Neue Fassade fürs Tagungszentrum: Beton war gestern

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In stabilen Holzkisten lagern derzeit noch die großen Beleuchtungsringe für den Saal, LED-Technik soll eine Menge Strom sparen helfen, so Bautechniker Vrej Zakaryan. 

Bad Sassendorf – Die grüne Bespannung am Baustellengerüst verbirgt die Veränderungen im Großen und Ganzen noch, ein Blick hinter den Vorhang lässt aber bereits erkennen, wie die Fassade des Tagungs- und Kongresszentrums künftig aussehen wird: Elemente in dunklem Anthrazit ersetzen die grauen Betonbrüstungen und Attica-Wülste über den Fenstern. Die neue Fassade dürfte erheblich „leichter“ wirken als der Vorgänger aus Beton.

Der Ablauf der Baustelle verlief bisher reibungslos, berichtet Bautechniker Vrej Zakaryan von der Gemeindeverwaltung. Ende August sollen die derzeit laufenden Arbeiten fertig sein, ab Mitte September folgt der Bau der neuen Terrasse, sodass die Arbeiten insgesamt im November abgeschlossen sind. 

Die Sanierung des Tagungszentrums soll nicht nur das Erscheinungsbild ändern, sondern vor allem die Energiebilanz. Die neuen ringförmigen Leuchteinheiten für den großen Saal liegen derzeit noch in stabilen Holzkisten, sind die neuen Elemente mit LED-Technik installiert, fließt im Großen Saal bei voll aufgedrehter Beleuchtung etwa 70 Prozent weniger an Strom durch die Kabel. Die neue, indirekte Ambiente-Beleuchtung ermöglicht es zudem, den Saal in den Wunschfarben eines Kunden zu illuminieren, zum Beispiel im Magenta-Ton der Telekom. 

Matt glänzendes Metall statt klobigen Betons prägt die neue Fassade.

Erhebliche Energieeinsparungen von 50 bis 60 Prozent sollen auch bei der Heizung realisiert werden. Hierzu trägt die erneuerte Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung bei. Bedeutend ist aber auch die Reduzierung von Verlusten durch eine bessere Dämmung der Fassade. Die zwischen die tragenden Pfosten gesetzten Betonbrüstungen seien letztlich nur zehn Zentimeter dick gewesen und entlang der Brüstungen verliefen auch noch die Heizungsrohre. Zakaryan: „Wir haben früher die Umgebungsluft mitgeheizt.“ 

Dank der neuen Fassade werde der Wärmeverlust um 50 Prozent verringert. Die neuen Sandwich-Elemente der Fassade bestehen auf der Innen- und Außenseite aus Metall und verfügen dazwischen über eine hocheffiziente Dämmung. 

Die Posten-Riegel-Konstruktion wurde vor die Pfeiler gesetzt,die alten Fenster saßen dazwischen.

Bei den Fenstern setzt die Gemeinde auf eine Doppelverglasung, der zusätzliche Nutzen durch eine Dreifachverglasung rechne sich wirtschaftlich nicht, so der Bautechniker. Alle Sanierungsmaßnahmen zusammen bewirken, dass das Tagungszentrum immer „grüner“ werde, erklärt Zakaryan. 

Nach Abschluss der Arbeiten soll zudem ein Energieausweis erstellt werden, und zwar keineswegs nur für die Unterlagen in der Schublade – vielen Veranstaltungskunden seien diese Aspekte inzwischen ebenfalls wichtig. Gleiches dürfte für eine zeitgemäße Veranstaltungstechnik gelten. Mit der neuen Anlage kann zum Beispiel ein Referent von einem weltweiten Standort live zugeschaltet werden. Der große Saal und die Tagungsräume wurden miteinander vernetzt, so dass jeweils das Geschehen andernorts übertragen werden kann. Dafür wurden im Großen Saal neben der Bühne zwei neue Projektionsflächen installiert. 

Dank der Modernisierung dürften die jetzt erneuerten Bereiche gut und gerne für die nächsten 30 Jahre gerüstet sein. Insgesamt kommt die Sanierung des Tagungszentrums auf rund 1,7 Millionen Euro. Nach aktuellem Stand sehe es nach einer Punktlandung aus, so Zakaryan. Günstig wirke sich auch die coronabedingte vorläufige Ermäßigung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent aus.

Das in den 1970er Jahren als „Bürgerhaus“ errichtete Tagungs- und Kongresszentrum sollte ursprünglich bei laufendem Betrieb saniert werden, um die Umsatzausfälle gering zu halten. Wegen Corona ruhte der Betrieb jedoch ohnehin mehrere Wochen, so dass zügig durchgearbeitet werden konnte. Zu einem reibungslosen Ablauf kam es auch dank der beteiligten Firmen, die sehr gut mitgezogen haben, berichtet Zakaryan.

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