Pflege und Geriatrie werden digital,  Netzwerk lotet Einsatzmöglichkeiten aus

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Dieses Gerät kann EKG-Werte messen und ans Smartphone senden. Wearabels können die Überwachung von Körperfunktionen erleichtern und Pflegende entlasten.

Bad Sassendorf – Ohne den Einsatz direkt am Menschen geht es in der geriatrischen Pflege nicht, die Möglichkeiten der Digitalisierung können jedoch wichtige Hilfe und Entlastung bieten, sowohl im stationären Bereich als auch im Leben der Senioren daheim. Und um die Potenziale dieser sich weiter entwickelnden Technik auszuloten, hat sich auf Initiative der Bäder-Holding und weiterer Einrichtungen aus dem Bereich geriatrisch-pflegerischer Versorgung ein Netzwerk zusammengefunden.

Die bevorstehende Eröffnung der geriatrischen Reha-Abteilung in der Klinik Quellenhof, die Einführung von digitalen Assistenzsystemen im Wohnprojekt „Wohnen und Leben an der Rosenau“ des Caritasverbands im Kreis Soest und der Neubau des Seniorenheims Sonneneck mit Einbezug von Digitalisierungselementen gaben den Anstoß. 

„Die Digitalisierung wird alle Arbeits- und Lebensbereiche durchdringen und ist gerade im Gesundheitsbereich ein zentrales Zukunftsthema“, erklärt Stephan Eydt, Geschäftsführer der Bäder-Holding, „wir wollen mit dem Neustart unserer geriatrischen Reha in der Klinik Quellenhof von Anfang an die Potenziale der Digitalisierung nutzen.“ Ein Ziel bestehe darin, dass das Personal mehr Zeit für den Patienten hat. 

Eine weitere Chance sieht Bettina Wiebers, Vorstand des Kreis-Caritasverbandes, in der Verknüpfung der Einrichtungen: „Die Herausforderungen der Pflege schaffen wir nur gemeinsam. Nur wenn alle Beteiligten kooperieren, können wir auch in Zukunft die Versorgungssicherheit für ältere Menschen gewährleisten.“ 

Dass damit die Berufsfelder in der Pflegeberufe zudem attraktiv und zukunftsfähig gemacht werden können, betont Kai-Uwe Groll, dem Inhaber des Seniorenheim Sonneneck: „Kein kaufmännischer Angestellter würde heutzutage in einem Betrieb anfangen, der statt IT nur Schreibmaschinen einsetzt. Mit digitalen Hilfsmitteln können wir vermitteln, dass der Pflegeberuf ein sehr moderner und zukunftsorientierter Beruf ist. Damit wird es gelingen, dass mehr junge Menschen sich für den Pflegeberuf interessieren.“ 

In dem Netzwerk soll zum einen herausgefunden werden, wie Techniken der Digitalisierung, zum Beispiel Assistenzsystem aus dem Bereich Smart Home, eingesetzt werden können. Das sind zum Beispiel tragbare Kleincomputer, so genannte Wearables wie Smartwatches, Fitnessarmbänder oder digitale Brillen, die zunehmend auch in Pflege und Medizin eingesetzt werden. 

So können diese Geräte Blutdruck, Blutzucker oder andere Körperfunktionen messen. Sprachgesteuerte Geräte oder Assistenten, „Alexa“„ oder „Siri“ sind Beispiele, können die Pflegeaufgaben unterstützen. Ebenso können digital gesteuerte Pflegebetten Pflegebedürftigen, deren Angehörige und das Pflegepersonal entlasten. 

Aufgrund der Praxiseerfahrungen sollen aus dem Netzwerk heraus insbesondere Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und Pflegefachkräfte im Kreis Soest auch beraten und qualifiziert werden. Viel Potenzial sieht deshalb auch Bad Sassendorfs Bürgermeister Malte Dahlhoff in der Kooperation: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, Experten aus der ambulanten und stationären Versorgung und aus verschiedenen Regionen des Kreises zusammenzubringen."

Sie machen bereits mit

Caritasverband im Kreis Soest; Klinik Quellenhof als Unternehmensteil der Westfälisches Gesundheitszentrum Holding; Seniorenheim Sonneneck, Bad Sassendorf; Gemeinde Bad Sassendorf; Klinikum Stadt Soest – Zentrum für Alternsmedizin und Gerontologie; Dreifaltigkeits-Hospital Lippstadt – Zentrum für Altersmedizin; Praxis für Physiotherapie Annabell Schlüter; Dr. Heinz Ebbinghaus – Vertreter der Hausärzte; Dr. Holger Brinkmann – Mitglied der Vertreterversammlung und des e-Health-Ausschusses der kassenärztlichen Verwaltung Westfalen-Lippe; ESTA-Bildungswerk, Lippstadt – Akademie für Pflege und Gesundheit; Coester Mobile Pflege und Tagespflegen, Soest.

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