Noroviren: Nach Erkrankungswelle kehrt Hellweg-Klinik zur Normalität zurück

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Gründliches und regelmäßiges Händewaschen gehört zu wichtigsten Maßnahmen, um eine Verbreitung von Noroviren zu verhindern. 

Bad Sassendorf – Starker Brechdurchfall kann verschiedene Ursachen haben, besonders im Winter ist jedoch häufig das Norovirus Auslöser der Erkrankung. Betroffen waren im Januar auch die Kliniken Lindenplatz und Hellweg, inzwischen ist die Welle an Erkrankungen abgeklungen. In der Klinik Lindenplatz wurden laut Kreis Soest seit dem 14. Januar keine Erkrankungen mehr gemeldet, und im Verlauf der Woche kann auch die Klinik am Hellweg zu ihrem üblichen Betrieb zurückkehren.

Der Höhepunkt der Erkrankungen liege bereits drei Wochen zurück, berichtet Thomas Meierfrankenfeld. Der Verwaltungsleiter der Hellwegklinik ist froh, dass jetzt wieder der normale Klinikalltag einkehren kann. Die Maßnahmen, mit denen in Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt eine Verbreitung des Norovirus verhindert werden sollen, seien recht aufwendig. 

Die Mitarbeiter aus dem Reinigungsservice haben demnach wegen der zusätzlichen Reinigungen und Desinfektionen besonders viel zu tun. Zudem wurden aber auch die Abläufe verändert, so gab es während der Erkrankungswelle keine Anwendungen in Gruppen oder im Bewegungsbad, um eine Ausbreitung des Krankheitserregers zu vermeiden. Ebenso wurde bei der Ausgabe der Mahlzeiten von der Buffettform auf eine Bedienung an den Tischen umgestellt. Zusätzlicher Aufwand, der angesichts der knappen Tagessätze der Kostenträger zusätzlich zu Buche schlägt. 

Besonders wichtig sei zudem die Information der Patienten, damit die grundlegenden Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und -desinfizieren eingehalten werden. Weil die Noroviren in der Regel von neu anreisenden Patienten eingeschleppt werden, werde die Klinik künftig bereits im Vorfeld Handzettel mit den wichtigsten Hygienehinweisen ausgeben, erläuterte Meierfrankenfeld. 

Die meisten Patienten hätten verständnisvoll reagiert, vereinzelt seien Patienten aber auch abgereist. Das ist aus Sicht Meierfrankenfelds allerdings nicht unbedingt die beste Wahl. Gerade wegen des starken Flüssigkeitsverlustes bei Brechdurchfall seien die Möglichkeiten in einer Klinik, etwa durch Infusionen, wichtig. 

Drei Akut- und vier Reha-Kliniken im Kreis Soest waren betroffen 

Von der Norovirenwelle im Januar waren drei Akutkrankenhäuser und vier Rehakliniken im Kreis Soest betroffen, erläuterte Dr. Ute Gröblinghoff vom Kreisgesundheitsamt. Für die Häuser sei der Aufwand der Gegenmaßnahmen immer relativ hoch, wichtig sei aber, dass es keine schweren Krankheitsverläufe gab und die Erkrankungswelle schnell wieder eingefangen wurde. Nach Weihnachten und dem Jahreswechsel komme es vermehrt Erkrankungen mit Noroviren, die aktuellen Zahlen seien durchaus im normalen Rahmen. 

„November bis März ist Norovirenzeit“, ergänzte Wilhelm Müschenborn vom Kreis Soest. Gemäß dem wöchentlichen Infektionsbericht für NRW sei es im Kreis Soest in den ersten vier Wochen des Jahres zu 74 labortechnisch bestätigten Infektionen mit dem Norovirus gekommen, im gleichen Zeitraum 2019 waren es 39. In NRW insgesamt waren in den ersten vier Wochen des laufenden Jahres 2007 Infizierte registriert worden, der Anteil des Kreises Soest an dieser Gesamtzahl macht 3,69 Prozent aus.

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