Neuer Bürgerbus startklar: Der alte hat 350.000 Kilometer "auf der Uhr"

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Karl Dehlen (rechts) als Motor des Bürgerbusses Bad Sassendorf gehört natürlich ganz nach vorn, über die Inbetriebnahme des neuen Fahrzeugs freuen sich (von links) der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Oliver Wittke, der die Bürgerbusprojekte als NRW-Verkehrsminister vor Jahren angestoßen hat, sowie Laura Limberger von der Klinik im Park, der Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Thies, Michael Breier vom Bürgerbus-Verbund Sauerland und Bürgermeister Malte Dahlhoff.

Bad Sassendorf – Edelholzeinlagen im Armaturenbrett, Hölzer, Automatik und reichlich Platz: Das ist nicht die Beschreibung einer Luxuskarosse, diese Details machen vielmehr den neuen Bürgerbus für Bad Sassendorf aus. Nach sechs Jahren und 350 000 Kilometern im Dauereinsatz war ein neues Fahrzeug fällig, am Dienstag wurde es mit einer kleinen Feier eingeweiht und öffentlich vorgestellt.

Bis Ende der Woche folgt nun die Einweisung der Fahrer, die sich vor allem mit der Rampe für Rollstuhlfahrer vertraut machen werden, so lange fährt noch das alte Auto über die Straßen Bad Sassendorfs, ab kommenden Montag ist der „Neue“ für die Fahrgäste da. 

Dass der Wechsel erforderlich war, machte Bürgermeister Malte Dahlhoff aufgrund eigener Erfahrungen als gelegentlicher Bürgerbusfahrer deutlich. Die Automatik anstelle des alten „Mahlwerks“ mit Handhschaltung werde das Fahren erheblich erleichtern. Auf seinen Touren habe er des Öfteren gehört, dass Einwohner dank des Bürgerbusses ihr eigenes Auto abgeschafft haben. Viele Einwohner auf den Dörfern ohne Auto seien dank des Bürgerbusses trotzdem mobil. Der Bürgerbus sei daher auch ein Beispiel dafür, wie man Verkehr neu denken kann. 

Wie Bürgermeister Dahlhoff betonte auch Ehrengast Oliver Wittke, der die Bürgerbusprojekte vor Jahren als NWR-Verkehrsminister angestoßen hatte, wie wichtig vor allem das ehrenamtliche Engagement der Fahrer ist. „Die neue Technik des Busses wäre nichts ohne die Menschen“, sagte Wittke, zudem fungierten die Fahrer als Ansprechpartner für die Fahrgäste. „Der Bürgerbus ist nicht nur ein Nahverkehrsmittel, das eine Lücke schließt, sondern auch eine soziale Einrichtung von Bürgern für Bürger.“ 

Diese Einschätzung entspricht den Erfahrungen Karl Dehlens, der den Bürgerbus Bad Sassendorf maßgeblich mit gegründet hat: „Der schönste Lohn sind die vielen dankbaren Fahrgäste, die das Angebot nutzen und geradezu darauf warten, während der Fahrt mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen.“ Stolz verwies Dehlen daher auf die Fahrgastzahlen, die von 5 700 in 2014 auf mehr als 18 000 in 2018 kontinuierlich gestiegen sind. Insgesamt sind es bereits mehr als 73 000 Fahrgäste. Dehlen: „Mit einem solchen Ergebnis hatten wir im Traum nicht gerechnet."

Zahlen und Fakten zum Bürgerbus

Die erste Fahrt hat der Bürgerbus Bad Sassendorf im Dezember 2013 angetreten, seither wurde das Angebot fest etabliert, auch der Fahrplan wurde entsprechend der Nachfrage eingerichtet. Der Motor des Projekts ist Karl Dehlen, der die Gründung des Trägervereins initiiert hat, dessen Vorsitzender er bis heute ist. Das erste Fahrzeug hat inzwischen mehr als 355 000 Kilometern „auf der Uhr“ und insgesamt 73 022 Fahrgäste befördert. Für den Betrieb sind insbesondere die derzeit 16 ehrenamtlichen Fahrer zuständig.

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