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Gisela Droste schließt ihr Geschäft „Parfümerie und Hautnah“

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Von: Heyke Köppelmann

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Sie sagen Tschüss: Gisela Droste (Mitte) mit Lisa Gerlings (links) und ihrer Schwester Gabriele Freienstein.
Sie sagen Tschüss: Gisela Droste (Mitte) mit Lisa Gerlings (links) und ihrer Schwester Gabriele Freienstein. © Köppelmann

„It’s time to say goobye!“ Mit diesem Satz teilt Gisela Droste ihren Kunden in einem Brief mit, dass sie ihr Geschäft „Parfümerie & Hautnah“ in wenigen Wochen schließen wird. Dann ist die Fußgängerzone um eine Institution im inhabergeführten Einzelhandel ärmer.

Bad Sassendorf - „Es ist Zeit, auf Wiedersehen zu sagen“, meint die Geschäftsfrau, die nach fast 38 Jahren Selbstständigkeit in den, wie sie es formuliert, wohlverdienten Ruhestand geht. Ein Schritt, den sie sich lange überlegt hat und der ihr nicht leichtfällt, den auch viele ihrer Stammkunden, die sie seit den 80er-Jahren in der Region gewonnen hat, sehr bedauern.

Sie wünschen alles Gute, gönnen der engagierten Geschäftsfrau das Rentnerinnendasein von Herzen, finden es aber auch schade, dass sie sich nun – für einige sehr überraschend – verabschieden müssen. Viele melden sich in diesen Tagen und sagen Danke, weil sie sich bei Gisela Droste, deren Schwester Gabriele Freienstein und dem gesamten Team in guten Händen wissen. Manche lassen erkennen, wie traurig sie sind, und einige Male flossen schon Tränen.

Seit ein paar Tagen läuft der Räumungsverkauf, und es herrscht ein Kommen und Gehen. Die Chefin und ihre Mitarbeiterinnen freuen sich, im vollen Haus viele bekannte Gesichter zu sehen. Auch Gisela Droste dankt – „für die jahrelange Treue und Verbundenheit zu meinem Unternehmen“. Viele Kunden haben sie vom ersten Tag an unterstützt, hielten ihr bei jedem Umzug und an jedem neuen und zusätzlichen Standort die Treue. „So haben sich Freundschaften entwickelt“, sagt die Soesterin, die auch ein Stück in Bad Sassendorf zuhause ist. Sie berichtet von ihren Anstrengungen, eine Nachfolge finden – trotz zweijähriger Bemühungen letztlich vergeblich.

Das Besondere an dem Geschäft in der Kaiserstraße 5 ist der Branchenmix aus guten Produkten rund um das Thema Schönheit und Pflege von Kopf bis Fuß mit Cremes, Ölen, Seifen und Düften sowohl für die Dame als auch für den Herren. Die Kunden schätzen die verlässliche Beratung vorn im Verkauf und in der Kosmetikkabine, in der Gabriele Freienstein seit vielen Jahren tätig ist. Dritte im Bunde eines eingespielten und vielen Kunden vertrauten Trios ist Lisa Gerling. „Das Persönliche hat uns stark gemacht“, betont Gisela Droste, die auf arbeitsintensive Jahre im Kurort mit immer neuen Herausforderungen zurückblickt. Doch sie sagt auch, wie schön und spannend die Zeit insgesamt war.

„Wir arbeiten da, wo andere Urlaub machen“, fügt sie hinzu. Sie denkt an die Boomzeiten der klassischen Kur, als die Leute sich entspannen, Spaß haben und schick zum Tanzen gehen wollten, dann an die harten Einschnitte durch die Gesundheitsreform – alles Phasen, die sowohl ihr unternehmerisches Können forderten als auch ihr Gespür für den Zeitgeist sowie ihr sicheres Gefühl für Marketing. „Wir arbeiten dort wo andere Urlaub machen“, erklärt sie, „der Standort ist toll.“ Doch: „Man muss sich immer wieder neu erfinden.“ Legendär sind die Modeschauen, die sie früher während des Sälzermarktes ausrichtete und die unter freiem Himmel immer wahre Besucherscharen in den Bann zogen.

Mit all den Geschichten ihres Wirkens in einem Rehaort im Wandel könnte Gisela Droste sicherlich ein ganzes Buch füllen. Sie freut sich drauf, bis Dezember noch viele ihrer Kunden begrüßen zu können. Kurz vor Weihnachten zieht sie dann die Tür ihres Geschäftes hinter sich zu. Heiligabend einmal ganz zu Hause zu sein – eine völlig neue Erfahrung.

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