Distanz zum Menschen und laufen ihnen sogar vor den Füßen her. Sie sind nicht nur gefräßig, sie können mit ihren langen Schneidezähnen auch mal zubeißen und beim Knabbern einen Finger erwischen, ob als Abwehrreaktion oder aus Versehen. Also: Abstand halten, Nutrias sind keine Streicheltiere.

 „Wir haben Lebendfallen aufgestellt und gut 20 Tiere entnommen“, berichtet Bürgermeister Malte Dahlhoff von einer Maßnahme, die Population zu begrenzen. Allerdings zeigte sich auch, wie schwierig das Unterfangen ist, da verärgerte Nutria-Liebhaber die Jagd sabotierten und die gefangenen Tiere befreiten.

 Die Schilder informieren über Sinn und Zweck, zusätzlich ist der Ordnungsdienst unterwegs, um auf das Fütterungsverbot aufmerksam zu machen. Wer sich nicht daran hält und die Tiere weiterhin verpflegt, muss damit rechnen, zur Kasse gebeten zu werden. Das sei in einem hartnäckigen Wiederholungsfall auch schon passiert, so der Bürgermeister.

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